Volkswagen fordert Schadensersatz

Wegen Dieselskandal: Ex-Audi-Chef reagiert auf Volkswagen-Forderung

Rupert Stadler
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Rupert Stadler hat auf die Forderungen von Volkswagen reagiert.
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Wegen des Dieselskandals wirft Volkswagen mehreren Ex-Managern Pflichtverletzung vor und stellt eine Mega-Forderung. Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler hat sich dazu geäußert.

Das Jahr 2015 würde man bei Volkswagen und Audi wohl nur allzu gerne vergessen. Immerhin waren der Wolfsburger Automobilkonzern und seine Premium-Tochter der Auslöser des Dieselskandals, der auch andere Autohersteller in Erklärungsnöte brachte.

Aufgedeckt wurde der Dieselskandal durch die US-Behörden, die Volkswagen vorwarfen, mithilfe einer Software die Abgaswerte der Dieselfahrzeuge manipuliert zu haben. Neben einem gewaltigen Imageschaden traf der Dieselskandal Volkswagen und Audi auch finanziell hart. Bis heute gibt es immer wieder Gerichtsurteile, wegen derer Volkswagen und Audi Schadensersatz zahlen müssen. Jüngst entschied ein Gericht sogar, dass Audi auch für Volkswagen-Motoren haftbar ist und widersprach damit teilweise einem Urteil des Bundesgerichtshofs.

Dieselskandal: Volkswagen fordert Schadensersatz – Stadler auch betroffen

Doch auch intern läuft die Aufarbeitung des Dieselskandals weiterhin auf Hochtouren. So verlangt Volkswagen von seinem Ex-Chef Martin Winterkorn Schadensersatz in Milliardenhöhe. Doch nicht nur der 73-Jährige sieht sich mit Schadensersatz-Forderungen des Wolfsburger Automobilkonzerns konfrontiert, auch mehrere ehemalige Audi-Manager sollen zahlen.

Darunter auch der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler, der sich wegen des Dieselskandals derzeit in München vor Gericht verantworten muss. Wie hoch die Summe ist, die Volkswagen von dem 58-Jährigen fordert, ist nicht bekannt. Der Vorwurf gegen den Ex-Audi-Chef ist jedoch der gleiche wie gegen Winterkorn: Verletzung der aktienrechtlichen Sorgfaltspflicht.

Dieselskandal: Volkswagen fordert Schadensersatz – Ex-Audi-Boss Stadler reagiert

Über seinen Anwalt Thilo Pfordte hat sich der Ex-Audi-Boss in der Augsburger Allgemeinen erstmals öffentlich zu den Schadensersatz-Ansprüchen von Volkswagen geäußert. „Wie Herr Stadler bereits in seiner Einlassung vor Gericht dargelegt hat, weist er den gegen ihn erhobenen Vorwurf entschieden zurück und ist überzeugt, korrekt gehandelt zu haben“, erklärte Pfordte.

Dennoch verstehe Stadler, dass der Volkswagen-Aufsichtsrat aktienrechtlich dazu verpflichtet sei, entsprechende Ansprüche zu prüfen und geltenden zu machen. Der Anwalt des 58-Jährigen betont aber auch: „Nach dieser umfangreichen, unabhängigen Prüfung wird ihm nicht vorgeworfen, vorsätzlich gehandelt zu haben.“ Das wiederum wirft Volkswagen Winterkorn vor.

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