Zum Tag der Biene

Gegen Bienensterben! Immer mehr Heilbronner wollen Imker werden

+
Die Biene und andere Insekten sind besonders wichtig für unser Ökosystem (Symbolbild).
  • schließen

Das Bienensterben ist nicht nur am Tag der Biene ein Thema das die Menschen bewegt. Immer mehr Menschen wollen auch in Heilbronn Imker werden.

Sie ist gelb und schwarz, hat einen Freund, der Willi heißt und liebt Honig - zum Tag der Biene fällt einem wahrscheinlich sofort die süße Biene Maja ein, die viele noch aus der Zeichentrickserie oder dem Buch kennen, doch diese Idylle ist bedroht: Vom großen Artensterben ist immer wieder die Rede. In Bayern gab es sogar ein großes Volksbegehren für mehr Artenschutz.

"Der Naturschutzgedanke ist bei der Bevölkerung ganz klar angekommen", sagt Torsten Eberhardt, erster Vorsitzender des Bezirksimkereiverein Heilbronn. Besonders an den Anfragen für Jungimkerkurse merke man, dass den Menschen die Bienen am Herzen liegen. "Wir haben einen regen Zulauf und müssen manchmal den Menschen sogar absagen, weil wir gar nicht so viele Plätze haben", erklärt Eberhardt.

Bienensterben: Imker sind wichtig - sie nehmen Umweltveränderungen wahr

Knapp 300 Mitglieder und rund 2500 Bienenvölker aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn gehören zu dem Verein. "Imker werden immer wichtiger, sie sind die ersten, die mit ihren Bienen feststellen, wenn in der Umwelt etwas nicht stimmt", erklärt Eberhardt.

Warum sind Imker so wichtig? "Ein Bienenvolk könnte heute ohne Imker gar nicht mehr überleben", sagt Bienensachverständiger Eberhardt. Zum einen fehlen passende Behausungen für die Tiere. Unberührte Natur mit Schlupfwinkeln wie zum Beispiel, alte Baumstämme werden immer weniger. 

Wilde Behausungen gibt es für die Bienen immer weniger.

Zu dem kommt die Gefahr vor Erkrankungen: Die Varroamilbe kann ganze Bienenvölker zerstören, wenn man es nicht richtig behandelt. "Von der Uni Hohenheim wurde eine Säurebehandlung entwickelt, mit der die Milben im Bienenbau abgetötet werden können", sagt Eberhardt. Dabei verdunstet Ameisensäure im Bienenbau und diese greift die Milben an, ist aber harmlos für Bienen. Auch die Faulbrut ist eine Gefahr für die Bienen.

Bienensterben: Auch in Heilbronn müssen Imker zufüttern

Auch Nahrung ist ein wichtiger Faktor für die Artenvielfalt: "Das Nahrungsangebot ist bei weitem nicht mehr so groß wie früher. Häufig müssen Imker auch zufüttern", erklärt Eberhardt. Steingärten sind häufig ein Problem, da so die Grünflächen verloren gehen. Aber häufig sind Zierpflanzen mit Pestiziden verseucht. Das belastet die Bienen zusätzlich. Deshalb wird mit eine Zuckerlösungenzugefüttert, die auf dem Bienenbau plaziert werden, sodass die Bienen bei Bedarf statt Blütennektar, Zuckerlösung nutzen können.

Auf der BUGA hat der Bezirksimkerverein Heilbronn einen Bienenstock zum anschauen. Im Bienengarten im "Inzwischenland" kann man in einen Bienenstock hineinschauen und am Flugloch die Bienen beim An- und Abflug beobachten. Heute am Tag der Bienen hält der Professor Jürgen Trautz um 14 Uhr den Vortrag "Das 1x1 der Honigbiene".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare