Tatjana B. und Veli T. akzeptieren das Urteil anstandslos

Überfälle vor K3: Drogenpaar muss in den Knast!

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Veli T. aus Zaberfeld muss für zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.
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Keine Bewährung! Die Gefahr, dass die beiden genauso weitermachen, ist viel zu groß.

Am Boden waren Tatjana B. und Veli T. schon vor dem Prozess. "Man muss sich mal vor Augen führen, wie weit unten man sein muss, um sowas zu tun", erklärt die Vorsitzende Richterin heute bei der Urteilsverkündung gegen das Drogenpärchen. Am Donnerstag, 13. Oktober 2016, lungerten der 36-Jährige und die 29-Jährige vor dem Einkaufszentrum K3 in der Heilbronner Innenstadt herum.

Beide standen unter Alkohol und synthetischen Drogen, waren völlig pleite, hatten Hunger. Und dann gingen sie auf Schulkinder los, bedrohten sie, verlangten Geld, Wertgegenstände und Tabletten von ihnen. Und das am helllichten Tag. Die Richterin: "Das ist besonders verwerflich, weil Kinder zu schwach sind, um gegen einen aggressiven Erwachsenen anzukommen." Dazu ist es auch noch wenig zielführend, Kinder zu überfallen: Große Gewinne sind da kaum zu erwarten.

Wegen versuchten Raubes in Tateinheit mit Körperverletzung wurde der Zaberfelder zu zwei Jahren und zehn Monaten Haftstrafe verurteilt. Seine Freundin B. kommt glimpflicher davon: Wegen versuchter räuberischer Erpressung in Tateinheit mit Körperverletzung muss sie für ein Jahr und zehn Monate hinter Gittern. Beide haben die Kosten des Verfahrens zu tragen.

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Bewährungsstrafen waren bei dem seit Jahren drogenabhängigen Pärchen nicht drin. Schließlich haben beide massive Vorstrafen, sind schon vielfach wegen Drogenhandels, Diebstahls und Schwarzfahrens aufgefallen. Zudem steht Veli T. bereits unter Bewährung - und er hat sie durch seine neuerlichen Taten gebrochen.

Bei der Urteilsbegründung erklärt die Richterin am vierten Prozesstag: "Man muss befürchten, dass es gerade so mit Ihnen weitergeht, wenn Sie hier als freie Menschen herausmarschieren." Und das würde bedeuten: Drogen, Alkohol, Zeit totschlagen, Bedrohung, Aggression.

Zugunsten der Angeklagten legte das Gericht aus, dass die beiden nur ein geringes Maß an Gewalt anwandten. Zudem waren sie aufgrund des Drogeneinflusses nicht vollständig Herren ihrer Sinne. Die Kinder haben die Vorfälle zudem mittlerweile gut verkraftet, auch weil sich T. vor Gericht bei den Schülern entschuldigt hat.

Beide haben nun vor, im Knast einen Drogenentzug zu machen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen MUSS es diesmal endlich klappen. Denn ohne Betreuung werden T. und B. mit ziemlicher Sicherheit wieder im Drogenelend versumpfen. Die Richterin: "Sie müssen erkennen: Wenn Sie Ihr Leben in den Griff bekommen wollen, müssen Sie jetzt Ihre Therapie auch wirklich durchziehen. Und genau das ist Ihnen auch wirklich zu wünschen."

T. und B. akzeptieren das Urteil anstandslos. Und damit ist es rechtskräftig.

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