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Nach Cyberangriff auf Stimme Mediengruppe: Ransomware-Attacke verschlüsselte Daten

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Die Heilbronner Stimme wurde Opfer eines Cyberangriffs.
Die Heilbronner Stimme wurde Opfer eines Cyberangriffs. © Heilbronner Stimme

Nach einem Cyberangriff auf die Stimme Mediengruppe ist mittlerweile mehr über den Ablauf bekannt. Die hauseigene IT überwacht das Darknet nach möglichen Datenleaks.

Update vom 19. Oktober: Am Freitag, 14. Oktober, legte ein Cyberangriff auf die Stimme Mediengruppe die Systeme der Heilbronner Stimme, des echos sowie von Regio Mail und dem Stimme Pressedruck weitgehend lahm. Bereits am Dienstag konnte die Tageszeitung wieder gedruckt erscheinen und auch das echo am Mittwoch konnten Leser im Verteilungsgebiet wie gewohnt in ihrem Briefkasten finden. Ebenso wurden die Brettener Woche und die Heilbronner Stadtzeitung produziert.

Zum aktuellen Zeitpunkt geht die Stimme Mediengruppe davon aus, dass es sich bei dem Cyberangriff um eine Ransomware-Attacke gehandelt hat, die „einen Großteil der lokalen Daten verschlüsselte“. Das berichtet stimme.de. Die gute Nachricht: weder Geschäftsdaten noch personenbezogene Kundendaten scheinen abgeflossen zu sein.

Was ist eine Ransomware-Attacke?

Eine Ransomware ist eine Schadsoftware. Mit dieser Schadsoftware kann bei Cyberattacken der Zugriff auf Daten und deren Nutzen blockiert werden.

Nach Cyberattacke auf die Stimme Mediengruppe: IT arbeitet an Neuaufsetzung aller Systeme

Wie stimme.de weiter schreibt, beruhen diese Informationen auf forensischen Erkenntnissen und Kommunikation mit den Angreifern. „Unabhängig dieser Vermutung überwacht die IT der Stimme Mediengruppe weiterhin das Darknet auf mögliche Datenleaks“, um das Unternehmen bestmöglich zu schützen.

Nach dem Cyberangriff auf die Stimme Mediengruppe konnte bereits eine parallele Netzwerkinfrastruktur aufgebaut werden. Zusätzlich wird aktuell an einer Neuaufsetzung aller Systeme in einer sicheren Netzinfrastruktur begonnen.

Nach Cyberangriff auf Stimme Mediengruppe: Zeitung erscheint am Dienstag wieder gedruckt

Update vom 18. Oktober: Nach einem Cyberangriff auf die Heilbronner Stimme am Freitag, 14. Oktober, waren die Systeme weitgehend lahmgelegt – auch weitere Unternehmen der Stimme Mediengruppe wie das echo, Regio Mail und der Stimme Pressedruck waren betroffen. Am Montagnachmittag konnte die IT der Mediengruppe jedoch zusammen mit externen Cyber-Experten die „Vorbereitungen für das Drucken der Tageszeitung“ wieder möglich machen, wie stimme.de berichtet.

Mit Erfolg! Am Dienstagmorgen konnten Leser der Heilbronner Stimme wieder eine gedruckte Zeitung in ihrem Briefkasten vorfinden. Jedoch mit einer Einschränkung: Aus technischen Gründen wurde eine Gesamtausgabe der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme produziert.

Zusätzlich wurde eine E-Paper-Version der Dienstagsausgabe erstellt, die für jeden frei zugänglich ist. Auch am Erscheinen des „echo am Mittwoch“ wird mit Hochdruck gearbeitet. Im Internet berichten stimme.de und echo24.de weiterhin aktuell über alle Geschehnisse des Tages. Bei stimme.de ist die Bezahlschranke abgeschaltet.

Nach Cyberangriff auf Stimme Mediengruppe: ePaper für Montag, Zeitung am Dienstag?

Erstmeldung vom 15. Oktober: Wegen eines Cyberangriffs sind die Systeme der Heilbronner Stimme sowie weiterer Unternehmen der Stimme Mediengruppe, darunter das echo, Regio Mail und der Stimme Pressedruck, seit dem Freitagmorgen weitgehend lahmgelegt. Das Polizeipräsidium Heilbronn ermittelt. Innenminister Strobl bot die Unterstützung durch Cyber-Experten des Landes Baden-Württemberg an. Für den Samstag gibt es eine sechsseitige Not-Ausgabe der Zeitung sowie das entsprechende E-Paper hier kostenlos. Für die Zeitung geplante Traueranzeigen können auf dem Trauerportal der Mediengruppe eingesehen werden.

Hoffnung auf Zeitung am Montag

Aktuell wird versucht, ein 24-seitiges ePaper zu produzieren, das am Montag frei zugänglich sein soll, sagte Chefredakteur Uwe Ralf Heer am Sonntag. Gelinge das, könne am Montag voraussichtlich auch wieder eine gedruckte Ausgabe für den Dienstag vorbereitet werden.

Die Mediengruppe war in der Nacht zum Freitag Opfer einer Cyberattacke. Dabei seien Computersysteme verschlüsselt worden. In einer am Samstag erschienenen Notausgabe hieß es, es liege ein Bekennerschreiben vor, was auf einen Erpressungsversuch hindeute. Es handle sich mutmaßlich um eine bekannte Cyber-Tätergruppe. Eine konkrete Lösegeldforderung sei bis Samstagmittag nicht eingegangen, sagte Heer. Die Polizei ermittle.

Bekennerschreiben vorhanden

In der Nacht auf Freitag kam es zu dem weitreichenden Systemausfall, der nahezu alle Produktionsbereiche betrifft. Ein Bekennerschreiben macht deutlich, dass es sich um einen Erpressungsversuch handelt Seit den Morgenstunden ist die Mediengruppe nicht mehr erreichbar - weder telefonisch noch per Mail. Alle Systeme sind bis auf Weiteres blockiert, darunter das Anzeigensystem, Redaktionssystem, Vertriebssystem und weitere Bereiche. Auch der SWR berichtete über den Vorfall.

Cyber-Experten untersuchen die Vorgänge

Ein Krisenstab wurde eingerichtet, Cyber-Experten untersuchen die Vorgänge. Die Polizei und auch das Innenministerium sind an der Untersuchung beteiligt. Alle Daten, die für die Produktion nötig sind, stehen nicht mehr zur Verfügung. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um eine bekannte Cyber-Tätergruppe. Offensichtlich hat diese diesen Anschlag seit Wochen vorbereitet. Eine Lösegeldforderung ist nicht eingegangen. Normalerweise bieten die Täter damit an, die Schwierigkeiten wieder zu beheben. In ähnlichen Fällen wurden Verlage mit bis zu siebenstelligen Summen erpresst.

Nahezu alle Mitarbeiter versuchten von daheim aus mit privaten Geräten zu arbeiten. Dazu müssen neue Mailadressen vergeben und neue Abläufe eingerichtet werden, da sämtliche Kommunikationskanäle unterbrochen sind. Nur im Internet auf stimme.de wird weiterhin aktuell berichtet. Die Bezahlschranke ist vorerst ausgesetzt.

Das E-Paper war dagegen ebenfalls von der Attacke betroffen und kann nicht gelesen werden. Auch die Printproduktion der echo-Wochenendausgabe konnte nicht hergestellt werden. „Dennoch versuchen wir, die Prospektbeilagen zu verteilen“, verspricht echo-Geschäftsführer Carsten Lohmüller. Das Internet-Angebot echo24 läuft dagegen planmäßig weiter. In zahlreichen Interviews beim SWR, bei dpa und Radio Ton erklärte Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer die aktuelle Situation.

Die reguläre Zeitungsproduktion ist bis auf Weiteres nicht möglich

Am Freitagnachmittag arbeitete ein Notfallteam beim Stimme-Tochterunternehmen Brettener Woche in Bretten an einer sechsseitigen Notfallausgabe. Diese wird in Karlsruhe gedruckt und am Samstag an alle Haushalte im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im Hohenlohekreis verteilt. Auch die Verteilung der Fremdzeitungen - wie Süddeutsche Zeitung oder Stuttgarter Zeitung - ist betroffen. Diese werden nicht ausgeliefert. Die Geschäftsstellen bleiben als Anlaufstellen für Kunden geöffnet.

„Wir tun derzeit alles, um schnellstmöglich wieder in gewohnter Qualität eine Zeitung produzieren und ausliefern zu können. Alle Kunden erreichen unsere Service Nummer wie gewohnt unter 07131 615-615“, so Geschäftsführer Marc Becker.

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