Unauffällig und gut gesichert

Darum ist dieses Heilbronner Gebäude streng gesichert

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Der Wasserspeicher ist gut gesichert.
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Ohne diese Anlage ginge nicht viel - und trotzdem kennen die meisten sie nicht. echo24.de hat für euch einen Blick ins Innere gewagt.

Es ist ein unauffälliges, weißes Gebäude, das oberhalb der Weinberge direkt am Waldrand des Heilbronner Stadtwalds liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spaziergänger daran vorbeiläuft, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ist groß. Und das ist auch so gewollt! Denn hinter den Mauern des Wasserbehälters Ochsenberg auf der Ludwigschanze fließt Heilbronns Trinkwasser zu unzähligen Haushalten unten im Tal.

Gut gesichert

Darum ist der Zugang zum Wasserbehälter dementsprechend gesichert - hier kommt niemand so leicht hinein. Marcel Rothenburger, Ingenieur für Anlagentechnik bei der Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG), muss zuerst seinen Schlüsselbund herausholen, um die schwere Eingangstüre mithilfe mehrerer Schlüssel aufschließen zu können. "Wie genau die Anlage gesichert ist, darf ich aus sicherheitstechnischen Gründen natürlich nicht im Detail verraten, aber sie ist sehr gut geschützt", erklärt Rothenburger.

Marcel Rothenburger sorgt dafür, dass der Wasserspeicher problemlos arbeitet.

Innerhalb des Gebäudes ist es vor allem kalt. Und laut. Rothenburger: "Das liegt daran, dass bis zu 650 Kubikmeter Wasser pro Stunde durch die Leitung fließen. Das Wasser hat aber nur 7 Grad, deshalb ist es hier immer sehr kühl." Bereits seit 1953 existiert der Wasserbehälter an der Ludwigschanze und sorgt dafür, dass Heilbronn rund um die Uhr mit frischem Wasser versorgt wird. Dafür stehen heute zwei Wasserkammern mit 1300 und 1700 Kubikmetern Fassungsvermögen zur Verfügung. Im Vergleich: Eine durchschnittliche Badewanne fasst rund 150 Liter, was umgerechnet 0,15 Kubikmetern entspricht.

Versorgungsgebiet

Die Bedeutung der Anlage wird klar, wenn man sich veranschaulicht, welche Stadtgebiete von ihrer Versorgung abhängig sind. Rothenburger: "Der Wasserbehälter Ochsenberg ist einer von zwei Übergabestellen der Bodenseewasserversorgung. Von dort aus wird das Trinkwasser in den Wasserbehälter Wartberg Hochdruck, der wiederum das Pumpwerk Salzstraße versorgt, und zum Pumpwerk Süd am Wertwiesenpark gefördert. Insgesamt wird der gesamte östliche Teil von Heilbronn ab der Neckargrenze mit dem Trinkwasser vom Hochbehälter Ochsenberg versorgt."

Für den Fall der Fälle steht der HVG neben dem Hauptrohr noch ein Ersatzrohr zur Wasserversorgung zur Verfügung.

Deshalb kontrolliert die HVG häufig den Zustand des Wasserbehälters. "So eine Anlage braucht natürlich auch eine gute Wartung, hier steckt schließlich viel Technik drin. Monteure überprüfen alles regelmäßig und mindestens einmal im Jahr schauen wir nach dem Zustand der Wasserkammern. Dafür müssen wir dann den Zulauf stoppen und das Wasser ablaufen lassen, damit jemand die Kammern begehen kann", sagt der Ingenieur. Und was passiert, wenn die Technik einmal ausfällt – sitzt Heilbronn dann auf dem Trockenen? Rothenburger: "Die Anlage wird zwar per Computer gesteuert, aber im Notfall kann man auch alles von Hand bedienen."

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