Hamsterkäufe in Heilbronn

Kampf ums Toilettenpapier: Security muss eingreifen

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In Lebensmittelmärkten in Heilbronn muss Security-Personal wegen Hamsterkäufen das Toilettenpapier bewachen.

  • Die Coronavirus-Pandemie sorgt für einen Run auf Lebensmittelmärkte.
  • Hamsterkäufer haben es besonders auf Toilettenpapier abgesehen.
  • Viele Märkte arbeiten deshalb mittlerweile mit Security-Diensten zusammen.

Coronavirus-Hamsterkäufe in Heilbronn: Security bewacht Toilettenpapier in Supermärkten

Die Coronavirus-Pandemie und die daraus resultierenden Maßnahmen sorgen vor allem in Lebensmittelmärkten derzeit für kuriose Zustände. Kaufland, Lidl, Aldi und Co. dürfen als Grundversorger ja weiterhin geöffnet haben. Und weil viele Menschen wegen des in Baden-Württemberg geltenden Kontaktverbots - was zwangsläufig zu Geschäftsschließungen oder Kurzarbeit in Betrieben führt - die meiste Zeit zu Hause verbringen, sind Lebensmittelmärkte die einzigen Orte sozialer Kontakte. Auch in der Region Heilbronn. Und dort kommt es daraufhin zwangsläufig zu Massenansammlungen.

Zudem tätigen viele Kunden aus Corona-Panik Hamsterkäufe. In ihrem Blickpunkt: lang haltbare Lebensmittel wie Mehl, Nudeln und Reis, die allerdings in großer Menge gelagert, das Risiko einer anderen Gesundheitsgefahr bergen können. Des weiteren: Konserven, H-Milch, Küchentücher und Toilettenpapier. Vor allem der immense Klopapier-Konsum stellt die Lebensmittel- und Drogeriemärkte vor große Herausforderungen. Aber nicht nur bezüglich der Lieferkette. Denn die Hamsterkäufe von Toilettenpapier führen oft zu wüsten Szenen in den Einkaufsmärkten.

Hamsterkäufe von Toilettenpapier in Heilbronn: Lebensmittelmärkte mit drastischen Maßnahmen

Steffen Ueltzhöfer, der Edeka-Märkte in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Ellhofen, Oedheim und Neuenstadt betreibt, beendete als einer der ersten in der Region den Hamsterkauf von Toilettenpapier. Grund: "Wir mussten teilweise leider erleben, wie sich Menschen deswegen daneben benahmen und unsere Kassiererinnen verbal angegangen wurden." Die Folge: Ueltzhöfer führte eine Einkaufsbeschränkung für Toilettenpapier und Küchentücher ein. Die Chefs von Aldi, Lidl, Rewe und Müller haben in einer Sendung der Bild-Zeitung bereits dazu aufgerufen, keine Hamsterkäufe mehr zu tätigen.

Ein Security-Mitarbeiter gibt in einer Lidl-Filiale in Heilbronn Toilettenpapier an Kunden aus.

Weil diese Aufrufe bei manchen Hamsterkäufern so gut wie ungehört verhallen und die ohnehin fast rund um die Uhr arbeitenden Lebensmittelmarkt-Angestellten ebenfalls überfordert sind, greifen die Betreiber auf Security-Firmen zurück. Deren Mitarbeiter stehen dann beispielsweise bei Aldi in der Stuttgarter Straße und weisen Kunden darauf hin, dass ihnen ohne Einkaufswagen der Zutritt verwehrt wird. Denn der gewährt beim Schieben im Markt den Mindestabstand. Oder sie kontrollieren, welche Menge einer Ware im Einkaufswagen landet.

Lidl-Filiale in Heilbronn: Security passt in Corona-Zeit auf das Toilettenpapier

In einer Lidl-Filiale in Heilbronn wirkt die Situation besonders skurril. Dort ist ein Security-Mitarbeiter direkt an der Palette mit den Toilettenpapier-Packungen abgestellt. Seine Aufgabe: Er sichert den Vorrat und die Vorgabe, das "weiße Popogold" nur in haushaltsüblichen Mengen mitzunehmen. Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus (Sars-CoV-19) für Kunden und Mitarbeiter hat Lidl ebenfalls erweitert.

Rubriklistenbild: © Rene Traut/dpa

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