Opfer gefesselt, geschlagen und bedroht

Brutaler Raub in Neckargartach: 13 Jahre Haft für Täter

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Heute fällt das Urteil wegen brutalen Raubes vor dem Landgericht Heilbronn.
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Damit kommt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft nach.

+++ Urteil gefallen +++

Das Heilbronner Landgericht hat den Angeklagten im Fall des brutalen Raubüberfalls in Heilbronn-Neckargartach zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das berichtet der SWR. Demnach muss der Angeklagte auch ein Schmerzensgeld an die Opfer zahlen.

Nach Überzeugung des Gerichts war der 29-jährige Georgier schuldig. Er selbst hatte eine Beteiligung an dem Überfall abgestritten. Richter Roland Kleinschroth betonte aber, dass ein Schuhabdruck und seine DNA auf dem Schlafanzug eines Opfers ihn Zweifelsfall überführt hätten.

Brutale Vorgehensweise: Opfer wurde mit Schraubenzieher gequält

Der Mann war nach Überzeugung des Gerichts mit drei Komplizen im November 2017 nach Mitternacht in ein Wohnhaus in Heilbronn eingedrungen. Anschließend sollen die Täter die vier im Schlaf überraschten Bewohner im Alter zwischen 66 Jahren und 90 Jahren mit Klebebändern fixiert und sie über zwei Stunden schwer misshandelt haben.

Der Angeklagte habe beispielsweise einem der Opfer mit einem Schraubenzieher ins Gesicht gestochen und so schwere Verletzungen zugefügt. Insgesamt stahlen die Täter damals Wertgegenstände in Höhe von knapp 40.000 Euro. Die Beute ist bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Bande aus Georgien soll hinter dem Überfall stecken

Der 29-Jährige soll zu einer etwa 100-köpfigen Gruppe gehören, die durch Europa zieht, um Wohnungen auszurauben. Immer mal wieder sei der Angeklagte, der über ein abgeschlossenes Pharmaziestudium verfügt, in Polizeikontrollen geraten. Dabei seien in einem Fall dessen Schuhsohlen fotografiert worden. Die Abdrücke seien auf dem Grundstück des Hauses, in das die Gruppe eingebrochen war, gefunden worden.

+++Nachricht von 6.00 Uhr: Heute soll das Urteil fallen+++

Wegen des brutalen Überfalls auf ein Ehepaar, eine 90 Jahre alte Seniorin und ihre Pflegerin wird heute der Urteilsspruch am Landgericht Heilbronn erwartet. Der 1989 geborene Angeklagte aus Georgien soll gemeinsam mit zwei Komplizen im November 2017 bei einem Ehepaar in Heilbronn eingebrochen sein (wir berichteten). 

Die vier im Schlaf überraschten Anwohner seien gefesselt, zum Teil geschlagen und bedroht worden. Auf diese Weise sollen die mutmaßlichen Täter Zugang zum Tresor erhalten und Bargeld und Schmuck im Wert von 37 000 Euro erbeutet haben. 

Die Plädoyers wurden bereits am 10. August gehalten. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten 13 Jahre Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung plädierte indes für einen Freispruch.

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