Einheitliche Corona-Regeln für BaWü

Inzidenz über 100 – „Notbremse“ für ganz Baden-Württemberg?

Ein Dinosaurier schaut neben einem Schriftzug "Geschlossen" als Teil der Ausstellung "KinoSaurier. Zwischen Fantasie und Forschung" durch die Eingangstür vom Landesmuseum
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Corona-Notbremse: Soll sie bald für ganz Baden-Württemberg gelten? (Symbolbild)
  • vonChristina Rosenberger
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Das Land Baden-Württemberg liegt über 100 – der kritische Inzidenzwert wurde am Wochenende geknackt. Das könnte die „Notbremse“ für alle Landkreise bedeuten...

Kaum gab es die ersten kleinen Lockerungen aus dem monatelangen Lockdown, müssen wir schon wieder um alle Freiheiten und Privilegien bangen, denn die Corona-Zahlen steigen stetig an. Jetzt ist Baden-Württemberg zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder über den Schwellenwert von 100 gestiegen. Wie echo24.de* berichtet, lag der Wert am Sonntag bei 103,1 – eigentlich ist damit die kritische Schwelle für die sogenannte „Notbremse“ erreicht.

Mittlerweile liegen auch fast die Hälfte aller Regionen in Baden-Württemberg über der 7-Tage-Inzidenz von Einhundert – 21 von 44 Stadt- und Landkreisen sind betroffen. Deshalb hatten zuletzt mehrere Kreise Lockerungen wieder zurücknehmen müssen – der Hohenlohekreis hat die Notbremse schon gezogen*. Im Landkreis Schwäbisch Hall* ist die Inzidenz sogar auf über 300 explodiert, sodass wieder eine Ausgangssperre greift.

„Notbremse“ für ganz Baden-Württemberg? Das sagt die Landesregierung

Eigentlich hatten Bund und Länder bei ihrem letzten Corona-Gipfel beschlossen, dass bei Inzidenzen über 100 alle Lockerungen wieder auf den Stand vom 8. März zurückgedreht werden – die „Notbremse“ für Corona-Regeln sollte dann greifen. Doch vorerst wird es für Baden-Württemberg wohl keine flächendeckenden Maßnahmen geben. Das Staatsministerium in Stuttgart erklärt, dass das Land die „Notbremse“ möglichst gezielt einsetzen will – also in einzelnen Landkreisen mit hoher Inzidenz oder mit Hotspots.

Dennoch hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bereits am Freitag angekündigt, es sei mit Verschärfungen zu rechnen. Zum Beispiel müssten Einwohner von Hotspot-Regionen mit harten Maßnahmen rechnen und angesichts vieler Ansteckungen in Kitas und Schulen könne es außerdem sein, dass wieder komplette Schließungen anstehen.

„Notbremse“ für ganz Baden-Württemberg? Landkreistag fordert einheitliche Corona-Regeln

Der Landkreistag Baden-Württemberg hat bereits Ende letzter Woche gefordert, einheitliche Corona-Regeln für das gesamte Bundesland* zu beschließen. Die unterschiedlichen Regelungen von Landkreis zu Landkreis hält Kreistagssprecher Joachim Walter für falsch. Für die Akzeptanz in der Bevölkerung brauche man einheitliche, sinnvolle Corona-Maßnahmen. Würde man also jetzt die „Notbremse“ für das ganze Land ziehen, dann sähen die Regeln ab sofort wieder so aus:

  • Click&Meet fällt wieder weg. Der Einzelhandel dürfte nur noch Click&Collect anbieten.
  • Treffen wären nur noch zwischen einem Haushalt und einer weiteren Person möglich. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden nicht gezählt.
  • Schließungen bei körpernahen Dienstleistungen. Nur medizinisch notwendige Behandlungen und Friseurbesuche wären weiterhin erlaubt.
  • Gruppensport im Freien wäre nicht mehr erlaubt, Außen- und Innensportanlagen müssten für den Freizeitsport schließen. Ausnahmen gäbe es nur für Individualsport auf weitläufigen Anlagen, wie beim Golf.
  • Kultureinrichtungen wie Museen, Galerien, zoologische oder botanische Gärten würden wieder komplett für den Publikumsverkehr geschlossen.

Heute treffen sich nun Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs zum nächsten Corona-Gipfel* und besprechen, wie es generell für Deutschland weitergehen soll. Dabei steht eine Lockdown-Verlängerung bis zum 18. April im Raum. Wie es allerdings mit der „Notbremse“ weitergehen soll, und ob es endlich einheitliche Regelungen geben wird, das ist bislang noch fraglich. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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