Drei Bomben verschickt

Lidl, Hipp und ADM Wild: Krasse Entwicklung im Briefbomben-Prozess

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Im Februar wurden Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild verschickt. Einem 66-Jährigen wird derzeit der Prozess gemacht – nun allerdings wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen.

Update, 5. Oktober: Im Februar hat es in Süddeutschland eine Serie von Brief- und Paketbomben gegeben, welche an große Lebensmittel-Konzerne adressiert waren. Zwei davon – bei ADM Wild und LIDL – sind hochgegangen, mehrere Menschen wurden bei den Detonationen verletzt. Eine Paketbombe, adressiert an Hipp, konnte noch rechtzeitig abgefangen werden. Nur wenige Tage nach den Anschlägen wurde ein 66-jähriger Mann festgenommen. Aktuell laufen die Verhandlungen vor Gericht. Nun allerdings wurde der angeklagte Rentner aus der Untersuchungshaft entlassen.

Die zuständige Kammer habe den Haftbefehl gegen ihn am Montag (4. Oktober) aufgehoben, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Heidelberg am Abend der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Zeitung Mannheimer Morgen. Nach derzeitigem Stand liege kein dringender Tatverdacht gegen den Mann mehr vor. Daher sei die Freilassung angeordnet worden. Beim Prozessauftakt am 8. September hatte der gelernte Elektriker aus dem Raum Ulm jeden Zusammenhang mit der explosiven Post bestritten.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Angeklagter aus U-Haft entlassen – Prozess geht weiter

Der Prozess geht nach Angaben des Landgerichts an diesem Freitag (8. Oktober) weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten nach Angaben vom Prozessauftakt das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vor. Sie ging bislang davon aus, dass er die Sprengvorrichtungen selbst gebaut hat. Er habe Geld von den Firmen erpressen wollen.

Begonnen hat es am 16. Februar in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild begonnen: Beim Öffnen eines Pakets gab es eine Verpuffung – ein Mann wurde dabei verletzt. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten, auch am Gebäude sind durch die Briefbombe Schäden entstanden. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Ist der Angeklagte zu klein?

Update, 17. September: Am heutigen Freitag (17. September) steht vor dem Landgericht Heidelberg der nächste Verhandlungstag im sogenannten „Paket-Bomber“-Prozess an. Angeklagt ist ein 66-jähriger Rentner, der zum Prozessauftakt die Vorwürfe gegen sich bestritten hatte.

Im Zuge der Zeugenvernehmung kommt auch eine „Super-Recognizerin“ der Polizei zu Wort, wie der SWR berichtet. Dabei handelt es sich um eine Person mit einer besonderen Begabung. „Super-Recognizer“ können Menschen auf Überwachungsvideos auch dann erkennen, wenn die Bilder unscharf oder das Gesicht teilweise verdeckt ist.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Mann auf Überwachungsvideo nicht identifizierbar - ist es der Angeklagte?

Letzteres ist im „Paket-Bomber“-Prozess der Fall. Auf den Videoaufnahmen ist zwar zusehen, wie ein Mann die Pakete in einer Postannahmestelle in Ulm aufgibt, das Gesicht ist jedoch wegen der Maskenpflicht verdeckt. Zudem trägt der Mann eine tief sitzende Mütze, Schal und Brille. Lediglich sein Verhalten sowie Gang und Körperhaltung sind erkennbar.

Aus diesem Grund wurden bereits die Filialleiterin und der Mitarbeiter, der die Pakete angenommen hatte, vom Heidelberger Landgericht befragt. Den mutmaßlichen Täter konnte der junge Mann jedoch nicht identifizieren - gegenüber der Polizei hatte er diesen jedoch auf 1,80 m geschätzt.

Diese Angabe könnte im Prozess noch wichtig werden, denn der Angeklagte ist deutlich kleiner. Um das zu demonstrieren, stand der 66-Jährige am Mittwoch einmal auf. Auf Wunsch der Verteidigung soll nun durch einen Gutachter geprüft werden, ob der Angeklagte überhaupt der Mann auf dem Video sein kann. Dabei müsse jedoch berücksichtigt werden, dass das Video möglicherweise in der Perspektive verzerrt sein könnte.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Erstes Sprengopfer weint vor Gericht

Update Mittwoch, 8. September: Ein 66-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Heidelberg verantworten, da er im Februar dieses Jahres mit selbstgebauten Sprengsätzen auf die Lebensmittelunternehmen Lidl, ADM Wild und Hipp mutmaßlich Geld erpressen wollte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Angeklagt ist der Rentner wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung.

Zum Prozess-Auftakt am Mittwochmorgen (8. September) bestritt der 66-Jährige jedoch die Vorwürfe. „Ich bin nicht die von Ihnen gesuchte Person“, sagte der Angeklagte in der Hauptverhandlung. „Ich hoffe auf Gerechtigkeit.“ Dem Rentner droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Erster Zeuge weint vor Gericht

Am 16. Februar war in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Laut Gericht erlitt er leichte Hautverletzungen sowie ein Knalltrauma und soll wegen anhaltender Beschwerden weiterhin arbeitsunfähig sein. Wie der SWR berichtet, wurde der 44-Jährige aus Schwetzingen als erster Zeuge geladen – vor seiner Aussage soll der Mann geweint haben.

Einen Tag später explodierte ein Brief beim Öffnen in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm im Kreis Heilbronn. Drei Menschen wurden dabei verletzt. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde glücklicherweise in einem Paketverteilerzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Prozess-Auftakt: Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp – 66-Jähriger angeklagt

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die Sprengvorrichtungen selbst gebaut hat. Um die Sprengstoffmasse herzustellen, soll der Elektriker Zündholzköpfe abgeschabt haben. Die drei Pakete habe er am 15. Februar in einer Postannahmestelle in Ulm aufgegeben und unter Androhung weiterer Gewalttaten gegen Mitarbeiter und/oder Kunden an die Unternehmen geschickt.

Der Rentner habe in Kauf genommen, dass Menschen beim Öffnen der Pakete durch die Explosionen verletzt werden. Auf diese Weise habe der Mann Geld von den Firmen erzwingen wollen. Kurz nach den Anschlägen nahm die Polizei den Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm fest. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Bei einer Durchsuchung seines Wohnhauses wurde laut Gericht Munition entdeckt. Für das Verfahren sind im Moment elf Fortsetzungstermine bis Mitte November geplant. Die Kammer hat 47 Zeugen und 3 Sachverständige geladen.

Briefbomben an LIDL, ADM Wild und Hipp: Prozess gegen Rentner beginnt

Erstmeldung Dienstag, 7. September: Anfang des Jahres sorgte eine Serie von Explosionen in Baden-Württemberg für Angst und Schrecken. Ab dem 8. September muss sich der 66-jährige Tatverdächtige vor dem Landgericht Heidelberg verantworten. Gleich drei Pakete mit explosivem Inhalt soll der Rentner am 15. Februar in Ulm aufgegeben haben, dabei soll der Mann von einer Überwachungskamera gefilmt worden sein. Adressaten waren: Lidl, ADM Wild und Hipp.

Die erste Bombe kam tags darauf in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild in Eppelheim an. Beim Öffnen des Pakets kam es zu einer Verpuffung, bei der ein Mann verletzt wurde. Am 17. Februar kam es dann beim Öffnen eines Briefes in der ehemaligen Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Auch am Gebäude entstanden dabei Schäden.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Rentner (66) droht langjährige Haftstarfe

Das dritte Paket hätte an den Babynahrungshersteller Hipp gehen sollen, wurde aber in einem Paketverteilerzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Heidelberg: Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung.

Dem 66-jährigen Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten ergeben, dass der ehemalige Elektriker die Briefbomben selbst gebaut haben soll. Als Sprengstoff diente ihm dabei eine Masse, die er durch das Abschaben von Zündholzköpfen hergestellt hatte.

Briefbomben an Lidl, Hipp und ADM Wild: Landgericht Heidelberg lädt 47 Zeugen

Zudem habe man in der Wohnung des Mannes „in einem Schrank 13 Zentralfeuerkartuschen mit unterschiedlichem Kaliber sowie zwei Zentralfeuerpatronen“ gefunden, teilte das Landgericht Heidelberg mit. Warum der Rentner die Paketbomben an Lidl, ADM Wild und Hipp gesendet hat, ist bislang noch unklar. Für den Prozess gegen den 66-Jährigen hat insgesamt zwölf Verhandlungstermine angesetzt, das Urteil soll dann am 19. November fallen. Bis dahin will das Landgericht Heidelberg zur Beweisaufnahme 47 Zeugen und drei Sachverständige befragen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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