Fast stündlich neue Regelungen

Viele Geschäfte bleiben ab heute in Heilbronn geschlossen 

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Auch Heilbronn ist vom Coronavirus betroffen. Der Maßnahmen-Katalog der Bundesregierung ist für viele ganz hartes Brot. Die Stadtinitiative wendet sich an die Händler.

Update, 18. März, Stand 08.30 Uhr: Die Zeiten sind schwer und Ruhe bewahren ist eine Kunst. Denn: Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus ändern sich auch in Heilbronn jeden Tag greifende Regelungen. Heute ist es nun doch so weit: Die Geschäfte bleiben zu. Doch keine Panik: Es gibt Ausnahmen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: viele Geschäfte bleiben zu - Einzelhandel geöffnet

Das Land teilt mit: "Die Landesregierung hat ihre Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen angepasst. Die neuen Regelungen gelten ab Mittwoch, den 18. März 2020. Um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, werden Einrichtungen und Geschäfte in großem Umfang geschlossen." 

Offen bleiben:

Einzelhandel für Lebensmittel,

Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste,

Getränkemärkte,

Apotheken,

Sanitätshäuser,

Drogerien,

Tankstellen,

Banken und Sparkassen,

Poststellen,

Frisöre, Reinigungen, Waschsalons,

der Zeitungsverkauf,

Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel

Hofläden und Raiffeisenmärkte

Diese Verkaufsstellen können jetzt auch am Sonntag und Feiertag geöffnet werden.

Alle weiteren Verkaufsstellen des Einzelhandels, die nicht zu den oben genannten Einrichtungen gehören, werden geschlossen.

echo24.de hat mit Thonas Gauß, dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtinitiative gesprochen. Er sagt: "Die Situation ist ernst - aber noch nicht hoffnungslos."

Es greifen weitere Regelungen für Baden-Württemberg ab heute. Sie betreffen auch Versammlungen und Gastronomie. 

Coronavirus in Heilbronn: Händler sollen Geschäfte öffnen

Ursprungstext, 17. März: Für viele brechen wegen des Coronavirus harte Zeiten an. Nicht etwa, weil sie erkrankt sind, sondern weil ihre finanzielle Existenz durch Schließungen bedroht ist. Nachdem gestern die Bundesregierung ihren Maßnahmen-Katalog vorgestellt hat, wendet sich die Stadtinitiative an ihre Mitglieder, viele Heilbronner Händler. 

Am Abend erreicht die Händler ein Schreiben der Stadtinitiative. Darin heißt es: "In der aktuellen Situation überschlagen sich die Ereignisse, es gibt fast stündlich Aktualisierungen und leider auch viele Fakenews. Wir sind mit dem OB und den Ämtern, der Arbeitsagentur, der IHK und allen Verbänden, die uns mit Informationen und Unterstützung helfen können für Sie in Verbindung." 

Zur aktuellen Lage in Heilbronn (Stand 16.03., 20 Uhr) heißt es ausdrücklich: "Bitte öffnen Sie Ihr Geschäft morgen wie gewohnt, bzw. zu Ihren angepassten Öffnungszeiten."

Die Schließungen der Geschäfte sei aktuell erst vom Bund angeraten. Tatsächlich schließen sollten Unternehmen erst, wenn eine entsprechende Verordnung durch das Land Baden-Württemberg ausgesprochen werde – näheres dazu werde vermutlich im Laufe des Tages kommen.

Sorgloses Shopping wird in nächster Zeit nicht die Regel sein.

Heilbronner Geschäfte fürchten durch Coronavirus finanzielles Aus

Natürlich fragen sich Händler, wie sie die Situation ohne Kundeneinnahmen überstehen sollen. Thomas Gauß, Vorstandsvorsitzender der Stadtinitiative, versichert in seiner Mail: "Herr Oberbürgermeister Mergel hat mir zugesagt, dass Gewerbetreibende in Heilbronn auf jeden Fall Unterstützung erhalten werden! Ziel ist Gewerbetreibende und die Arbeitsplätze zu erhalten."

Eine Möglichkeit bestehe in der Aussetzung der Gewerbesteuer. Diese werde über die Stadtkämmerei beantragt. Heute soll es dazu die entsprechenden Kontakte für Händler geben. Viele Menschen fragen sich, wie sie den lokalen Handel während der Corona-Krise auch jetzt, wenn viele Geschäfte geschlossen sind, unterstützen können. In Sachen Solidarität während Corona gibt es für jeden Einzelnen eine Reihe von Möglichkeiten.

Gauß erklärt weiter: "Zum Thema Kurzarbeit hat sich inzwischen ein Punkt geändert: Hier wird seitens Staat nicht nur das Kurzarbeitsgehalt übernommen, sondern auch ein Großteil der sozialen Leistung, sodass die Unternehmen so wenig Personalkosten wie möglich haben." 

Heilbronner Geschäfte sollen trotz Coronavirus weiterbestehen können

Es gelte in jedem Fall, die Situation für die eigene Firma mit der Hausbank und dem Steuerberater auch direkt zu besprechen, zumal nicht alle Unternehmen "in einen Topf" geworfen werden können.

Am Ende gibt Gauß ein Versprechen ab: "Ich bin selbst als Unternehmer betroffen und verspreche Ihnen, dass ich in meiner Eigenschaft als Vizepräsident der IHK und als Vorsitzender des Vorstands der Stadtinitiative HEILBRONN alle Kanäle nutzen werde, damit Handel, Gastro, Dienstleistung wenn irgend möglich nicht nur mit Liquiditätshilfen, sondern auch mit Subventionen geholfen wird."

Gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus setzt Baden-Württemberg auf harte Maßnahmen. Der Landkreis Heilbronn muss inzwischen auf überlastete Labore reagieren

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Markus Scholz/dpa

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