Wie viel Impfstoff wäre nötig?

Heilbronn: Impfkampagne stockt — KIZ nicht Mal zur Hälfte ausgelastet

In Heilbronn stockt die Impfkampagne - das Kreisimpfzentrum ist nicht mal zur Hälfte ausgelastet. Aber wie kommt das? (Symbolbild)
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In Heilbronn stockt die Impfkampagne — das Kreisimpfzentrum ist nicht mal zur Hälfte ausgelastet. Aber wie kommt das? (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Heilbronn kommt in der Corona-Impfkampagne nicht so richtig vorwärts — doch das liegt nicht an mangelnder Impfbereitschaft...

Die Corona-Impfkampagne kommt immer weiter in Schwung - außer den Impfzentren dürfen mittlerweile auch die niedergelassenen Ärzte impfen und auch Betriebsärzte sollen ab Juni Impfstoff erhalten, um Angestellte ohne große Hürden immunisieren zu können. Außerdem werden nach und nach mehr Impfstoffe zugelassen. Doch die Stadt Heilbronn kommt irgendwie nicht so richtig zum Zuge.

Der Hauptgrund dafür: Es gibt zu wenig Impfstoff. Laut Claudia Küpper, einer Sprecherin der Stadt Heilbronn, wird am Kreisimpfzentrum (KIZ) Heilbronn momentan an sieben Tagen in der Woche geimpft - in der Regel werden zwischen 850 und 880 Impfdosen täglich verteilt. Wöchentlich werden so fast 6.000 Menschen geimpft. Doch für die kommenden Wochen sind jetzt nur noch je 2.340 Impfdosen angekündigt. So wäre das Impfzentrum nicht Mal zur Hälfte ausgelastet.

Corona Impfkampagne Heilbronn: Impfquote nur bei 16% — warum?

Laut Küpper wären dann kaum noch Erstimpfungen möglich. Man bräuchte einen Großteil der Impfdosen für die nun anstehenden Zweitimpfungen. Ein Schock, wenn man überlegt, dass das Kreisimpfzentrum eigentlich seine Kapazität sogar noch erhöhen könnte - auf bis zu 7.000 Impfungen in einer Woche.

Insgesamt wurden in Heilbronn mittlerweile mehr als 40.000 Impfdosen verabreicht. Die Impfquote liegt allerdings nur bei mickrigen 16 Prozent. Laut Claudia Küpper kein zuverlässiger Wert. Sie erklärt, die genaue Impfquote sei gar nicht bekannt, „da die Statistik des Landes nur die Impfungen in den Impfzentren und der Mobilen Impfteams, nicht aber der Hausärzte erfasst“, außerdem bedeute diese schlechte Impfquote nicht, dass im Kreisimpfzentrum zu wenig geimpft werde.

Corona-Impfung in Heilbronn: Auch andere Städte mit schlechten Impfquoten

Auf Anfrage von echo24.de erklärte die Pressesprecherin, die 16 Prozent für die Stadt Heilbronn wären dem geschuldet, dass mindestens 60 Prozent der im KIZ geimpften Personen Auswärtige sind. Das käme daher, dass das Kreisimpfzentrum in der Horkheimer Stauwehrhalle in zentraler Lage für die gesamte Region liege. Außerdem könnte es sein, dass in Heilbronn ein Phänomen greift, das sich auch in anderen Städten zeigt.

Denn in größeren Städten wie Stuttgart, Tübingen oder Mannheim fallen die Impfquoten ebenfalls relativ gering aus, das berichtet der SWR. Grund dafür dürfte sein, dass im Vergleich zum Land die Bevölkerung in Städten eher jung ist. Deshalb sind direkt in Städten wie Heilbronn viele Menschen noch gar nicht impfberechtigt.

Corona-Impfung in Heilbronn: Stadt startet Offensive

Einen Hoffnungsschimmer bringt deshalb der umstrittene Impfstoff des britischen Herstellers AstraZeneca in die Städte. Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länderkollegen haben kürzlich die Priorisierung für dieses spezielle Vakzin aufgehoben. Außerdem hat die Stadt Heilbronn auch schon einen Plan für die Zeit, in der es wieder mehr Impfstoff gibt - beispielsweise, wenn der Tübinger mRNA-Impfstoff von CureVac endlich zugelassen wird.

Die Stadt Heilbronn will in Zukunft noch stärker für das Impfen werben. Laut einer Pressemitteilung haben sich Impfzentren, Hausärzte und Betriebe zu einer sogenannten „Impfallianz“ zusammengeschlossen. Sie sollen gemeinsam mithelfen, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen. Dazu hat Oberbürgermeister Harry Mergel zum Beispiel den Betrieben angeboten, die Infrastruktur des KIZ in Heilbronn für ihre Betriebsimpfungen zu nutzen.

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