Sommerurlaub 2020

Corona-Krise lässt Urlaub ins Wasser fallen - Betroffene haben Rechte

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Muss eine Urlaubsreise 2020 wegen des Coronavirus  ausfallen, können sich Betroffene auf EU-Recht berufen. Trotzdem werden viele Urlauber mit Reise-Gutscheinen abgespeist.

  • Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind viele Urlaubsreisen bereits abgesagt.
  • Trotz Covid-19 ist es weiterhin möglich, einen Urlaub zu buchen - auch in Reisebüros in Heilbronn.
  • Bei der Urlaubsplanung 2020 gibt es aber einiges zu beachten, echo24.de spricht mit einem Experten.
  • Muss eine Reise wegen des Coronavirus ausfallen, können sich Urlauber auf geltendes EU-Recht berufen.

Coronavirus/Heilbronn: Corona-Krise lässt den Urlaub platzen - trotzdem gilt EU-Recht

Update vom 22. April: Die Urlaubsplanung für das Jahr 2020 ist weiterhin eine schwierige Angelegenheit. Grund: Die Coronavirus-Pandemie und die baden-württembergischen Grenzschließungen gestalten die Buchung für das Highlight des Jahres weiterhin schwierig. Eines der ärgerlichsten Probleme ist, wenn Betroffenen die bereits bezahlte Reise abgesagt wird. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass jeder Reisende in Europa durch die europäischen Gesetze für Pauschalreisen und Flugtickets abgesichert ist.

Und die Gesetzeslage ist eigentlich eindeutig. Denn grundsätzlich gilt: Der Preis für eine Pauschalreise muss innerhalb von 14 Tagen nach Absage einer Reise zurückerstattet werden. Passiert das nicht, sollte der Betroffene den Reiseveranstalter abmahnen und selbst eine Frist setzen, erklärt Verbraucherschützer Oliver Buttler im SWR Fernsehen.

Coronavirus/Heilbronn: Geplatzte Flugreise 2020? Auch hier greifen EU-Rechte

Ähnlich gestalten sich die EU-Rechte bei abgesagten Flügen durch die jeweilige Airline. Auch hier muss der Ticket-Preis (inklusive Zusatzkosten) zurück erstattet werden - und zwar innerhalb von sieben Tagen. Auch hier empfiehlt sich Mahnung und Fristsetzung, wenn das Geld auf sich warten lässt. Leider ist es in der Coronavirus-Zeit die harte Realität, dass Gelder nicht mehr zurückkommen und Betroffene mit Gutscheinen abgespeist werden.

Ein bekanntes Bild in der Coronavirus-Zeit: Flugzeuge, die am Boden bleiben. Urlauber sind hier aber durch EU-Recht finanziell abgesichert!

Grund für dieses Verhalten sind Pläne der Bundesregierung, Gutscheine als gesetzliche Ersatzleistung für Reisen zuzulassen. Darauf berufen sich oft auch die Reiseveranstalter. Das Problem an dieser Argumentation ist allerdings, dass dieser Vorstoß aus Deutschland gegen die eben beschriebenen EU-Regeln verstößt.

Coronavirus/Heilbronn: Gutschein-Regelung verstößt gegen geltendes EU-Recht 

Das EU-Recht müsste also erst geändert werden, damit eine solche Gutschein-Regelung rechtskräftig wäre. Das Problem: Aktuell ist noch nicht ganz klar, wann in der EU über diesen Vorschlag entschieden wird. Insofern ist es kritisch zu betrachten, dass Reiseveranstalter sich auf einen Vorschlag berufen, der nicht unbedingt in dieser Form zu EU-Recht werden muss. Verbraucher sollten deshalb wachsam bleiben und sich schon vor einer Reise über solche Entwicklungen informieren. Im Zweifel durch eine schriftliche Zusicherung durch den Reiseveranstalter.

Coronavirus: Urlaubsplanung 2020 - trotz Corona eine Reise buchen?

Ursprünglicher Text vom 17. April: Die Temperaturen in Baden-Württemberg steigen und die Natur zeigt sich langsam wieder von ihrer schönsten Seite. Wäre da nur nicht die Coronavirus-Pandemie, die vielen Familien einen Strich durch die Urlaubsplanung macht. Hintergrund: Aktuell ist noch nicht ganz klar, inwiefern die Reisebeschränkungen noch gelten werden. Das führt bei Kunden und Reiseveranstaltern gleichermaßen zu großer Verunsicherung. Trotzdem können alle weiterhin Urlaubsreisen buchen. Es gibt in Sachen Urlaub 2020 allerdings ein paar Dinge zu beachten, besonders dann, wenn der Urlaub schon gebucht ist und im Frühjahr 2020 starten soll.

Frank Schmitz vom Reisebüro Travelpoint in Heilbronn erklärt: "Viele Reisen im April sind von den Veranstaltern - wegen des Coronavirus - bereits abgesagt. Und auch im Mai erwarten wir, dass einige Reisen nicht wie geplant stattfinden werden." In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Betroffene die Urlaubsreise nicht selbst stornieren. Ausnahme: Es liegen private oder persönliche Gründe vor, die das Reisen unmöglich machen.

Coronavirus: Urlaub bereits gebucht? Das gilt es, zu beachten

Und die Angst vor einer möglichen Coronavirus-Infektion ist - rein rechtlich - kein Grund, um die Reise nicht antreten zu können. Daher gilt: Erstmal ruhig bleiben und warten, bis der Reiseveranstalter seinerseits die Reise storniert. "Ist das der Fall, haben Kunden ein Recht darauf, den Reisepreis zurückerstattet zu bekommen", erklärt der Heilbronner Reise-Experte Schmitz im echo24.de-Gespräch. Der Kunde ist auch nicht verpflichtet, einen Gutschein in Höhe des Reisepreises als Entschädigung anzunehmen. Oft versuchen Reiseveranstalter aber, auf diese Gutschein-Alternative auszuweichen.

Abgesperrte Strände und menschenleere Straßen, wie hier in Spanien, zeigen das dramatische Ausmaß der Coronavirus-Pandemie. 

Im Reisebüro von Frank Schmitzin Heilbronn werden betroffene Urlauber über beide Möglichkeiten informiert. Schmitz: "Wir sind der Vermittler zwischen den Kunden und ihrem jeweiligen Reiseunternehmen." Und so ist es auch in der Coronavirus-Zeit durchaus möglich, eine Urlaubsreise für das Jahr 2020 im Travelpoint-Reisebüro zu buchen. 

Urlaub während der Corona-Zeit buchen: Heilbronner Reise-Experte klärt auf

Schmitz: "Zwar sind wir nicht persönlich für die Kunden da, aber telefonisch oder über unsere Reise-Homepage bieten wir weiterhin alle unsere Leistungen an." Wer allerdings im Herbst eine Urlaubsreise buchen möchte, sollte vorab folgende drei Punkte mit dem Reiseveranstalter abklären:

  • Welche Stornierungsbedingungen gelten, wenn die Reise wegen des Coronavirus nicht stattfinden kann?
  • Wie schnell bekomme ich mein Geld wieder, wenn die Reise ins Wasser fällt?
  • Gibt es die Möglichkeit, die Reise auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben?

Gerade der dritte Punkt ist für viele Familien von großer Bedeutung. Und auch im Reisebüro Travelpoint in Heilbronn haben Kunden bei vielen Urlaubsangeboten diese Möglichkeit. Doch egal, ob Umbuchung oder Gutschein-Alternative - beide Varianten haben einen entscheidenden Haken.

Coronavirus: Vorsicht bei Umbuch-Optionen und Gutschein-Alternativen bei Reisen 2020

Der Grund: Umbuchungen und Gutscheine sind keine sichere Alternative. Denn wenn der Reiseveranstalter bankrott geht, sind Umbuchungen sowie Gutscheine wertlos. Und dass von heute auf morgen große Reiseanbieter insolvent gehen können, zeigen Beispiele wie die überraschende Thomas-Cook-Pleite vor wenigen Wochen, die auch einer Heilbronner Familie einen Mexico-Horror-Urlaub beschert hat.

Der Verbraucherschützer Oliver Buttler appelliert in einem SWR-Beitrag deshalb an alle Urlauber, bei einer Buchung genau hinzuschauen. Buttler: "Im Falle einer Pleite trägt der Kunde durch die Gutscheine das Insolvenzrisiko."Zudem hat jeder - nach geltendem EU-Recht - die Möglichkeit, den Urlaubspreis zurück zu bekommen, wenn der Veranstalter die Reise von sich aus absagen muss.

Coronavirus/Heilbronn: Auch bei Flugtickets gilt das Recht auf Erstattung - auch in der Corona-Krise

Das gleiche gilt übrigens auch bei Flugtickets. Auch hier bringen Gutscheine immer ein gewisses Insolvenzrisiko mit sich. Und gerade die Flugverkehrsbranche verändert sich seit einigen Jahren rasant. Schmitz: "Die Ungewissheit in der Coronavirus-Pandemie ist für alle das Schwierigste." Trotzdem bleiben Schmitz und seine Kollegen in Heilbronn zuversichtlich und hoffen, dass gerade nach einer solchen Krise der Bedarf an Urlaubsreisen wieder zunimmt.

Rubriklistenbild: © dpa

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