Unterricht in Zeiten von Corona

Schule in der Coronavirus-Zeit: Für Schüler und Lehrer eine ganz neue Herausforderung

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Auch in Heilbronn kämpfen die Schulen mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. echo24.de spricht im Interview mit einer Schule, die Vorbild in Sachen digitaler Unterricht ist.

  • Auch in Heilbronn lernen die Schüler - Coronavirus-bedingt - seit Wochen im Homeoffice.
  • Jetzt profitieren vor allem die Schulen in Baden-Württemberg, die vorher schon technisch gut aufgestellt waren.
  • Ein aktuelles Problem sind Schüler und Lehrer, die zur Coronavirus-Risikogruppe zählen.

Heilbronn: Eine ganz neue Art von Unterricht in der Coronavirus-Zeit

Schüler im Homeoffice - das ist seit über vier Wochen die Realität, auch in Heilbronn. Hintergrund sind die Coronavirus-bedingten Schulschließungen in Baden-Württemberg, die Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen vor große Herausforderungen stellt. Das weiß auch Melanie Haußmann, Rektorin der Heinrich-von-Kleist Realschule (HvK) in Heilbronn-Böckingen, nur zu gut. Seit Wochen ist sie im Einsatz und organisiert den Unterricht, der jetzt größtenteils digital stattfindet.

Haußmann: "In der HvK arbeiten wir mit Office 365." Tools wie Microsoft OneNote oder Teams stehen Schülern und Lehrern somit zur Verfügung. Ein Glücksfall in Heilbronn, denn längst nicht alle Schulen in Baden-Württemberg sind technisch so gut ausgerüstet und können von Lernvideos, digitalen Unterrichtsgesprächen und kleinen Lerngruppen profitieren. Haußmann: "Vor Kurzem haben wir auch eine Umfrage gemacht, in der unser Coronavirus-bedingtes Unterrichtskonzept sehr positiv bewertet wurde."

Heilbronn: Digitaler Unterricht in der Coronavirus-Zeit

Und auch für die Jüngsten kommt der Unterricht in der Coronavirus-Zeit nicht zu kurz. Denn wer die digitalen Unterrichtsangebote an der HvK nicht nutzen kann, bekommt sein Arbeitsmaterial per Post angeliefert. Bei Bedarf stellt die Heilbronner Realschule auch Bücher und andere Lernmittel ihren Schülern zur Verfügung.

Für viele ist die neue Lern-Situation ungewohnt. Der Kontakt zur Schule ist für viele daher ein elementarer Bestandteil im "Homeschooling".

Haußmann: "Auch der persönliche Kontakt zu unseren Schülern ist uns sehr wichtig." Videochats oder Klassenlehrer-Telefonate stehen in der HvK deshalb genauso auf der Tagesordnung wie die Vorbereitungen auf den kommenden Unterrichtsbeginn in Baden-Württemberg ab kommenden Montag.

Nach den Sommerferien soll an den Schulen wieder regulär Unterricht in Baden-Württemberg stattfinden. Kultusministerin Susanne Eisenmann hat vorgestellt, wie das Schuljahr 2020/2021 ablaufen soll.

Heilbronn: Schulstart ab 4. Mai - aber was ist mit Lehrern aus der Coronavirus-Risikogruppe?

Dann dürfen erstmals wieder die Abschlussklassen zum Unterricht in die Schule kommen. Eine organisatorische Herausforderung, da Räume umgebaut und Klassen verkleinert werden müssen. Haußmann: "Vor Ort muss beispielsweise der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden. Auch zeitversetzte Pausen und Stundenpläne müssen angepasst werden." Ein weiteres Problem: Nicht jeder Lehrer kann zum Unterricht vor Ort eingesetzt werden, da gerade ältere Lehrkräfte zur Coronavirus-Risikogruppe gehören und deshalb nur eingeschränkt einsetzbar sind.

Haußmann erklärt: "Hier müssen wir entscheiden, welche Lehrer wir weiterhin für den Online-Unterricht einsetzen und welche Kollegen dafür vor Ort präsent sind." Und auch jeder Schüler kann mit seinen Eltern individuell entscheiden, ob er am Montag zum Unterricht geht oder zu Hause bleibt. Denn: Auch Schüler können durch Vorerkrankungen zur Coronavirus-Risikogruppe gehören. Aber für all diejenigen, die am Montag kommen, ist alles vorbereitet. Von den Sitzplätzen bis hin zu sämtlichen Hygienestandards. Auch dank eines Notfallplans, den die Schule im Vorfeld erarbeitet hatte.

Schulstart am 4. Mai: Müssen Schüler einen Mundschutz tragen?

Und nein, ein Mundschutz ist nicht vorgeschrieben - zumindest nicht im Klassenzimmer, denn hier kann der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Aber es ist natürlich nicht verboten, auch in der Schule einen zu tragen. Wer allerdings mit Bus und Bahn zur Schule kommt, muss sich an die allgemeine Maskenpflicht in Baden-Württemberg halten, die seit Montag im ÖPNV und in Geschäften gilt. Und auch wenn eine "engere körperliche Nähe nicht zu vermeiden ist, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (im Schulbetrieb) erforderlich", heißt es in den Hygienehinweisen des Kultusministeriums. 

Fazit: In der HvK kann trotz Coronavirus-Pandemie ein Großteil vom Unterrichtsstoff vermittelt werden. Auch dank der technischen Ausrüstung, die Lernen im Homeoffice einfacher macht. Trotzdem, nicht jede Schule in Baden-Württemberg ist für den Homeoffice-Unterricht gleich gut ausgerüstet. Zwar werden vom Land Hilfsmittel - wie eine digitale Lernplattform - bereitgestellt, die aber setzen trotzdem eine gewisse technische Grundausstattung voraus. Sowohl an Schulen als auch bei den einzelnen Schülerinnen und Schülern daheim. Zwar gibt es seit neustem eine 150-Euro-Förderung vom Bund, die aber aktuell noch nicht beantragt werden kann.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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