Bomben an Lidl, Hipp und ADM Wild

Briefbomben-Prozess: Rentner hatte „Todesängste“ – LKA weist Kritik zurück

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Im Februar wurden Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild verschickt. Der Freigesprochene kritisiert die Ermittler nach Prozessende scharf – er hatte „Todesängste“.

Update vom 1. Dezember: Der Briefbomben-Prozess vor dem Landgericht Heidelberg hat gegen Ende eine unerwartete Wendung genommen. Der inzwischen 67-jährige Angeklagte, welcher unter dringendem Tatverdacht stand, im Februar 2021 Briefbomben an ADM Wild, Lidl und Hipp versendet zu haben, wurde freigesprochen. Nun kritisierte der freigesprochene Rentner die Ermittler gegenüber dem SWR scharf: Er habe während des Einsatzes schwer bewaffneter Spezialkräfte in seinem Haus Todesängste ausgestanden.

Das Landeskriminalamt (LKA) weist die Vorwürfe zurück, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Das war sein Empfinden“, betont ein Behördensprecher im Blick auf die Beschwerden des Mannes über den Zugriff von schwerbewaffneten Spezialkräften. Aus Sicht der Beamten sei das aber ein angemessener Einsatz gewesen, so der Sprecher.

„Denn zum damaligen Ermittlungsstand musste man davon ausgehen, dass der Mann mit Sprengstoff hantiert und den Tod von Menschen in Kauf nahm.“ Im Fokus hätten damals Schutz und Gefahrenabwehr gestanden. Die Kritik sei auch kein Gegenstand der Verhandlung gewesen.

Briefbomben-Prozess: LKA weist Kritik an Einsatz des Freigesprochenen zurück

Ein Fehlverhalten der ermittelnden Polizeibeamten gibt es auch aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht. Die Anklagebehörde fügte hinzu: „Ungeachtet des Umstands, dass der Freispruch ja kein Unschuldsbeweis war, überprüfen die Strafverfolgungsbehörden ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen in dem angesprochenen Ermittlungsverfahren ein weiteres Mal darauf, ob es Ermittlungsansätze im Hinblick auf einen anderen Täter beziehungsweise einen weiteren Mittäter gibt.“

Das Gericht hatte den 67-Jährigen jüngst vom Vorwurf des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und gefährlicher Körperverletzung freigesprochen. Laut Anklage hatte der Elektriker aus Ulm explosive Postsendungen nutzen wollen, um von den adressierten Lebensmittelunternehmen Geld zu erzwingen. Die verschickten Sendungen hatten vier Menschen in zwei Firmen verletzt. Der Mann hatte stets seine Unschuld beteuert. Er saß mehr als 200 Tage in Untersuchungshaft. Nach dem Freispruch hatte die Anklagebehörde keine Rechtsmittel eingelegt.

Jetzt werden die Beamten weiteren Hinweisen und Ermittlungsansätzen nachgehen, wie der LKA-Sprecher erläuterte. Zu Hochzeiten seien über 100 Menschen mit dem Fall beschäftigt gewesen. Derzeit seien es einige weniger. Auf die Frage, ob er noch zuversichtlich sei, den wahren Täter zu finden, sagte er: „Wenn wir nicht mehr zuversichtlich wären, hätten wir unseren Beruf verfehlt.“

Briefbomben-Prozess: Freigesprochener hatte „Todesängste“ – es hagelt Kritik

Update vom 30. November: Im Februar 2021 wurden Briefbomben an ADM Wild und Lidl verschickt – sie detonierten beim Öffnen, insgesamt vier Mitarbeiter wurden verletzt. Auch an Hipp wurde eine Paketbombe verschickt, diese konnte allerdings rechtzeitig abgefangen werden. Kurz nach den Anschlägen auf die Lebensmittelfirmen wurde ein inzwischen 67-jähriger Mann festgenommen, es bestand dringender Tatverdacht.

Am 8. September hat der Prozess vor dem Heidelberger Landgericht begonnen. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg warf dem angeklagten Elektriker vor, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben, außerdem klagten sie ihn wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung an.

Doch der Briefbomben-Prozess hat gegen Ende eine drastische Wendung genommen: Der angeklagte Rentner wurde freigesprochen. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert, da der 67-Jährige nach einem anthropologischen Gutachten mit höchster Wahrscheinlichkeit gar nicht der gesuchte Mann sei. Noch dazu hatte dieser immer seine Unschuld beteuert.

Briefbomben-Prozess ADM Wild, Lidl & Hipp: Freigesprochener hatte „Todesängste“

Nun meldet sich der 67-Jährige zu Wort: Er habe während des Einsatzes schwer bewaffneter Spezialkräfte in seinem Haus Todesängste ausgestanden. „Da denkst du nur, die Welt geht unter. Ich dachte, das war es jetzt“, sagte er gegenüber der Südwest Presse. Erst am Tag nach dem aus seiner Sicht unangemessen Einsatz erfährt der Ulmer nach eigenen Angaben, was ihm zur Last gelegt wird.

Der Mann saß mehr als 200 Tage in Untersuchungshaft, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der Freigesprochene kritisiert die Ermittler scharf. „Es gab viele schlaflose Nächte im Knast, wenn wieder neue Anschuldigungen aufgetaucht sind.“ Schlimmstenfalls hätten dem Rentner bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft gedroht.

Überraschende Wendung im Briefbomben-Prozess – heftiger Verdacht bestätigt

Update vom 19. November: Mitte Februar 2021 wurden in Süddeutschland Brief- und Paketbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild verschickt – zwei davon detonierten, wobei Mitarbeiter verletzt wurden, eine Paketbombe konnte abgefangen werden. Kurz nach den Attentaten wurde ein 66-jähriger Mann festgenommen, es bestand dringender Tatverdacht. Am 8. September startete der Prozess vor dem Landgericht Heidelberg. Am Freitag (19. November) hat der Fall nun eine drastische Wendung genommen.

Das Landgericht Heidelberg hat den in dem Briefbomben-Prozess angeklagten Rentner freigesprochen. Der Angeklagte müsse nur eine Geldstrafe wegen des unerlaubten Besitzes von Munition zahlen, hieß es bei der Urteilsverkündung am Freitag. Der Ulmer hatte stets seine Unschuld beteuert.

Briefbomben-Prozess nimmt überraschende Wendung – Freispruch für den Angeklagten

Die Serie der explosiven Postsendungen hatte am 16. Februar in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. In der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild wurde ein Mann durch eine Verpuffung verletzt, als er ein Paket annahm. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg warf dem Angeklagten vor, eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben, außerdem gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung. Mittels selbstgebauter Sprengsätze habe der Elektriker Geld von den Firmen erzwingen wollen. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert, weil der Rentner nach einem anthropologischen Gutachten mit höchster Wahrscheinlichkeit gar nicht der gesuchte Mann sei. Wie es nun in dem Fall weiter geht, ist noch nicht bekannt.

Briefbomben-Prozess: Justizirrtum? Neues Gutachten stärkt heftigen Verdacht

Update vom 23. Oktober: Die aktuellen Entwicklungen im Briefbomben-Prozess in Heidelberg überraschen. Denn: Nach dem Gutachten eines Anthropologen ist es fraglich, ob überhaupt der richtige Verdächtige vor Gericht steht! Ist der 66-jährige Angeklagte am Ende unschuldig? Der Mann beteuert zumindest bereits seit Prozessbeginn seine Unschuld.

Am Freitag sagte der Anthropologe vor dem Heidelberger Landgericht aus wie der SWR berichtet. Die Verteidigung hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, spricht sogar von Justizirrtum. Inhalt der Aussage war die Klärung der Frage, ob der Angeklagte die gesuchte Person sei, die auf einem Überwachungsvideo zu sehen ist. Das Überwachungsvideo stammt aus der Postfiliale in Ulm, in der die drei Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild aufgegeben wurden.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Anthropologen-Gutachten bezweifelt Schuld des Angeklagten

Wie der SWR weiter schreibt, sei es laut Aussage des Anthropologen „fast ausgeschlossen, dass der Angeklagte die Person auf dem Video ist“. Einige Unsicherheiten bleiben jedoch, denn: Die Person auf dem Video trägt Mütze, Maske, Schal, Jacke und Handschuhe. Kurz: Sie ist stark verhüllt. Trotzdem gebe es 16 äußere Merkmale, die von dem Angeklagten abweichen.

Bereits ein vorheriges Gutachten hatte Zweifel an der Schuld des 66-jährigen Angeklagten gesät. Bei der Spurensuche mit Hunden soll es „gravierende Fehler“ gegeben haben, ebenso sei die Spurensuche am Tatort „grob fehlerhaft“ gewesen. Ende November wird ein Urteil im Briefbomben-Prozess erwartet.

Lidl, Hipp und ADM Wild: Überraschende Entwicklung im Briefbomben-Prozess

Update, 5. Oktober: Im Februar hat es in Süddeutschland eine Serie von Brief- und Paketbomben gegeben, welche an große Lebensmittel-Konzerne adressiert waren. Zwei davon – bei ADM Wild und LIDL – sind hochgegangen, mehrere Menschen wurden bei den Detonationen verletzt. Eine Paketbombe, adressiert an Hipp, konnte noch rechtzeitig abgefangen werden. Nur wenige Tage nach den Anschlägen wurde ein 66-jähriger Mann festgenommen. Aktuell laufen die Verhandlungen vor Gericht. Nun allerdings wurde der angeklagte Rentner aus der Untersuchungshaft entlassen.

Die zuständige Kammer habe den Haftbefehl gegen ihn am Montag (4. Oktober) aufgehoben, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Heidelberg am Abend der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Zeitung Mannheimer Morgen. Nach derzeitigem Stand liege kein dringender Tatverdacht gegen den Mann mehr vor. Daher sei die Freilassung angeordnet worden. Beim Prozessauftakt am 8. September hatte der gelernte Elektriker aus dem Raum Ulm jeden Zusammenhang mit der explosiven Post bestritten.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Angeklagter aus U-Haft entlassen – Prozess geht weiter

Der Prozess geht nach Angaben des Landgerichts an diesem Freitag (8. Oktober) weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten nach Angaben vom Prozessauftakt das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vor. Sie ging bislang davon aus, dass er die Sprengvorrichtungen selbst gebaut hat. Er habe Geld von den Firmen erpressen wollen.

Begonnen hat es am 16. Februar in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild begonnen: Beim Öffnen eines Pakets gab es eine Verpuffung – ein Mann wurde dabei verletzt. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten, auch am Gebäude sind durch die Briefbombe Schäden entstanden. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Ist der Angeklagte zu klein?

Update, 17. September: Am heutigen Freitag (17. September) steht vor dem Landgericht Heidelberg der nächste Verhandlungstag im sogenannten „Paket-Bomber“-Prozess an. Angeklagt ist ein 66-jähriger Rentner, der zum Prozessauftakt die Vorwürfe gegen sich bestritten hatte.

Im Zuge der Zeugenvernehmung kommt auch eine „Super-Recognizerin“ der Polizei zu Wort, wie der SWR berichtet. Dabei handelt es sich um eine Person mit einer besonderen Begabung. „Super-Recognizer“ können Menschen auf Überwachungsvideos auch dann erkennen, wenn die Bilder unscharf oder das Gesicht teilweise verdeckt ist.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Mann auf Überwachungsvideo nicht identifizierbar - ist es der Angeklagte?

Letzteres ist im „Paket-Bomber“-Prozess der Fall. Auf den Videoaufnahmen ist zwar zusehen, wie ein Mann die Pakete in einer Postannahmestelle in Ulm aufgibt, das Gesicht ist jedoch wegen der Maskenpflicht verdeckt. Zudem trägt der Mann eine tief sitzende Mütze, Schal und Brille. Lediglich sein Verhalten sowie Gang und Körperhaltung sind erkennbar.

Aus diesem Grund wurden bereits die Filialleiterin und der Mitarbeiter, der die Pakete angenommen hatte, vom Heidelberger Landgericht befragt. Den mutmaßlichen Täter konnte der junge Mann jedoch nicht identifizieren - gegenüber der Polizei hatte er diesen jedoch auf 1,80 m geschätzt.

Diese Angabe könnte im Prozess noch wichtig werden, denn der Angeklagte ist deutlich kleiner. Um das zu demonstrieren, stand der 66-Jährige am Mittwoch einmal auf. Auf Wunsch der Verteidigung soll nun durch einen Gutachter geprüft werden, ob der Angeklagte überhaupt der Mann auf dem Video sein kann. Dabei müsse jedoch berücksichtigt werden, dass das Video möglicherweise in der Perspektive verzerrt sein könnte.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Erstes Sprengopfer weint vor Gericht

Update Mittwoch, 8. September: Ein 66-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Heidelberg verantworten, da er im Februar dieses Jahres mit selbstgebauten Sprengsätzen auf die Lebensmittelunternehmen Lidl, ADM Wild und Hipp mutmaßlich Geld erpressen wollte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Angeklagt ist der Rentner wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung.

Zum Prozess-Auftakt am Mittwochmorgen (8. September) bestritt der 66-Jährige jedoch die Vorwürfe. „Ich bin nicht die von Ihnen gesuchte Person“, sagte der Angeklagte in der Hauptverhandlung. „Ich hoffe auf Gerechtigkeit.“ Dem Rentner droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Erster Zeuge weint vor Gericht

Am 16. Februar war in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Laut Gericht erlitt er leichte Hautverletzungen sowie ein Knalltrauma und soll wegen anhaltender Beschwerden weiterhin arbeitsunfähig sein. Wie der SWR berichtet, wurde der 44-Jährige aus Schwetzingen als erster Zeuge geladen – vor seiner Aussage soll der Mann geweint haben.

Einen Tag später explodierte ein Brief beim Öffnen in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm im Kreis Heilbronn. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde glücklicherweise in einem Paketverteilerzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Prozess-Auftakt: Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp – 66-Jähriger angeklagt

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die Sprengvorrichtungen selbst gebaut hat. Um die Sprengstoffmasse herzustellen, soll der Elektriker Zündholzköpfe abgeschabt haben. Die drei Pakete habe er am 15. Februar in einer Postannahmestelle in Ulm aufgegeben und unter Androhung weiterer Gewalttaten gegen Mitarbeiter und/oder Kunden an die Unternehmen geschickt.

Der Rentner habe in Kauf genommen, dass Menschen beim Öffnen der Pakete durch die Explosionen verletzt werden. Auf diese Weise habe der Mann Geld von den Firmen erzwingen wollen. Kurz nach den Anschlägen nahm die Polizei den Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm fest. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Bei einer Durchsuchung seines Wohnhauses wurde laut Gericht Munition entdeckt. Für das Verfahren sind im Moment elf Fortsetzungstermine bis Mitte November geplant. Die Kammer hat 47 Zeugen und 3 Sachverständige geladen.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Prozess gegen Rentner beginnt

Erstmeldung Dienstag, 7. September: Anfang des Jahres sorgte eine Serie von Explosionen in Baden-Württemberg für Angst und Schrecken. Ab dem 8. September muss sich der 66-jährige Tatverdächtige vor dem Landgericht Heidelberg verantworten. Gleich drei Pakete mit explosivem Inhalt soll der Rentner am 15. Februar in Ulm aufgegeben haben, dabei soll der Mann von einer Überwachungskamera gefilmt worden sein. Adressaten waren: Lidl, ADM Wild und Hipp.

Die erste Bombe kam tags darauf in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild in Eppelheim an. Beim Öffnen des Pakets kam es zu einer Verpuffung, bei der ein Mann verletzt wurde. Am 17. Februar kam es dann beim Öffnen eines Briefes in der ehemaligen Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Auch am Gebäude entstanden dabei Schäden.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Rentner (66) droht langjährige Haftstarfe

Das dritte Paket hätte an den Babynahrungshersteller Hipp gehen sollen, wurde aber in einem Paketverteilerzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Heidelberg: Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung.

Dem 66-jährigen Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten ergeben, dass der ehemalige Elektriker die Briefbomben selbst gebaut haben soll. Als Sprengstoff diente ihm dabei eine Masse, die er durch das Abschaben von Zündholzköpfen hergestellt hatte.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Landgericht Heidelberg lädt 47 Zeugen

Zudem habe man in der Wohnung des Mannes „in einem Schrank 13 Zentralfeuerkartuschen mit unterschiedlichem Kaliber sowie zwei Zentralfeuerpatronen“ gefunden, teilte das Landgericht Heidelberg mit. Warum der Rentner die Paketbomben an Lidl, ADM Wild und Hipp gesendet hat, ist bislang noch unklar. Für den Prozess gegen den 66-Jährigen hat insgesamt zwölf Verhandlungstermine angesetzt, das Urteil soll dann am 19. November fallen. Bis dahin will das Landgericht Heidelberg zur Beweisaufnahme 47 Zeugen und drei Sachverständige befragen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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