Offenbar geht ein Familienstreit voraus

Vater bittet Facebook-Community um Hilfe - jetzt hat diese eine Stinkwut auf ihn

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Auf Facebook posten viele Nutzer ungeprüfte Behauptungen.
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Facebook-Nutzerin schreibt: "Was für eine kranke Psychoscheiße!"

Es klingt alarmierend - und ist es auch. Nur aus anderen Gründen als man denkt. Ein Vater erklärt seinen 15-jährigen Sohn auf Facebook als vermisst. Die Anteilnahme der Facebook-Community ist groß. Viele wollen helfen. Bis jetzt wurde der Beitrag fast 5.000 Mal geteilt.

Facebook-"Vermisster" schreibt: "Es geht mir gut"

In den mehr als 400 Kommentaren dann das Unglaubliche: Der angeblich vermisste Teenager meldet sich selbst und erklärt: "An alle Facebook Leser!! Ich bin nicht vermisst, das ist ein Fake, mir geht es gut. Nachricht bitte nicht mehr teilen. Meine Mutter wird eine Anzeige erstatten. Viele Grüße."

Alles also eine Online-Ente? Die Polizei Heilbronn bestätigt auf ihrer Facebook-Seite diesen ungeheuerlichen Verdacht: "Seit mehreren Tagen meldet ein Vater seinen Sohn in den sozialen Medien als vermisst. Der Polizei Heilbronn liegt KEiNE #Vermisstenfahndung vor! Wir haben mit dem Jungen gesprochen, es geht ihm gut."

Fake-Meldung auf Facebook

Schamlos nutzt der Vater also die Hilfsbereitschaft der Facebook-Nutzer aus. Und die sind empört. Eine Frau schreibt auf Facebook: "Was für eine kranke Psychoscheiße!" Ein weiterer Kommentar thematisiert die Folgen für das Familienleben: "Wissen sie eigentlich was sie mit dieser Fake Meldung ihrem Sohn antun?"

Basis für die Fake-Meldung scheint ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Mutter und Vater des vermeintlich vermissten Teenagers zu sein. Der Junge schreibt: "Für Probleme zwischen meinen Eltern bin ich nicht verantwortlich."

Polizei Heilbronn empfiehlt: Nur Posts von offiziellen Facebook-Seiten teilen

Wie kann man aber echte Hilfe-Aufrufe in sozialen Netzwerken von falschen unterscheiden? Frank Belz von der Polizei Heilbronn empfiehlt: "Man sollte nur Aufrufe teilen und weiterverbreiten, die von verifizierten Seiten erfolgen." Also beispielsweise von offiziellen Facebook-Accounts der Polizei oder seriösen Medien. Belz: "Diese sind am blauen Häkchen erkennbar." Private Posts, Hilfe-Aufrufe und Vermissten-Meldungen seien grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten. Ungeprüfte Behauptungen gibt es auf Facebook schließlich jede Menge.

Eine Strafe erwartet den Vater aber offenbar nicht. Belz: "Ein konkreter Straftatbestand liegt uns noch nicht vor." Moralisch hat der Vater nun aber Tausende gegen sich, die ihm gutgläubig einfach nur helfen wollten.

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