Die Nagetiere verärgern Landwirte

Biber-Bibber: Ist der süße Pummel eine Plage?

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Der pummlige Nager sorgt für mächtig Ärger.
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Die Zähne sind sein Markenzeichen - und leider auch der Grund, warum Bauerverbände nun rebellieren.

Landwirte und Naturschützer sind sich uneinig, wie mit den niedlichen Tieren umgegangen werden soll: Die nachtaktiven Nager sind zum einen enorm wichtig für unser Ökosystem. Sie könnten Gewässer billiger und besser als Bagger renaturieren, sagt Gottfried May-Stürmer, Biber-Experte vom Bund für Umwelt und Naturschutz Baden-Württemberg. Doch die Veggie-Nager haben auch eine Schattenseite.

Sie zerknabbern den Ertrag der Landwirte und fluten die Acker-Flächen. "Wenn die Allgemeinheit den Biber will, dann ist das ok", sagt Hubert Kucher, Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Ostalb und selbst Betroffener von Biberschäden. 

Auch in Heilbronn und Umgebung hinterlassen die Tiere ihre Spuren: "Wir haben vereinzelt mit Biber-Schäden zu kämpfen. Noch sind wir nicht ganz so stark betroffen, da die Biber aus Bayern rüber wandern", sagt Jan Schwarting vom Bauernverband Heilbronn-Ludwigsburg. Ein etwas größeres Problem hätten da die Kollegen aus dem Eppinger Raum. Das bestätigt auch der Landwirt Rolf Wagner: "Ich wünsche mir ein Miteinander und kein Gegeneinander. Der Gesetzgeber hat damals beschlossen, dass es für Wildschweine und Rehe eine Entschädigung gibt, denn die zerstören unsere Ernte ganz genauso. Da sollte man nun einfach nachbessern und die Biber miteinbeziehen."

Findet ihr auch, dass eine Entschädigung nur fair wäre?

Dieser Meinung ist auch der Landesbauernverband Ostalb und startete deshalb eine Unterschriften-Aktion. Nach den Sommerferien soll die Liste an Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) übergeben werden. 2.000 Menschen sollen bislang unterschrieben haben.

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