"Sie wollen uns kaputt machen"

HIER tobt in Heilbronn der Döner-Krieg

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In der Innenstadt sind die Gemüter erhitzt.
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Erst "Pizza-Kebap House", dann "Divan 2": Jetzt hat die dritte Dönerbude aufgemacht - im Umkreis von 30 Metern (!).

Seit Tagen geht das Gerücht in Heilbronn rum, in der Innenstadt tobe ein Döner-Krieg. Der Grund dafür ist gut sichtbar: Wer vom K3 aus in Richtung Kiliansplatz läuft, findet auf dem Weg gleich DREI Dönerbuden - im Umkreis von nur 30 Metern (!).

Gegenüber der Nikolaikirche befindet sich seit 1999 das "Pizza-Kebap House", gute zwanzig Meter weiter hat vor mehr als sechs Jahren das "Divan 2" aufgemacht. Vor zwei Tagen dann die Überraschung: Direkt gegenüber bietet jetzt die dritte Dönerbude, das "Döner Eck", ihre Fleischspieße an. Das Gerücht eines Kleinkrieges hält sich hartnäckig. Aber was ist dran?

Mehmet Samaras vom "Divan 2" ist stinksauer. "Das ist eine Katastrophe für uns." Für ihn ist der Fall klar: "Sie wollen uns kaputtmachen. Sie möchten meine Insolvenz." Gemeint sind das "Pizza-Kebap House" und das neue "Döner Eck". Denn die haben laut Seyfettin den gleichen Inhaber. "Vorher hatten sie dort eine Bäckerei drin, um jetzt Monate später einen Imbiss draus zu machen."

Laut Samaras nutze der Inhaber jetzt die Genehmigungen der Bäckerei. "Ich habe mit dem Baurechtsamt telefoniert. Sie dürfen insgesamt nur zwölf Sitzplätze anbieten. Aber man sieht ja, dass sie draußen Platz für 20 und innen auch nochmal acht Tische haben. Außerdem versperren sie den Fußweg an der Ecke Sülmerstraße und Schellengasse."

Samaras erklärt weiter: "Das Schlimme ist, dass sie nicht einmal Toiletten haben. Ihre Kunden kommen zu mir, um aufs Klo zu gehen." Außerdem habe er schon beobachtet, dass sich Bekannte des Betreibers vor die Dönerbude sitzen, um zu zeigen, dass der Laden voll ist. "Dann gehen sie weiter und setzen sich in den Laden nebendran. Das ist pure Absicht." Der Streit scheint sich zuzuspitzen. Das "Divan 2" bietet seine Fleischspieße für nur zwei Euro an. Die Reaktion darauf: Das "Döner Eck" geht für seinen Döner sogar auf 1,99 Euro runter.

Wie oft esst ihr Döner?

Doch der Krieg geht über die Sülmer City hinaus. Mittlerweile wurden auch die anderen Döner-Imbiss-Besitzer in Heilbronn auf den Streit und die Preissenkung aufmerksam. Samaras: "Sie sind schon auf mich zugekommen und haben sich beschwert, warum wir das Essen so günstig anbieten. Sie wollen da nicht mitziehen, gleichzeitig müssen sie das aber als Konkurrenz."

Samaras selbst ist auch unzufrieden mit seinem Angebot: "Wir arbeiten gerade umsonst. Das Geld, was wir einnehmen, geht für die Miete und unsere Mitarbeiter drauf. Eigentlich müssten wir unseren Döner für vier Euro anbieten, um daran zu verdienen. Aber was sollen wir machen?"

Schwere Vorwürfe gegen das "Pizza-Kebap House". Die Mitarbeiter weisen die Anschuldigungen jedoch zurück. Ihnen sei nichts bekannt. "Wir haben mit der Sache nichts zu tun", heißt es. Den Inhaber des "Döner Ecks" kennen sie zwar, weiter gebe es aber keine Verbindung. Die Ehefrau des Chefs vom "Pizza-Kebap House", Suzan Bilgic, erklärt: "Uns ist die Kundschaft und die Qualität wichtig. Unsere Preise bleiben nach wie vor gleich. Wir machen unser Geschäft und fertig. Alles andere ist uns egal."

Und was sagt der Inhaber des "Döner Ecks", der den Döner-Krieg neu entfacht hat? Nix! Gegenüber echo24.de wollten sich die Mitarbeiter nicht äußern. Wie weit geht der Krieg also noch? Werden die Preise ins Bodenlose sinken? Eines ist jedenfalls klar: Die Situation ist angespannt. Samaras: "Wir haben schon eine Immobilie verkaufen müssen. Wir kämpfen Tag und Nacht ums Überleben."

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