Schutz für Atemwegserkrankte

Neuartige FFP2-Masken: Hochschule Heilbronn entwickelt Schutzmasken für Risikogruppen

  • Julia Cuprakowa
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An der Heilbronner Hochschule soll eine verbesserte FFP2-Maske entwickelt werden. In der Corona-Pandemie soll die neuartige Schutzmaske den Risikopatienten das Leben erleichtern. 

Das Coronavirus in Baden-Württemberg ist derzeit in aller Munde - oder doch nicht? Denn seit Monaten gilt fast überall die Maskenpflicht. Die FFP2-Masken haben die, teilweise modischen und stylischen Alltagsmasken, allmählich abgelöst. Die medizinische Mund-Nasen-Bedeckung, zu der auch die FFP2-Maske gehört, soll am besten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen.

Aber genau unter diesen Masken fällt das Atmen auch ohne eine Corona-Infektion schwer. Deshalb hat es sich die Hochschule Heilbronn zur Aufgabe gemacht die FFP2-Masken zu verbessern.

FFP2-Masken: Hochschule Heilbronn entwickelt Schutzmasken für Risikogruppen in der Corona-Pandemie

Die Hochschule Heilbronn forscht aktuell an FFP2-Masken mit besserer Filterwirkung. Der Auftrag soll von einem Filterunternehmen in Sinsheim kommen, wie der SWR berichtet. Ob beim Einkaufen oder der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel: Alltagsmasken sind in vielen Situationen Pflicht und tatsächlich stellen sie eine vielversprechende Option sowohl zum Selbst- als auch zum Fremdschutz vor dem Coronavirus dar. Auch, wenn der Ruf der FFP2-Masken in jüngster Zeit durch viele Videos und Berichte über „Schwarze Würmer“ und Ethylenoxid gelitten hat, bleiben sie weiterhin Pflicht.

Besonders für Risikopatienten ist es jedoch wichtig, dass der Strömungswiderstand, der sogenannte Druckverlust der Masken klein genug ist, sodass die Atmung nicht behindert wird. Im Klartext: Es soll eine FFP2-Maske entwickelt werden, durch die das Atmen leichter fällt. Denn Risikopatienten, die bereits eine Lungenerkrankung haben, fällt das Atmen auch ohne eine medizinische Mund-Nase-Bedeckung schwer. Gerade diese Menschen müssen besonders vor dem Coronavirus geschützt werden, auch ohne ihnen die Lebensqualität noch weiter einzuschränken.

Neuartige FFP2-Masken aus Heilbronn: Prototyp wird bereits getestet

Für die Entwicklung der neuartigen Masken ist die Professorin an der Hochschule Heilbronn, Jennifer Niessner, zuständig. Sie ist eine Expertin auf dem Gebiet der Filterströmung. Denn: Bisher erforschte und entwickelte sie technische Filter wie zum Beispiel Ölnebelfilter in Fertigungshallen, Lufttrocknerkartuschen in Lkw-Bremsen oder Mikroplastikfilter für Waschmaschinen.

Laut SWR seien die ersten Prototypen bereits im Labor des „Instituts für Strömung in additiv gefertigten porösen Strukturen“ entwickelt worden. Dabei sollen die FFP2-Masken an eine Ziehharmonika erinnern. Klingt lustig, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Flächenvergrößerung. Denn durch die Ziehharmonika-Form vergrößert sich die Filterfläche und durch eine größere Filterfläche lässt sich besser atmen.

Entwicklung der FFP2-Masken: Projekt der Hochschule Heilbronn wird durch Bundesministerium unterstützt

Derzeit werden die Prototypen der Hochschule Heilbronn noch in einem Aerosol-Generator mit künstlicher Atemluft getestet. Bald sollen die neuartigen FFP2-Masken aber von echten Menschen mit echter Atemluft getestet werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 500.000 Euro gefördert und läuft bis Ende 2021, heißt es auf der Internetseite der Hochschule Heilbronn.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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