Gemeinderatsmitglied fordert Videoüberwachung

Brennpunkt Innenstadt: Das sagt die Kirche

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Immer wieder lungern junge Männer vor der Heilbronner Kilianskirche herum und behindern den Zugang.
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Bisher haben klärende Gespräche immer geholfen.

Prügeleien, Geschrei, Lärm, Belästigungen, Drogenhandel und -konsum - seit Wochen häufen sich die Beschwerden von Passanten und Händlern. Im Heilbronner Zentrum, am Kilians- und am Marktplatz, fühlen sich viele nicht mehr sicher. Erst recht, wenn junge Männer mit Migrationshintergrund dutzendweise in der Innenstadt herumlungern. Und selbst, wenn nichts passiert: Seit der Kölner Silvesternacht zum Jahresausklang 2015 sind die Bedenken da.

"Auch uns ist natürlich aufgefallen, dass sich viele junge Männer mit Migrationshintergrund rund um die Kilianskirche aufhalten", sagt Rolf Krieg. Der Kirchenpfleger des evangelischen Kirchenbezirks Heilbronn hat beobachtet: "Viele sind beschäftigt, nutzen vermutlich das kostenlose WLAN und sind mit ihrer Heimat in Kontakt."

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Tatsächlich sitzen viele auf der Treppe und behindern den Zugang zur Kilianskirche. Krieg: "Das ist auch vielen Passanten und Gemeindemitgliedern aufgefallen. Manche haben sich auch beschwert." Doch ernsthafte Probleme hat Krieg keine ausgemacht: "Wenn man die Leute anspricht und sie bittet, den Weg freizumachen, klappt das auch. Klärende Gespräche waren bislang immer sinnvoll."

Eine dramatische Erhöhung der Polizeipräsenz hat Krieg nicht ausgemacht. "Schon lange haben die Beamten die Innenstadt im Fokus. Grundsätzlich darf sich ja jeder aufhalten, wo er will. Solange alles friedlich bleibt und die Leute auf Hinweise reagieren, ist ja auch alles in Ordnung."

Alexander Throm, Heilbronner Stadtrat, sieht den Brennpunkt deutlich weniger entspannt. Er findet es gut, dass die Polizei in der Innenstadt verstärkt Präsenz zeigt. Doch das sei noch nicht genug: "Wir müssen an diesen Stellen auch dringend über Videoüberwachung im öffentlichen Raum nachdenken. Dies gilt sowohl für die Strafverfolgung, aber - noch wichtiger - für die Prävention. Wir müssen dafür sorgen, dass sich Heilbronner - genauso wie Gäste unserer Stadt - hier wohlfühlen."

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