Coronavirus rund ums Auto

TÜV, Reifenwechsel, Inspektion und Co. in der Corona-Krise: Was ist in der Werkstatt erlaubt?

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Welche Autoreparaturen dürfen in der Coronavirus-Pandemie durchgeführt werden? echo24.de spricht mit einer Heilbronner KFZ-Werkstatt.

  •  Die Kontaktbeschränkungen in der Coronavirus-Pandemie schränken das öffentliche Leben in Heilbronn massiv ein, nur wenige Geschäfte haben geöffnet.
  • Auch die Autowerkstätten dürfen öffnen, aber welche Reparaturen und Serviceleistungen darf die örtliche Werkstatt anbieten?
  • echo24.de spricht mit einer KFZ-Meisterwerkstatt aus Heilbronn und fasst die wichtigsten Rechtslagen zur aktuellen Auto-Reparatur-Situation kurz zusammen.

Coronavirus/Heilbronn: Autoreparatur in der Corona-Krise - KFZ-Werkstätten haben geöffnet

Die Coronavirus Pandemie in Baden-Württemberg zieht eine Reihe von Schutzmaßnahmen mit sich, die das öffentliche Leben in Heilbronn stark einschränken. Heißt: Die meisten Geschäfte haben geschlossen, lediglich Apotheken, Lebensmittelläden und Drogerien sind für den Besucherverkehr geöffnet. 

Und auch KFZ-Werkstätten dürfen weiterhin dringende Autoreparaturen durchführen und haben somit geöffnet. Aber welche Reparaturen dürfen im Hinblick auf die Kontaktsperre in Baden-Württemberg noch erledigt werden? Reifenwechsel, Inspektion oder doch nur der TÜV? echo24.de hat sich erkundigt.

Coronavirus/Heilbronn: TÜV in der Corona-Krise - das ist der aktuelle Stand in BaWü

Alle zwei Jahre ist am Auto der TÜV fällig. Aber wie sieht das in Zeiten der Coronavirus-Pandemie aus? Gibt es überhaupt noch Termine?

Fakt ist: Jedes Auto muss alle zwei Jahre (Ausnahme: Neufahrzeuge) zur Hauptuntersuchung, die bei TÜV, Dekra oder GTÜ durchgeführt wird. Und wer seinen fälligen Termin um mindestens zwei Monaten überzieht, riskiert in der Regel ein Knöllchen. Zwar empfiehlt das Bundesverkehrsministerium (BVM) den Ländern - in der Coronavirus-Zeit -, eine zwei- bis viermonatige Überziehung der fälligen Hauptuntersuchung nicht zu bestrafen, letztlich ist die aber Ländersache.

In der KFZ-Werkstatt von Thomas Bauer in Heilbronn wird die TÜV-Untersuchung nach wie vor durchgeführt. "Auch Termine können noch vereinbart werden", erklärt Bauer auf echo24.de-Nachfrage. Und auch in Sachen Mindestabstand gibt es in der Werkstatt keine Probleme. Bauer: "Meist achten die Kunden schon von sich aus auf die Abstandsregel. Eine Schutzfolie am Lenkrad verhindert zudem eine mögliche Infektion der Angestellten mit Corona-Erregern.

Interessant: Laut SWR-Angaben sind die großen Prüfstellen in Deutschland (TÜV, Dekra und GTÜ) zur Einhaltung der Verkehrssicherheit behördlich verpflichtet. Heißt: Haupt- und Abgasuntersuchungen dürfen in der Regel nicht pauschal abgelehnt werden.

Coronavirus/Heilbronn: Werkstattbesuch trotz Corona - kann ich trotzdem zum Reifenwechsel?

Reifenwechsel in der Coronavirus-Zeit: dürfen Termine in der Werkstatt vereinbart werden?

Jetzt wird bekannt: Die Kontaktsperre in der Coronavirus-Pandemie bleibt vorerst bestehen. Zum Ärger so mancher Autofahrer, die in der Werkstatt bereits einen Termin zum Reifenwechsel vereinbart hatten. Wie ist hier die Rechtslage? Grundsätzlich gilt: Notwendige Reparaturen am Auto dürfen nach wie vor durchgeführt werden. Der Reifenwechsel ist in dieser Formulierung inbegriffen. Ebenso Schönheitsreparaturen wie zum Beispiel der Besuch beim Autolackierer. 

Aber Achtung: Auch bei diesen "notwendigen Reparaturen" gelten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen. Heißt: Mindestabstand einhalten und den persönlichen Kontakt auf das Notwendigste beschränken. Bauer: "In meiner Werkstatt habe ich mit den Kunden ohnehin oft Telefon- oder E-Mail-Kontakt." Alternativ ist es auch möglich, ein paar Wochen länger mit Winterreifen unterwegs zu sein. "Das ist in der Regel kein Problem", erklärt der KFZ-Meister aus Heilbronn. Grund: Im Gegensatz zu "Sommerreifen im Winter" sind "Winterreifen im Sommer" rechtlich zulässig. Lediglich der Verschleiß kann hier beschleunigt werden.

Coronavirus/Heilbronn: Neuwagen- und Herstellergarantie - Achtung: möglicher Garantie-Verlust

In der Regel ist die Herstellergarantie an Neufahrzeugen an Service-Inspektionen geknüpft. Gibt es in der Corona-Krise eine Ausnahme? 

Etwas kniffliger wird es bei der Herstellergarantie von Neu- und Gebrauchtwagen. In der Regel schreibt der Hersteller ein Service-Intervall vor, in dem das Auto in der Werkstatt inspiziert werden muss. Passiert das nicht, riskiert man unter Umständen seinen Garantieanspruch. Wie das allerdings in der Coronavirus-Zeit zu bewerten ist, ist rechtlich nicht eindeutig geklärt. 

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) erklärt im SWR: "Falls jetzt ein Wartungsintervall ansteht, sollten Sie sich vor dem Überschreiten an Ihren Garantiegeber wenden und eine Stellungnahme einholen." Tipp: Am besten lässt man sich diese Stellungnahme schriftlichgeben. Im Streitfall kann so die Stellungnahme des Herstellers vor Gericht nachgewiesen werden. Letztlich gilt aber auch hier: Inspektionen in der Coronavirus-Pandemie sind grundsätzlich möglich.

Coronavirus/Heilbronn: Ausgangsbeschränkungen treffen auch die Autowerkstätten

Das bestätigt auch Thomas Bauer, der seine Werkstatt in der Heilbronner Austraße betreibt: "Aktuell haben wir sogar viele Termine frei, da Kunden in der Coronavirus-Zeit eher fernbleiben". Ein Grund dafür ist - laut Bauer - der Rückgang an Verkehrsunfällen und der allgemeine Appell, zu Hause zu bleiben. Insofern können sich all diejenigen freuen, die bisher die Reifenwechsel-Terminvereinbarung verpeilt haben.

Und wer aktuell einen Termin braucht, kann eventuell von kurzen Wartezeiten profitieren. Verkehrte Welt, wenn man bedenkt, dass der allgemeine Fachkräftemangel in Heilbronn sonst für volle Auftragsbücher und lange Wartezeiten bei Kunden sorgt.  

Rubriklistenbild: © Pixabay

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