Es ist nicht wie im Film

Ertrinken: Die tödliche Gefahr - das rät der Experte

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Ertrinken läuft in der Realität anders ab als im Film.
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Realität und Film liegen beim Ertrinken weit auseinander. Der ehemalige Rettungsschwimmer Mario Vittone erklärt, worauf man achten muss.

  • Ertrinken: der lautlose Tod.
  • Anders als im Film können Opfer nicht um Hilfe schreien.
  • Mario Vittone gibt in seinem Blog wertvolle Tipps.

Wenn Menschen in Filmen und Serien ertrinken, sieht das immer sehr dramatisch aus.Wasser spritzt, und die Person schreit so lange um Hilfe, bis ein mutiger Rettungsschwimmer in Richtung Wasser sprintet, um ihr das Leben zu retten. Doch die Realität sieht eben nicht aus wie eine Szene aus Baywatch. Im Gegenteil: Ertrinken ist ein lautloser Prozess, der selbst von Menschen in der unmittelbaren Nähe nicht bemerkt wird.

Ertrinken die stumme Gefahr

Der ehemalige Rettungsschwimmer der U.S. Coast Guard in New Orleans Mario Vittone macht dies in seinem Artikel "Drowning Doesn't Look Like Drowning" anhand einer Anekdote deutlich:

Als der Kapitän voll bekleidet von Bord sprang und durch das Wasser schoss, irritierte er die anderen Badegäste, die im Wasser schwammen. “Nicht, dass er jetzt denkt, du ertrinkst”, sagte der Mann zu seiner Frau, da sie sich kurz zuvor mit Wasser bespritzt und geschrien hatten. “Was macht er hier?”, fragte die Frau ihren Mann. “Es geht uns gut!”, rief der Mann dem Kapitän zu. Aber der Kapitän ließ sich nicht aufhalten. Er schwamm unnachgiebig an dem Pärchen vorbei und schrie nur kurz “Weg da!”. Denn direkt hinter ihnen, nur wenige Meter entfernt, war die neunjährige Tochter gerade dabei zu ertrinken. Der Kapitän kam in allerletzter Sekunde. Das Mädchen fing an zu weinen und schluchzte: “Papa!”.

Vittone stellt die Frage in den Raum, warum der Kapitän aus deutlich weiterer Distanz die

Brisanz der Situation

erkannt hat, der Vater aber nicht. Die Antwort liegt auf der Hand. Der Kapitän ist durch seine Ausbildung als

Rettungsschwimmer

darauf geschult, während der Vater nur die Darstellung aus dem Fernsehen kennt. Dafür ist der Körper des Ertrinkenden allerdings zu erschöpft.

Anzeichen für Ertrinken

Aber woran erkennt man, dass ein Mensch am Ertrinken ist?  Anders als ein Mensch, der nur in Not ist, kann der Ertrinkende nicht selbst nach Hilfe rufen. Denn der Körper stellt zunächst sicher, dass die Atmung funktioniert, wie t-online.de berichtet. Wenn sich der Kopf des Öfteren unter Wasser befindet, ist es wahrscheinlich, dass es sich um Ertrinken handelt. Die kurze Zeit über Wasser wird dann instinktiv dazu genutzt, kurz Luft zu holen.

Der Ertrinkende gestikuliert zudem nicht wild herum - wie es in Filmen dargestellt wird -, sondern nutzt die Arme dazu, um sich über Wasser zu halten. In einer solchen Stresssituation sind sie nicht zu gesteuerten Bewegungen fähig.

Der ehemalige Rettungsschwimmer Vittone hat zudem weitere Warnzeichen zusammengefasst.

  • Der Kopf ist nach hinten geneigt und unter Wasser. Während sich der Mund des Ertrinkenden sich auf einer Höhe mit der Wasseroberfläche befindet.
  • Die Augen des Ertrinkenden sind glasig und leer, beziehungsweise sogar geschlossen.
  • Die Haare des Ertrinkenden hängen vor der Stirn und/oder den Augen
  • Die Atmung ist beschleunigt, und der Ertrinkende ringt nach Luft
  • Betreffende Personen versuchen zu schwimmen, kommen aber nicht voran.
  • Der Ertrinkende versucht, sich auf den Rücken zu drehen.

Wenig Zeit für Rettung

Viel Zeit bleibt für die Rettung eines Ertrinkenden allerdings nicht. In der Regel schafft es die Person nur

20 bis 60 Sekunden

 sich über Wasser zu halten. Vittone empfiehlt deshalb, im Zweifel immer nachzufragen, ob es der Person gut geht. Kann die Person antworten, dann geht es ihr wahrscheinlich wirklich gut. Kommt keine Antwort, dann ist Eile geboten, um die Person zu retten. Wie leicht man auch in vermeintlich ruhigen Gewässern wie einem Pool ertrinken kann, zeigt ein

dramatischer Fall in Spanien

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