Corona-Hygienekonzept im ÖPNV

Heilbronn: Wie hygienisch sind Bus und Bahn in der Corona-Zeit?

  • schließen

Mehr Fahrgäste im ÖPNV Heilbronn bedeutet auch ein höheres Coronavirus-Infektionsrisiko in Bus und Bahn. Gibt es ein Hygienekonzept?

  • Trotz des Schulbeginns bleiben die Fahrgastzahlen in Bus und Bahn in Heilbronn vergleichsweise niedrig.
  • Nach einem strikten Hygienekonzept werden Busse und Bahnen einmal täglich gereinigt.
  • Können Hygiene- und Abstandsregeln in Bus und Bahn überhaupt eingehalten werden?

Schüler in Bus und Bahn in Heilbronn: Wie viele Fahrgäste sind tatsächlich im ÖPNV unterwegs

Endlich ist es wieder soweit: Nach mehr als vier Wochen Corona-Zwangspause läuft seit Montag wieder der Schulbetrieb für die Schüler vor Ort im Klassenzimmer an - wenn auch mit deutlichen Einschränkungen. Grund zur Freude auch für die Heilbronner Verkehrsbetriebe (HNV), die seit gestern eigentlich wieder mehr Fahrgäste befördern sollten. Doch der Fahrgast-Ansturm hält sich - zumindest im Schulbus - in Grenzen.

"Aktuell befördern wir circa vier bis 20 Schüler pro Fahrt", erklärt Steffen Müller, Fahrdienstleiter der Verkehrsbetriebe Heilbronnauf echo24.de-Nachfrage. Das ist - laut Müller - vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Schüler nur in kleinen Gruppen unterrichtet werden. Müller: "Das spiegeln auch die aktuellen Fahrgastzahlen wieder."

Coronavirus-Infektion im ÖPNV: Wie sicher sind Bus und Bahn in der Heilbronn?

Auch ist anzunehmen, dass viele Schüler - im Zuge der Coronavirus-Pandemie - mit dem Auto in die Schule gebracht werden. Die Vermutung bestätigt auch eine Empfehlung vom Land Baden-Württemberg, die der echo24.de-Redaktion in Schriftform vorliegt. Demnach wird Schülern empfohlen, nach Möglichkeit zu Fuß, per Fahrrad oder im Eltern-Taxi zur Schule zu kommen. Aber ist die Sorge, dass sich Fahrgäste in Bus und Bahn vermehrt mit Covid-19 infizieren, eigentlich berechtigt? 

Hygienekonzept in Bus und Straßenbahn: Starke Geschütze im Kampf gegen das Coronavirus in Heilbronn

echo24.de erkundigt sich und stellt schon jetzt fest: In Bussen und Stadtbahnen gilt ein Hygienekonzept, das strikt eingehalten wird. Müller: "Die Stadtbusse in Heilbronn werden täglich gereinigt - das ist bei uns Standardprogramm. Coronavirus-bedingt desinfizieren wir jetzt verstärkt auch die kritischen Stellen, zum Beispiel Haltestangen und Druckknöpfe." Ähnlich effektiv geht auch die AVG Verkehrsgesellschaft - die in Heilbronn für den Stadtbahnverkehr zuständig ist  - gegen die Coronavirus-Erreger vor.

Auch die Straßenbahnen in Heilbronn sind Coronavirus-sicher unterwegs - trotzdem bleiben die Fahrgastzahlen niedrig.

AVG-Sprecher Michael Krauth erklärt dazu am Telefon: "Alle Fahrzeuge werden über Nacht komplett gereinigt. Das passiert größtenteils auf den AVG-Betriebshöfen in Karlsruhe." Auch hier steht die Reinigung von besonders kritischen Stellen im Mittelpunkt. Durchsagen und Aushänge in den Bahnen weisen die Fahrgäste zudem auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln hin. Denn auch in Baden-Württemberg gilt seit Kurzem die bundesweite Maskenpflicht in Bus und Bahn, die für alle Fahrgäste ab sechs Jahren verpflichtend ist. 

Coronavirus-Infektionsgefahr in Bus und Bahn: Mindestabstand in den Pendler-Zeiten?

Aber wie sieht es eigentlich in Sachen Mindestabstand und Kontaktverbot in Baden-Württemberg aus? Können diese Corona-Regeln, beispielsweise im Pendlerverkehr, überhaupt umgesetzt werden? Krauth: "Hier ist jeder Fahrgast ein Stück weit selber für sich verantwortlich. Generell empfehlen wir unseren Fahrgästen, mehr Zeit einzuplanen und gegebenenfalls den nächsten Zug zu nehmen." Da aber ohnehin viele von zu Hause aus arbeiten oder in Kurzarbeit sind, hält sich der Pendlerandrang in Grenzen - auch in den Heilbronner Stadtbahnlinien.

Krauth: "Auch im Pendlerverkehr befördern wir aktuell nur rund 40 Fahrgäste pro Fahrt. Mindestabstände können daher problemlos eingehalten werden." Auch achtet der AVG in der Coronavirus-Zeit auf entsprechend größere Bahnen, wo sich die Fahrgäste gut verteilen können. Stichproben zeigen: Das Konzept funktioniert. Krauth: "Natürlich wünschen wir uns für die Zukunft wieder mehr Fahrgäste." Denn genau wie anderen Dienstleistern auch, fehlen den Verkehrsbetrieben die Einnahmen.     

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren