Finanzspritze aus Stuttgart

Kommunen bekommen mehr Geld für Kinderbetreuung

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Mehr als eine Milliarde für Kinderbetreuung: Kommunen in Baden-Württemberg bekommen eine Finanzspritze.
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Jetzt ist es beschlossen: Die Kommunen in Baden-Württemberg bekommen in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro für Kinderbetreuung.

  •  Kommunen in Baden-Württemberg bekommen in diesem Jahr einen Zuschuss von mehr als einer Milliarde Euro.
  • Mit der Sonderzahlung sollen die Kommunen in Baden-Württemberg beim Thema Kleinkindbetreuung finanziell entlastet werden.
  • In Heilbronn ist die Kinderbetreuung in einer Kita oder Kindertagesstätte für die Eltern grundsätzlich kostenlos. 

Baden-Württemberg: Mehr als eine Milliarde Euro für Kinderbetreuung

Die Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg bekommen beim ThemaKinderbetreuung finanzielle Unterstützung von Bund und Land. Schon in diesem Jahr könnte ein Zuschuss von fast 1,1 Milliarden Euro für die Kleinkindbetreuung in die einzelnen Kommunen fließen. 970 Millionen Euro stellt die grün-schwarze Landesregierung in Stuttgart dafür zur Verfügung. Weitere 110 Millionen sollen vom Bund kommen, wie das Finanzministerium am Dienstag im Stuttgart erklärt.

Grund für die zusätzliche Finanzspritze ist unter anderem die steigende Geburtenrate in Baden-Württemberg (Foto). Zum Vergleich: Im Jahr 2011 gab es laut dem statistischen Landesamt 88.823 Geburten in Baden-Württemberg. 2019 waren es mit exakt 108.919 schon rund 20.000 Geburten mehr. Und mit steigender Geburtenrate erhöhen sich folglich auch die staatlichen Ausgaben - vor allem bei der Kinderbetreuung. 

Denn für die bestehtseit 2013 ein Rechtsanspruch, sofern das Kind unter drei Jahre alt ist. Dafür braucht es Kitas oder Tagespflege-Einrichtungen - und das kostet. Mit der Finanzspritze sollen in erster LinieBetriebskosten bezahlt werden, die den Kommunen in Baden-Württemberg bei der Kinderbetreuung entstehen. 

Ein Grund für höhere Ausgaben: Die Geburtenrate in Baden-Württemberg. 

Baden-Württemberg: In Heilbronn zahlt man keine Kita-Gebühren

Im Vergleich zahlt Heilbronn sicher mit am meisten für die Kinderbetreuung.Grund: Seit 2008 ist für alle Heilbronner Kinder ab drei Jahren der Besuch eines Kindergartens oder einer Kindertagesstätte kostenlos. Heißt: Die Eltern müssen nichts mehr zuzahlen und nur für Sonderleistungen, wie Essen, Sportangebote oder Teegeld, aufkommen. Damit ist Heilbronn die erste Deutsche Großstadt, die auf dieErhebung von Kita-Gebühren verzichtet hat. Weniger positiv war stattdessen der Kindergarten-Wettbewerb "KÜRBI" in Heilbronn. Hier haben Eltern geschummelt, und versucht, den Kunstwettbewerb der Sprösslinge mit fieser Masche zu beeinflussen. 

Laut Stadt wolle man hier seinen Anspruch auf Kinder- und Familienfreundlichkeit unter Beweis stellen. Junge Familien sollen zudem spürbar finanziell entlastet werden. Und das Kostet: Rund 44 Millionen Euro muss die Stadt Heilbronn allein in diesem Jahr aus der Staatskasse beisteuern. Für Investitionen sind zudem zusätzlich 7,8 Millionen Euro im Haushalt 2020 veranschlagt. Wie wichtig solche Investitionen sind, zeigt eineStudie der Bertelsmann-Stiftung, die in Deutschland die Qualität der Betreuung in Krippen und Kindergärten analysiert hat.     

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