Vom Erfolg ihres Startups sind die Gründer selbst überrascht

Dachzelte: Deshalb will jeder eins haben

Immer deine Wunsch-Aussicht und weniger Kosten als beim Campen: Urlaub mit dem Dachzelt erleben!
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Immer deine Wunsch-Aussicht und weniger Kosten als beim Campen: Urlaub mit dem Dachzelt erleben!
  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Mieten oder kaufen: Michael Eidam und Holger Morlok sind vom Erfolg ihres Startups überwältigt. Der aktuelle Bestseller ist ein Hardcover-Dachzelt von GearRock.

Es sollte ein Nebenerwerb werden. Vier, fünf Dachzelte kauafen und vermieten, schließlich haben Holger Morlok aus Neckarwestheim und Michael Eidam aus Schwaigern andere Unternehmen, mit denen sie vollauf beschäftigt sind.

Morlok erinnert sich: „Wir hatten den Showroom noch nicht fertig, da hatten wir schon das erste Zelt verkauft.“ Das war drei Tage nach der Gründung ihres Camplorer-Startups am 1. Oktober des vergangenen Jahres. Und seitdem geht es nur noch steil aufwärts. Eidam und seine Frau sind begeisterte Offroadfahrer – und der 41-Jährige suchte zum Übernachten ein Dachzelt. „Aber in der Region gab es nur komplizierte Anbieter, also fragte ich Holger, was er von Dachzelten hält.“ Das war vergangenen Sommer. Bei beiden ist es wegen Corona ruhiger, also besuchen sie eine Messe an der Grenze zu Holland.

Eidam: „Der Hersteller war entsetzt,dass ich in meinem Leben vielleicht vier Mal campen war.“ Sie kaufen zwei Zelte zum Testen, sind überzeugt. Die Ehefrauen geben ihr Okay, in Neckarwestheim wird eine Firma gegründet. Es soll nichts Großes werden, die Prozesse sollen so schlank wie möglich sein. Gerade ist der Showroom fertig, da kommt der Lockdown. Campingplätze sind lange geschlossen. Morlok: „Vermietungen waren nicht möglich, aber die Leute wollten kaufen.“

Als der Hersteller dann auch noch ein neues Hartschalenmodell ankündigt, werden 20 bestellt. „Wir dachten, das reicht uns ein Jahr lang und das finanzielle Risiko war überschaubar.“ Ein Partner hilft bei der Finanzierung. Auch bei den nächsten 16, denn die Dinger gehen weg wie warme Semmeln. „Es hat Monate gedauert, bis wir mal welche auf Lager hatten.“ Im August startet die Vermietung mit 25 Dachzelten. Eidam: „Im Sommer wurde es ein Haupterwerb. Gefühlt habe ich ständig Dachzelte montiert und wieder runtergerissen.“ Denn das gehört zum Service dazu. Den Einzugskreis ihrer Kunden hatten sie völlig unterschätzt. Berliner holen sich auf dem Weg nach Süden in Heilbronn ihr Zelt genauso ab wie Liechtensteiner in der Gegenrichtung. Jetzt ist die Hauptsaison vorbei. Und Morlok wagt einen Ausblick: „Es ist die große Frage, wo es nach Corona hingeht, wenn auch unsere anderen Firmen wieder normal laufen.“ Es wird wohl auf Mitarbeiter hinauslaufen.

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