Wenn das Schnitzel länger dauert...

Nach Kritik an BUGA-Gastro: Diese Änderungen gibt's jetzt

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Die Gastronomen auf der BUGA wünschen sich mehr Kompromissbereitschaft von den Gästen.
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Nach einer schwierigen Anlaufphase, haben die Gastronomiebetriebe auf der BUGA 2019 in Heilbronn nachjustiert.

Die Gastronomie auf der BUGA stand bereits viel in der Kritik: zu teuer, das Personal sei zu langsam und die Öffnungszeiten nicht gut. Gerade zu Beginn der Gartenschau lief hinter den Tresen und an den Tischen einiges schief. Das gab auch BUGA-Geschäftsführer Hans-Peter Faas bei der jüngsten Pressekonferenz zu: "Die Gastronomen kamen mit als Letzte auf das Gelände, und in den letzten Wochen vor derEröffnung ist es nicht ganz reibungslos gelaufen. Auf beiden Seiten."

Doch dass die Gastronomie zu teuer sei, ist ein Kritikpunkt, den Faas nicht zählen lässt: "Ich habe noch nie erlebt, dass mal gesagt wurde, die Gastronomie auf einer Gartenschau sei zu günstig. Wenn man die Karte mit den angrenzenden Gastronomiebetrieben vergleicht, dann merkt man, dass es nicht so ist." So sei das Bier rund 15 Cent teurer als in der Innenstadt, das Wasser gäbe es aber 30 Cent billiger.

An Spitzentagen geht es hektisch zu bei der Gastronomie auf der BUGA 2019 in Heilbronn

Gerade die Tatsache, dass es viele verschiedene Gastronomen auf der BUGA gibt, fördere den Wettbewerb und die Vielfalt. "Wir haben bewusst gesagt, wir wollen kein Überangebot schaffen, damit die Verbindung zur Stadt besteht und man auch dort essen geht. Das Angebot ist nicht auf die Spitzentage ausgelegt", sagt Faas. Bis zu 30.000 Besucher waren schon an einem Tag auf der BUGA unterwegs. Das bringt auch die Gastronomen ganz schön ins Schwitzen.

"Wir sind definitiv zufrieden mit dem perfekten Standort neben der Sparkassenbühne. Zu Stoßzeiten bei Konzerten haben wir jetzt zusätzlich eine temporäre Ausschanktheke und bieten mittlerweile auch Kleinigkeiten zum Wein an", sagt Daniel Drautz von der Wein Villa.

Hohe Investitionskosten für die Gastronomie auf der BUGA 2019 Heilbronn

Für Lutz Albrecht von der Fantastic Gastronomie liegt die Schwierigkeit in der unterschiedlichen Gästestruktur: "Das ist jedes Mal eine neue Herausforderung für das Personal. Wir haben hier ein ganz unterschiedliches Publikum. Die Fluktuation beim Personal ist auch nicht unerheblich." Bei den Preisen solle man auch bedenken, dass die Gastronomie eben nur eine temporäre Einrichtung sei.  "Wir mussten erst einmal 550.000 Euro investieren, dazu kommen jeden Monat 280.000 Euro Lohnkosten dazu", sagt Albrecht. Fantastic betreibt unter anderem die Markthalle und das Bootshaus.

Gastronomie auf der BUGA wünscht sich mehr Respekt und Verständnis 

Gerade spontane Verlängerungen der Öffnungszeiten der Gastronomie, weil das Wetter gut ist, seien nicht so einfach, da für eine zusätzliche Schicht das Personal fehle. Albrecht wünschte sich mehr Respekt und Verständnis für Wartezeiten, wenn viel los sei. Das sei im Café Samocca nicht das große Problem. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Handicap. "Ich bin froh, dass es gut angenommen wird. Manchmal müssen wir unseren Gästen auch erklären, was es mit dem Konzept auf sich hat", sagt Leiterin Aileen Schinagl.

Tafeln an den Eingängen der BUGA informieren über die Öffnungszeiten der Gastro-Betriebe.

Für viele Probleme haben die Gastronomen eine Lösung gefunden: Laufend wird nach weiterem Personal gesucht, Abläufe spielen sich ein und an den Eingängen gibt es große Tafeln, auf denen die Besucher erfahren, welche Gastro-Betriebe wie lange geöffnet haben. Auch zusätzliche Ausschankbereiche sollen helfen, die Wartezeit zu verkürzen. Albrecht: "Wir wollen den Gästen einen schönen Tag ermöglichen. Da muss jeder mitmachen. Ich erwarte von den Gästen auch, dass sie etwas lockerer und kompromissbereit sind, wenn viel los ist."

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