Viele Geschäfte haben auf Lieferservice umgestellt

Zusammenhalt in Heilbronn während der Corona-Krise: So kann jeder Arbeitsplätze sichern

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Stefanie Pfäffle
    Stefanie Pfäffle
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Wenn alle füreinander da sind, könnte die Vollkatastrophe ausbleiben.

  • Für den Einzelhandel in Heilbronn in Baden-Württemberg ist das Coronavirus existenzbedrohend.
  • Viele Geschäfte in Baden-Württemberg reagieren auf die Krise.
  • Wer den Handel und die Lokale bewusst weiter unterstützt, sichert die Zukunft nach der Corona-Krise.

Modeboutiquen, Buchhändler, Kinos, Cafés, Bastelgeschäfte - alle mussten aufgrund des um sich greifenden Coronavirus Sars-CoV-2 die Läden dicht machen. Seit Donnerstag gilt in Baden-Württemberg die Verordnung, dass der Großteil der Geschäfte zumindest vorübergehend dicht machen muss, um menschliche Kontakte zu vermeiden und damit die Ausbreitung des Virus aufzuhalten.

Viele der Einzelhändler in Heilbronn stellt das Coronavirus deshalb vor existenzielle Nöte: Die Einnahmen sind gleich null - Mieten, Löhne für Mitarbeiterkosten und Lebenshaltungskosten bleiben dagegen bestehen. Die Gefahr ist groß, dass manche Geschäfte, wenn die Corona-Krise irgendwann überstanden sein wird, ihre Pforten gar nicht mehr öffnen werden. Der Grund: Die Geschäftsleute sind bis dahin möglicherweise pleite!

Coronavirus: Solidarität für Wirtschaft und Einzelhandel in Baden-Württemberg

Damit es für den Einzelhandel in Baden-Württemberg und in Heilbronn nicht soweit kommt, ist jetzt Solidarität gefragt. Sonst drohen die Stadtzentren auch in Zukunft zu Geisterstädten zu werden - und nicht nur in diesen Tagen, während der Corona-Krise. Thomas Gauß, Vorsitzender des Einzelhandelsverbunds Stadtinitiative Heilbronn, erklärt: Die ganze Gesellschaft sitzt in einem Boot! Wenn der Solo-Selbstständige Privatinsolvenz anmelden, wenn der Mitarbeiter entlassen werden muss, dann können die auch keinen Audi kaufen, die müssen Mitarbeiter entlassen, die dann wieder kein Geld zum Einkaufen haben, und so setzt sich das Problem immer weiter fort. Eine Kettenreaktion!

Damit die Innenstadt auch nach der Coronakrise nicht mehr verwaist ist, muss nun jeder Solidarität zeigen.

Gauß von der Stadtinitiative Heilbronn: "Wenn die Kunden ihren Warenbedarf jetzt über einen amerikanischen Großkonzern decken, der in Deutschland keine Steuern zahlt, kommt nichts in der Region an." Gauß ruft zum Zusammenhalt auf. "Liebe Kunden, wir sind für euch da! Seid ihr auch für uns da?" Gerade in diesen Krisenzeiten fragen sich viele Bürger, wie man Solidarität zeigen und Zusammenhalt in die Tat umsetzen kann. Die StadtHeilbronn etwa koordiniert daher Hilfsangebotevon Bürgern untereinander.

Corona-Krise: So können Kunden die Händler weiter unterstützen

Viele Mitglieder der Stadtinitiative Heilbronn bieten nun die Möglichkeit, während der Zeit des Coronavirus telefonisch oder online Bestellungen abzugeben, die dann ausgeliefert werden. Auch wenn viele Geschäfte in Baden-Württemberg und Heilbronn derzeit geschlossen haben, gibt es dennoch die Möglichkeit, den Händlern und Betrieben auch in diesen Zeiten Einnahmen zu bescheren.

  •  Jede Menge der Händler bieten ihre Waren im Onlineshop an und liefern direkt zum Kunden nach Hause.
  • Über diesen Onlinehandel können Kunden JETZT lange geplante Anschaffungen besorgen. Denn in diesen Tagen sind die Geschäfte besonders auf Bestellungen angewiesen.
  • In Gaststätten dürfen sich die Kunden zwar nicht mehr aufhalten. Einige Lokale bieten in Zeiten des Coronavirus aber einen Straßenverkauf an.
  • Wer Karten für Veranstaltungen hat, die nun wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 ausfallen und es sich leisten kann, sollte diese nicht zurückgeben. Denn das kann den Organisatoren der Veranstaltung, den Künstlern und den beteiligten Institutionen über die schwere Zeit des Coronavirus hinweghelfen.
Thomas Gauss, ist Vorsitzender der Heilbronner Stadtinitiative.
  • Auch in Zeiten des Coronavirus kochen viele Lokale weiterhin frisch und in bewährter Qualität. Die Speisenliefern sie zu den Kunden nach Hause. Der Genuss ist dann derselbe wie sonst, nur das Ambiente ist anders.
  • Auch einige Bäckereien, Metzgereien, Biohöfe, Apotheken, Gärtnereien Getränkehändler und Weingüter bieten einen Lieferservice während der Corona-Krise an.
  • Kunden können in Zeiten des Sars-CoV-2 Gutscheine in den Geschäften kaufen und damit für dringend benötigte Einnahmen sorgen. Die Leistung erfolgt dann später.
  • Theater, Musiker und andere Kultureinrichtungen haben damit begonnen, ihre Aufführungen und Leistungen online zur Verfügung zu stellen. So bieten etwa Künstler übers Internet Musikunterricht an, um durch die schwierige Zeit des Coronavirus zu kommen.
  • Um Künstler direkt zu unterstützen, kann man in den Zeiten des Coronavirus und darüber hinaus CDs, Bilder und Merchandise direkt auf der Website des Kunstschaffenden kaufen
  • Wer lang anstehende Reparaturarbeiten zu erledigen hat, kann sich gerade JETZT an die Handwerker wenden.
  • Handwerksbetriebe wie zum Beispiel Optiker, Auto- und Fahrradwerkstätten sind nach telefonischer Absprache auch in Zeiten des Coronavirus wie gewohnt für die Kunden da.

Stadtinitiative Heilbronn: Durch die Corona-Krise in die Zukunft

Nähere Informationen, wie einzelne Betriebe in Heilbronn in den Zeiten des Coronavirus für ihre Kunden da sind, gibt es auf mein-heilbronn.de

Dort betont die Stadtinitiative Heilbronn auch nochmals den Ernst der Lage: "Unterstützen Sie uns, damit wir auch zukünftig für Sie da sein können." Wenn sich die Zeit des Coronavirus Sars-CoV-2 als Phase der gesellschaftlichen Solidarität entpuppt, können viele sogar gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen.

Rubriklistenbild: © Andreas Veigel

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