Probefahrt im Elektroauto

Krasse Beschleunigung, seltsames Bremsen: So ungewohnt fährt sich das Elektroauto

Der Hyundai eKona der Kreisverkehrswacht Heilbronn.
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Bei der Kreisverkehrswacht Heilbronn kommen zwei Hyundai eKona zum Einsatz.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Elektroautos werden in Deutschland immer beliebter. echo24.de hat die Chance genutzt und ist zusammen mit der Kreisverkehrswacht Heilbronn auf Probefahrt gegangen. Das könnt ihr bald auch!

Die Zukunft der Mobilität in Deutschland ist elektrisch. Entsprechend setzten auch immer mehr Hersteller auf die emissionsfreie Antriebstechnologie. Daimler möchte bereits 2030 keine Autos mehr mit Benzin oder Dieselmotoren anbieten und auch Audi arbeitet an einem Ausstiegsplan.

Doch schon jetzt setzt Audi voll auf Elektro und bringt zahlreiche Elektroautos auf den Markt. Auch bei Mercedes gilt in diesem Jahr „Electic First“! Mit dem EQA haben die Stuttgarter ihre Elektro-Offensive bereits eingeläutet. Doch wie fährt sich eigentlich so ein Elektroauto?

Elektroauto: Kreisverkehrswacht Heilbronn bietet Probefahrten an

Diese Frage hat sich auch echo24.de gestellt - und es deswegen bei der Kreisverkehrswacht Heilbronn einfach mal ausprobiert! Zusammen mit der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg und EnBW hat das Verkehrsministerium Baden-Württemberg ein Programm gestartet, das eben genau das ermöglicht. Sobald die Corona-Situation es zulässt!

Den ersten Unterschied zum klassischen Verbrennungsmotor bemerkt man beim Elektroauto direkt beim Einsteigen. Es gibt keine klassische Handschaltung mehr. Stattdessen wählt man zwischen vier Stufen für Fahren, Parken sowie für den Rückwärtsgang und Neutral. Entsprechend gibt es wie bei einer Automatik auch nur noch zwei Pedale zum Gasgeben oder Bremsen.

Probefahrt im Elektroauto: Kreisverkehrswacht Heilbronn setzt auf Hyundai

Ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen Elektroauto und Benziner ist die Rekuperation, das heißt die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. Die beiden Hyundai eKona der Kreisverkehrswacht Heilbronn haben dafür zwei Hebel, über die man die verschiedenen Modi auswählt.

Je nach Modus wird mehr oder eben weniger Energie zurückgewonnen, das verlangsamt das Elektroauto unterschiedlich schnell. „Sie brauchen im Prinzip kaum noch bremsen“, sagt der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Heilbronn, Harald Lepple, der zusammen mit Bianca Mann als Moderator der Probefahrten dient. Zusätzlich steht auch Hans Löffler als Co-Moderator parat.

Probefahrt im Elektroauto: Rekuperation statt Bremse

Und in der Tat, je länger die Probefahrt dauert, desto seltener erwischt man sich beim Bremsen. Auch dank der zahlreichen Hinweise von Lepple. Zudem unterscheidet sich das Fahrgefühl bei einem Elektroauto deutlich vom Verbrenner und das liegt nicht nur an der Geräuschkulisse.

Die Moderatoren der Kreisverkehrswacht Heilbronn Bianca Mann, Hans Löffler und Harald Lepple (von links nach rechts).

Das Elektroauto fühlt sich im direkten Vergleich deutlich entspannter und wesentlich sportlicher an. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass das Elektroauto deutlich schneller beschleunigt als ein Verbrenner. Entsprechend verändert sich auch der eigene Fahrstil, der neben weiteren Faktoren wie der Rekuperation oder dem Wetter auch entscheidend für die Reichweite ist.

Probefahrt im Elektroauto: Stärke liegt in der Stadt

Wie sehr die Reichweite durch die unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird, zeigt Lepple an einem einfachen Beispiel: Er schaltet die Klimaanlage aus und sofort springt die Reichweite deutlich nach oben. Und genauso schnell sinkt sie auch wieder. Dennoch zeigt sich während dieser Probefahrt auch die größte Stärke der Elektroautos: der Verbrauch in der Stadt.

Während normale Verbrenner hier deutlich mehr verbrauchen als auf der Autobahn, fühlt sich das Elektroauto hier am wohlsten. Mit dem richtigen Fahrmodus lässt sich die Reichweite zudem zusätzlich ausweiten. Grundsätzlich soll der eKona laut Lepple 440 Kilometer schaffen. Während der knapp dreißigminütigen Probefahrt rund um Heilbronn sinkt die Reichweite des eKona - trotz seiner 204 Pferdestärken - grade einmal um rund 20 Kilometer. Das freut sowohl Lepple als auch die Umwelt - und natürlich den Redakteur am Steuer.

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