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Energie sparen in Kinos: Müssen Gäste frieren? Das kommt auf Kunden zu

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Von: Lisa Klein

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Popcorn in einem Kino.
Die Energiekrise trifft natürlich auch Kinos. Bekommen Gäste nun Sparmaßnahmen direkt zu spüren? © picture alliance/dpa | Fabian Sommer

Auch Kinos greifen angesichts der Energiekrise zu Sparmaßnahmen. Das Kinostar-Arthaus in Heilbronn erklärt, welche Konsequenzen das für Gäste hat.

Ob im Fernsehen oder im Kino – Filme schauen verbraucht eine Menge Energie. Nicht nur für das Abspielen des Films, sondern auch die Klimatisierung der Säle frisst einiges an Strom. Während sich zu Hause in eine dicke Decke eingemummelt werden kann, statt die Heizung voll aufzudrehen, um Strom und Gas zu sparen, geht das in Kinos doch eher schlecht. Um einen großen Kinosaal zu beheizen, bedarf es deutlich mehr Energie als für das heimische Wohnzimmer. Doch was genau bedeutet die Energiekrise für Kinos? Müssen Kunden in diesem Winter während der Vorstellung frieren? Steigen die Preise für die ohnehin schon sehr teuren Tickets noch weiter? Müssen Kinos möglicherweise sogar schließen? echo24.de hat in den Heilbronner Kinos nachgefragt.

Diese Energiesparmaßnahmen setzt das Kinostar-Arthaus in Heilbronn um

Ein Sprecher der Kinostar Theater GmbH erklärt auf echo24.de-Anfrage, welche Energiesparmaßnahmen im Arthaus-Kino in Heilbronn umgesetzt werden und was auf Kunden zukommt. Das Kino im Marrahaus besitze bereits eine „hervorragende“ Klimabilanz, wodurch nur „sehr wenig Energie zum Heizen“ benötigt wird und auch die Beleuchtung sei bereits „sehr sparsam“. Trotzdem wurde geprüft, wo noch Energie gespart werden kann.

Das Logo wird daher „weniger lang beleuchtet“ und auch „die Technikräume werden nicht mehr so stark klimatisiert“.  Gerade bei der Beleuchtung könnte sich Lidl ein Beispiel nehmen, einige Filialen sind auch Mitten in der Nacht hell erleuchtet. Die Energiesparmaßnahmen sind im Arthaus-Kino so ausgelegt, dass Kunden keine Beeinträchtigung erfahren. „Im Kino werden die Gäste keinesfalls frieren müssen“, heißt es ganz klar.

Energie und Personalkosten steigen: Wird nun der Kinobesuch teurer? 

Wie die Badische Zeitung berichtet, machen Kinos durch die hohen Strompreise derzeit rund 20 Prozent Verlust pro Ticket – das sagt Christine Berg, die Vorstandvorsitzende des Branchenverbands HDF Kino. Pro Sitzplatz gebe es angesichts der steigenden Energiepreise in etwa das Dreifache an Energiekosten. Dazu kommen geringere Besucherzahlen, die Kinobranche verzeichnet einen Rückgang von rund 30 Prozent – unter anderem durch die Corona-Pandemie. 

Neben den steigenden Energiekosten müssen Kinos auch steigende Personalkosten abfedern, durch den Anstieg des Mindestlohnes auf zwölf Euro im Oktober. Schießen nun die Ticketpreise in die Höhe, so wie momentan die Preise in allen möglichen Bereichen?

Preiserhöhungen für Kinotickets sind im Arthaus bislang nicht geplant. Allerdings: „Wenn die Preise weiterhin sehr stark steigen, könnte die Vielfalt im Programm leiden“, erklärt der Kinostar-Sprecher. Zum Beispiel könnte das Arthaus dann nachmittags erst später öffnen – wodurch nicht mehr so viele Vorstellungen gespielt werden können wie aktuell.

Cinemaxx in Heilbronn und Cineplex in Neckarsulm äußern sich nicht zum Thema Energie sparen

Maßnahmen, wie weniger Vorstellungen anzubieten, gibt es bereits in Deutschland und werden zum Beispiel in den Astor-Kinos in Hannover und Braunschweig umgesetzt, wie der NDR berichtet. Die Kinogruppe bietet nur noch entsprechend gut besuchte Spätvorstellungen an. Zudem werden LED-Lampen und Bewegungsmelder eingesetzt, um weniger Energie für die Beleuchtung zu verbrauchen. Und: Zum Teil soll demnach auch die Raumtemperatur reduziert werden. 

Ob derartige Maßnahmen auch im Cinemaxx in Heilbronn oder im Cineplex in Neckarsulm angewandt werden, müssen Gäste wohl vor Ort herausfinden. Das Cineplex in Neckarsulm wollte auf echo24.de-Anfrage keine Auskunft darüber geben, wie hart die Energiekrise das Unternehmen trifft, welche Energiesparmaßnahmen getroffen werden oder mit welchen Konsequenzen Kunden möglicherweise rechnen müssen. Auch vom Cinemaxx hat echo24.de keine Antwort bekommen.

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