Schulbusse bald wieder unterwegs? 

Heilbronner Nahverkehr (HNV) mit Fahrplanänderungen in der Corona-Krise

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Wegen des Coronavirus sind die Schulen geschlossen, weshalb beim Heilbronner Nahverkehr (HNV) keine schulbusse fahren. Aber: Das könnte sich bald ändern.

  • Ausgangsbeschränkungen führen zu einem drastischen Fahrgast-Rückgang beim HNV.
  • Trotz Coronavirus fahren Busse und Stadtbahnen in Heilbronn weiterhin regelmäßig.
  • Schulbusse fahre nicht bis die Schulen wieder schrittweise geöffnet werden.

Heilbronner Nahverkehr (HNV): Fahrplanänderungen in der Corona-Krise!

Update, 17. April: Der Heilbronner Nahverkehr (HNV) hat Anfang April über den dramatischen Fahrgast-Rückgang in der Corona-Krise informiert. Klar, denn schließlich sollen soziale Kontakte aktuell vermieden werden. Auch Schulen und Kindergärten sind geschlossen seit Mitte März, weshalb beim HNV der Schulbus-Verkehr ebenfalls nicht mehr stattfindet. Keine Kinder, keine Busse! 

Nun sollen die Schulen Anfang Mai schrittweise wieder geöffnet werden, was für den Heilbronner Nahverkehr bedeutet: Dann wird der reguläre Schulfahrplan wieder aufgenommen! Bis dahin gilt auch nach dem Ende der Osterferien, dass der Schulbus-Verkehr ausfällt. Im Wortlaut heißt es in einer Mitteilung: "Alle mit "S" (S = Schule) gekennzeichneten Fahrten entfallen, die mit "F" (F = Ferien) gekennzeichnete Fahrten verkehren zusätzlich. Alle übrigen Fahrten (ohne Kennzeichnung) verkehren wie gewohnt." 

Von den Fahrplanänderungen betroffen, sind die Regionalbusse im Landkreis Heilbronn und dem Hohenlohekreis. Auch die Stadtbusse in Neckarsulm und Heilbronn sind betroffen. In Heilbronn entfallen zudem die Linien 5 und 64, genauso wie die Nachtbus-, Ausflugs- und Gießfahrten.

Coronavirus/Heilbronn: Dramatischer Fahrgast-Rückgang führt zu Umsatzeinbußen im HNV - wie geht es jetzt weiter?

Ursprungstext vom 08. April: Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Baden-Württemberg erreicht einen neuen Rekordwert. Aktuell (Stand: 8. April) gibt es 20.635 bestätigte Covid-19-Fälle im Land. Und auch die Zahl der Todesfälle steigt auf erschreckende 464 an. Unlängst haben Bund und Länder Maßnahmen ergriffen und ein Kontaktverbot in Baden-Württemberg erlassen, das erstmal bis zum 19. April gilt. Die Folge: Läden, Schulen, Freizeiteinrichtungen und auch Gastronomie-Betriebe in Heilbronn müssen schließen. Und nur für bestimmte Branchen gelten Ausnahme-Regelungen in Baden-Württemberg, wie echo24.de berichtet.

Viele Betriebe bangen deshalb um die Existenz nach der Coronavirus-Pandemie, besonders Kleinunternehmer und Selbstständige stehen vor einer finanziellen Belastungsprobe. Und auch am Heilbronner Nahverkehr (HNV) zieht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei, wie HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross im echo24.de-Interview berichtet. Gross: "Wir haben in der Corona-Krise im Durchschnitt 80 Prozent weniger Fahrgäste als sonst." Das führt natürlich zu dramatischen Umsatzeinbrüchen, da Busse und Bahnen trotz Corona nach wie vor fahren.

Coronavirus/Heilbronn: Dramatischer Fahrgast-Rückgang führt zu Umsatzeinbußen im HNV - das sind die Hintergründe

Grund für die Umsatzeinbußen sind in erster Linie die Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg, die in der Coronavirus-Zeit zu chronischem Fahrgast-Mangel führen. Gross: "Aber auch die Kita- und Schulschließungen in Heilbronn sind ein wesentlicher Grund für den Fahrgast-Rückgang." Und weniger Fahrgäste bedeuten weniger Geld - auch wenn die Abo-Verträge mit Kunden normal weiter laufen.

In der Corona-Krise setzen viele aufs Fahrrad. Trotzdem fahren Busse und Stadtbahnen nach wie vor regelmäßig.

Hintergrund: Trotz Corona-Krise fahren Busse und Stadtbahnen in Heilbronn noch regelmäßig. Und zwar nach aktuell geltendem Ferien-Fahrplan in Heilbronn. Gross: "Das sind im Durchschnitt zehn Prozent weniger Fahrten als sonst. Meist fallen nur die Verstärkungsfahrten weg. Das Grundgerüst bleibt aber weitestgehend erhalten." Das ist der Anspruch vom HNV: Auch in der Corona-Krise den ÖPNV aufrechterhalten. Eine gute Nachricht also für alle Heilbronner Bus- und Bahnfahrer: Kurzarbeit - wie bei Audi-Neckarsulm - ist erstmal nicht geplant.

Fahrgast-Rückgang beim HNV: Die Verkehrsverbände brauchen Hilfe in Corona-Krise

Aktiver Bus- und Bahnverkehr trotz Fahrgast-Mangel. Ein System, das auf Dauer nicht funktionieren kann. Erst recht nicht, wenn ein Ende der Coronavirus-Schutzmaßnahmen nicht absehbar ist. Gross: Auch wir brauchen einen Rettungsschirm, der uns finanziell unterstützt. Ähnlich den Soforthilfen in Baden-Württemberg, die Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige in der Coronavirus-Pandemie finanziell absichern sollen. Hier laufen - laut Gross - bereits Gespräche mit anderen Verbänden und dem baden-württembergischen Verkehrsministerium.

Denn klar ist: Auf Dauer kann es so nicht weitergehen. Erst recht nicht, wenn andere Themen, wie die neuen Elektro-Busse in Heilbronn, zusätzlich an die finanziellen Ressourcen gehen. Zudem wird immer wieder über einen kostenlosen Nahverkehr im Stadtgebiet diskutiert. Ebenfalls ein Thema, wo es um viel Geld geht. Fazit: Trotz Coronavirus-Pandemie müssen sich die Heilbronner keine Sorgen um mangelnde Mobilität machen. Und auch die vielen Bus- und Bahnfahrer müssen sich vorerst keine Gedanken um Kurzarbeit machen. Klar ist aber: Auch der ÖPNV braucht finanzielle Hilfe, um die Krise zu meistern.

Rubriklistenbild: © Mario Berger/Archiv

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