Täglicher Kampf ums Überleben

"Ich habe Angst, zu erfrieren" - Das Schicksal der Natalie P.

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Natalie P. hat es nicht leicht im Leben.
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"Vor drei Wochen hatte ich eine Operation. Danach wurde ich wieder auf die Straße gesetzt."

"Ich frage mich jede Nacht: Warum ich?" Natalie P. steht vor dem Nichts. Die 32-Jährige hat keinen Job. Kein Dach über dem Kopf. Und nur wenig Geld, das nicht zum Überleben ausreicht. Ein täglicher Kampf um Leben und Tod. "Ich weine sehr oft und frage mich, wie es weitergehen soll."

Vor allem jetzt haben es Obdachlose besonders schwer. Bei zweistelligen Minusgraden wird Schlafen auf der Straße zum harten Überlebenskampf. Natalie: "Ich übernachte momentan in Unterführungen oder beim Minigolfplatz in Heilbronn. Dort gibt es einen kleinen Vorsprung. Darunter haben wir uns einen Tisch, Sessel und Schlafsäcke hingerichtet."

Mit "uns" meint die Wohnungslose Bekannte, die das gleiche Schicksal teilen. "Mein Freund hat einen Platz im Obdachlosenheim in Heilbronn gekriegt. Ich bemühe mich jetzt, auch einen zu bekommen." Denn das Leben auf der Straße bei dieser eisigen Kälte geht nicht spurlos an ihr vorbei: "Ich bin ständig erkältet. Und vor drei Wochen hatte ich eine Operation. Danach wurde ich wieder auf die Straße gesetzt. Das ist schon hart."

Spenden Sie?

Wie sie gegen die Kälte kämpft? Viel Bewegung. Und sie versucht, es sich mit Decken und Schlafsäcken wärmer zu machen. "Manchmal schmieren wir uns auch mit Fett ein. Das schützt etwas vor den Minusgraden." Mit ein bisschen Glück bekommt Natalie auch einen der zwölf Schlafplätze in der Erfrierungsschutz im Heilbronner Lauerweg. ABER: "Oft sind die überbelegt. Ich habe jede Nacht Angst, zu erfrieren und nicht mehr aufzuwachen."

Doch Natalie ist nicht allein. "Von der Kirche bekommen wir jeden Donnerstag eine warme Mahlzeit, Kaffee und Sachspenden." Beim Gildetreff in Heilbronn hat sie die Möglichkeit, sich aufzuwärmen und sich morgens und mittags zu stärken. Und auch vom Jobcenter erhält sie eine kleine Summe. "Nur das reicht nicht zum Leben. Von 300 Euro im Monat kann ich mir doch keine Wohnung leisten."

Bernd Schwarz, Leiter des Gildetreffs in der Heilbronner Wilhelmstraße, weiß, wie schwer es seine Schützlinge haben: "Sie schlafen teilweise in Bahnwagons oder in den Vorräumen der Banken. Doch da werden sie am nächsten Morgen rausgeschmissen und oft angezeigt."

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Wie es für Natalie P. jetzt weiter geht? "Ich wünsche mir, dass ich bald eine Wohnung habe. Ansonsten wird das Leben schon irgendwie weitergehen."

Spendenaufruf

Werden Sie aktiv und tragen Sie dazu bei, dass wohnungslose Menschen bei diesen Temperaturen nicht erfrieren. Die Kältehilfe Heilbronn braucht dringend Geldspenden für die Deckung der laufenden Kosten, wie zum Beispiel Miete, Heiz- und Betriebskosten, Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und und und...

Das Spendenkonto

Kreissparkasse Heilbronn

Bankleitzahl: 620 500 00

Kontonummer: 26 273

IBAN: DE51 6205 0000 0000 0262 73

Stichwort: "Kältehilfe"

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