Unbeschwerte Tage wären für die Kinder nicht durchführbar

Kinderfreizeiten während Corona? AWO Neckarsulm fällt Entscheidung

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Jason Blaschke
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Die Coronavirus-Infektionskurven flachen ab, und es gibt in Heilbronn und der Region immer mehr Lockerungen. Doch Kinderfreizeiten fallen trotzdem aus - auch die der AWO Neckarsulm.

  • In der Coronavirus-Krise fallen alle Großveranstaltungen bis Ende August aus.
  • Auch die Kinderfreizeiten in den Sommerferien auf dem Haigern und dem Gaffenberg in Heilbronn können nicht stattfinden.
  • Die Arbeiterwohlfahrt Neckarsulm sagt ihre Kinderfreizeit ebenfalls ab.

Update 17. Juni: Die Kinderfreizeit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Neckarsulm ist seit Jahrzehnten beliebt. Aber die Hoffnung, dass die Stadtranderholung in der Nachbarstadt von Heilbronn von der Corona-Pandemie verschont bleibt, hat sich zerschlagen. 

"Der Ausschuss hat an diesem Montag beschlossen, die Kinderfreizeit nicht durchzuführen", sagt Maria Heyberger, Geschäftsstellenleiterin der AWO  Neckarsulm. Damit ereilt diese Kinderfreizeit das gleiche Schicksal wie das der beliebten Kinderfreizeiten auf dem Haigern und dem Gaffenberg in Heilbronn

Coronavirus Heilbronn: Auch Kinderfreizeit der AWO Neckarsulm abgesagt

Zum einen wäre es bei den Anmeldungen schwierig gewesen auszuwählen, welches Kind in die AWO-Freizeit dürfe und welches nicht. Zum anderen seien die Corona-Auflagen zu schwerwiegend, sagt Heyberger. Die strengen Hygiene-Vorschriften und Abstandsregelungen im Trubel einer Kinderfreizeit: "Das ist nicht praktikabel."

Volle Kinderfreizeiten in der Corona-Krise? Noch ist nicht entschieden, ob der Gaffenberg in diesem Jahr tatsächlich leer bleibt.

Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt für abgesagte Kinderfreizeiten

Update 28. Mai: Monatelanger Heimunterricht, lange geschlossene Kitas und Spielplätze sowie kaum Treffen mit Freunden: Gerade wegen des Kontaktverbots und der Isolation der vergangenen Wochen hätten Kinder in den kommenden Sommerferien den Spaß und das Herumtoben auf den beliebten Kinderfreizeiten auf dem Haigern und dem Gaffenberg in Heilbronn besonders nötig. 

Doch während Freizeitparks wie Tripsdrill im Landkreis Heilbronn und Teile der Gastronomie unter strengen Hygienevorschriften wieder öffnen, haben die Veranstalter der Kinderfreizeiten auf dem Haigern und dem Gaffenberg - trotz des Hoffens der vergangenen Wochen - heute die bitteren Entscheidungen verkündet: die beiden Ferienprogramme müssen leider ausfallen!

"Wir sind tieftraurig: Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie müssen die Gaffenberg- Kinderfreizeiten 2020 abgesagt werden", schreiben die Organisatoren der Kinderfreizeit auf dem Gaffenberg in Heilbronn auf ihrer Facebook-Seite. "Manche haben es vermutet und doch gehofft, dass es anders kommt. Wir auch. Unser Herz ist schwer und gleichzeitig sehen wir in der aktuellen Situation keinen anderen Weg, um verantwortungsvoll mit der Sicherheit der Kinder und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umzugehen."

Heilbronner Kinderfreizeiten auf Gaffenberg und Haigern wegen Coronavirus abgesagt

Auf der Facebook-Seite des Haigern-Teams fällt die Wortwahl etwas weniger emotional aus: "Der Wald ist leer... Das wird er diesen Sommer auch bleiben, denn nach langen Überlegungen haben wir uns dazu entschieden, die Freizeiten im Jahr 2020 abzusagen!" Auf der Homepage der Kinderfreizeit Haigern folgen noch einige Worte zur Erklärung: "Die Auflagen und Einschränkungen wären - sofern überhaupt umsetzbar - so gravierend gewesen, dass der Charakter der Kinderfreizeiten nicht hätte aufrecht erhalten werden können!"

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hätten im August fast2.000 Kinder auf dem Heilbronner Gaffenberg vier Wochen lang unvergessliche Sommerferientage verbracht. So schwer die Entscheidung für Veranstalter, Kinder und Eltern ist - sie scheint angesichts des Coronavirus alternativlos zu sein. Jugendpfarrerin Stefanie Kress, die für die Kinderfreizeit auf dem Gaffenberg verantwortlich ist, erklärt: "Wir wären vier Wochen damit beschäftigt gewesen, den Kindern alles zu verbieten, was ihnen Freude macht. Das wäre nicht zumutbar." Von der Coronavirus-bedingten Absage sei laut Stimme zudem die AWO-Freizeit in Heilbronn-Böckingen betroffen.

Immer an der frischen Luft: Auf dem Gaffenberg gibt's jede Menge Action

Coronavirus Heilbronn: Was wird im Sommer aus der Gaffenberg Kinderfreizeit?

Am Morgen in den Bus steigen und mit Freuden und Betreuern auf den Gaffenberg fahren - für viele Kinder um und aus Heilbronn ist es das Sommerhighlight schlechthin. Und auch die rund 120 Betreuer um Jugendpfarrerin Stefanie Kress können es kaum erwarten, mit den fröhlichen und tobenden Kindern in die 94. Ausgabe der beliebten Kinderfreizeit zu starten. Wäre da nur nicht die anhaltende Coronavirus-Pandemie, die seit Mitte März schon so manche Veranstaltung platzen ließ.

Muss jetzt auch die größte Kinderfreizeit auf dem Gaffenberg ihre beiden Freizeiten im Sommerabsagen? "Das wäre sehr schade", erklärt Kress. Insbesondere für die vielen Kinder und Betreuer, die sich schon jetzt auf die Abenteuer auf dem Gaffenberg freuen. Letztlich muss jetzt aber die Politik entscheiden, wie es in der Coronavirus-Krise weitergeht. "Wir hoffen aber, dass wir bis Ende Mai eine Entscheidung treffen können und Planungssicherheit haben", erklärt Kress gegenüber echo24.de.

Heilbronn: Auch die Kinderfreizeit auf dem Haigern bleibt ungewiss 

Falls der Gaffenberg dem Coronavirus wirklich zum Opfer fällt, bekommen die Eltern ihr Geld zurück. Und schon jetzt spüren die Onkel und Tanten die harten Coronavirus-Maßnahmen. Kress: "Normalerweise treffen wir uns persönlich, alle Betreuer, das geht aktuell natürlich nicht. Jetzt machen wir die Büroarbeit". Und so bleibt zumindest die Hoffnung auf einen Sommer mit Dammbau, Schlammschlacht, Schnitzeljagd und jeder Menge Spaß.

Wie schwer eine Absage für die vielen Kinder und Betreuer sein könnte, weiß auch Daniel Friedrich von der zweiten großen Kinderfreizeit in Heilbronn - dem Haigern. Schon jetzt ist bekannt: Das immer gut besuchte Haigern Live-Festival fällt aus. Der Kinderfreizeit fehlt deshalb Geld, das zum Beispiel für extra Spielgeräte benötigt wird. Da aber Rücklagen vorhanden sind, könnte eine Sommerfreizeit mit rund 750 Kindern trotzdem stattfinden.

Heilbronn: Sind kleinere Freizeiten mit besonderen Corona-Regeln denkbar?

Friedrich: "Die T-Shirts für die Kinder sind schon bestellt." Auch Kress ist mit dem Gaffenberg-Team mitten in der Planung. Beide Freizeiten gehen erst mal von stattfindenden Kinderfreizeiten im Sommer aus. "Wir müssen jetzt einfach abwarten", erklärt Friedrich im SWR zu Kinderfreizeiten in der Coronavirus-Pandemie, deren Stattfinden weiter ungewiss bleibt. Eine kleinere Freizeit mit weniger Kindern und besonderen Corona-Vorschriften wäre für ihn schwierig, aber denkbar.

Auch Jugendpfarrerin Kress hält eine abgespeckte Freizeit auf dem Gaffenberg prinzipiell für möglich. "Die Auflagen müssten für uns aber umsetzbar sein." Denn Vorgaben - wie beispielsweise die noch geltenden Abstandsregeln - lassen sich auf einer Kinderfreizeit unmöglich durchsetzten. Kress: "Findet sich keine Lösung, müssten wir die beiden Freizeiten absagen." Um hier Planungssicherheit zu haben, steht Kress in Kontakt mit der Stadt Heilbronn, die wiederum auf eine Entscheidung aus Stuttgart wartet.

Coronavirus Heilbronn: Wäre eine "abgespeckte" Freizeit überhaupt umsetzbar?

Friedrich: "Eine Freizeit lebt von sozialem Kontakt, und wie soll in einem Bus, mit dem die Kinder auf den Haigern fahren, Abstand gehalten werden? Viele Fragen - wenige Antworten. Hoffnung auf stattfindende Sommerfreizeiten macht die Zahl der Genesenen Coronavirus-Patienten in Heilbronn. Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer in einer Zeit, wo so vieles ungewiss ist.       

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