Mega-Schlange in Bad Rappenau gefunden

Schockfund bei Heilbronn: Frau will Seil aufheben – und erschrickt, was sie wirklich in der Hand hält

  • vonLisa Klein
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Eigentlich möchte eine Frau in Bad Rappenau nur ein Seil aufheben – und hat plötzlich eine riesige Schlange in der Hand. Ein Biologe bestätigt, um welche Schlangenart es sich bei dem Fund handelt.

Update vom 28. Januar: Einen außergewöhnlichen Fund hat Anja Lebrecht in Bad Rappenau im Kraichgau bei einem Schneeausflug gemacht: Eigentlich will sie nur ein schwarzes Seil, das im Schnee versunken liegt, aufheben. Doch schnell merkt sie, dass das, was sie da in der Hand hält, gar kein Seil ist – sondern eine riesige Schlange! Bei ihrem Fund war diese bereits tot. Die Finderin des rund 1,20 Meter langen Reptils interessiert sich schon länger für Schlangen. Bislang hat sie in Bad Rappenau allerdings noch keine gesehen - und schon gar nicht in dieser Größenordnung.

Außergewöhnlicher Fund in Bad Rappenau: Biologe bestätigt, um welche Schlange es sich handelt

Nach ersten Recherchen von Anja Lebrecht, könnte es sich bei einer Schlange dieser Größenordnung um eine Äskulapnatter handeln, welche allerdings nicht im Kraichgau, sondern im nahen südlichen Teil des Odenwalds beheimatet ist. Der Biologe Dr. Michael Waitzmann bringt nun Klarheit darüber, um welche Schlange es sich bei dem Fund tatsächlich handelt: „Anhand der Fotos kann ich bestätigen, dass es sich bei diesem Tier um ein großes Ringelnatter-Weibchen handelt. Auch Ringelnattern können bei uns eine Gesamtlänge von bis zu 140 Zentimeter erreichen.“

Eigentlich wollte Anja Lebrecht nur ein Seil aufheben, doch plötzlich hatte sie diese 1,20 Meter lange Ringelnatter in der Hand. Foto: Anja Lebrecht

An der Bauchunterseite des Tiers hat der Biologe erkannt, um welche Schlange es sich handelt: „Auf dem Foto ist die dunkel-hell gewürfelte Bauchunterseite der gefundenen Schlange gut zu erkennen. Und damit ist klar, dass es sich um eine Ringelnatter handeln muss. Zudem erkenne ich andeutungsweise auch die hellen Mondflecken im Hinterkopfbereich, die ebenfalls typisch für Ringelnattern sind.“

Warum lag die Ringelnatter im Schnee und hat ihr WInterquartiert verlassen?

Eine Frage, die sich nun stellt, ist: Warum lag die Schlange im Schnee und ist erfroren? Weshalb hat die Ringelnatter ihr Winterquartier bei diesen kalten Temperaturen überhaupt verlassen? Der Biologe sagt dazu: „Alle Reptilien sind wechselwarm und befinden sich in den kalten Wintermonaten in einer sogenannten Winterstarre. Sie verbringen die kalte Jahreszeit in unterirdischen, überwiegend frostfreien Quartieren. Ich kann mir das nur so erklären, dass diese Schlange aus ihrem sicheren Winterquartier ausgegraben wurde – sei es durch eine Baumaßnahme, durch einen umgestürzten Baum oder durch ein anderes Tier.“

Frau in BaWü will Seil aufheben – und hat plötzlich Mega-Schlange in der Hand, aber welche?

Update vom 27. Januar: Nach ihrem außergewöhnlichen Fund hat Frau Lebrecht recherchiert, um welche Schlangenart es sich dabei handeln könnte. Dabei ist sie im Internet auf die Äskulapnatter gestoßen. Es ist durchaus möglich, dass es sich bei der gefundenen Schlange um ein solches Exemplar handelt, denn die Äskulapnatter ist in einer Region beheimatet, die gar nicht so weit von Bad Rappenau entfernt ist: im südlichen Odenwald. Allerdings gibt es ein nicht ganz unwesentliches Hindernis für die Schlange: den Neckar. Generell sind Schlangen sehr gute Schwimmer. Aber ist tatsächlich eine Äskulapnatter aus dem Odenwald nach Bad Rappenau geschlängelt?

Handelt es sich bei der Schlange aus Bad Rappenau wirklcih um eine Äskulapnatter? Foto: Anja Lebrecht

Ob es sich bei dem Fund von Frau Lebrecht wirklich um eine Äskulapnatter handelt, ist bislang nur Spekulation. Denn Lebrecht hat die tote Schlange natürlich nicht einfach mit nach Hause genommen, sondern an ihrem Fundort zurückgelassen. Somit können mögliche Rückschlüsse auf die Schlangenart von Experten nur anhand der Fotos gezogen werden.

Handelt es sich bei dem Fund wirklich um eine Äskulapnatter? Das sagen die Experten

Ein Leser von *echo24.de interessiert sich ebenfalls für den Schlangen-Fund Frau Lebrecht: Dr. med. Lars Schubert. Er ist seit Jahren im Naturschutz in Bad Rappenau tätig und berichtet: „Ich habe in Bad Rappenau auch schon größere Schlangen gesehen, ebenfalls mit dem Ersteindruck „da liegt ein Seil“. Ich habe diese Schlangen aber als eine Sonderform der Ringelnatter eingestuft. Die Schlangen waren in den Weinbergen zu beobachten, wo sich Ringelnattern eher selten aufhalten. Dort gibt es aber eine Quelle und einen Bachlauf. Wenn die Fund-Schlange tatsächlich eine Äskulapnatter war, wäre dies sehr interessant.“

Schubert steht nun in Kontakt mit Lebrecht, vielleicht gibt es somit bald schon etwas mehr Klarheit, um welche Schlange es sich bei dem Fund tatsächlich handelt. Der Biologe Dr. Michael Waitzmann hat sich gegenüber *echo24.de ebenfalls zu dem Schlangen-Fund geäußert. Er geht davon aus, dass es sich bei dem Fund nicht um eine Äskulapnatter handelt: „Auch wenn die Abbildung nicht ganz scharf ist, so gehe ich davon aus, dass es sich um eine weibliche Ringelnatter handelt. Auch Ringelnattern können bei uns eine Länge von bis zu 140 Zentimetern erreichen und werden aufgrund der Größe gerne mit Äskulapnattern verwechselt.“

Schock-Fund! Frau in BaWü will Seil aufheben – und hat plötzlich Mega-Schlange in der Hand

Erstmeldung vom 21. Januar: Einen ungewöhnlichen Fund hat eine Frau am Sonntag in Bad Rappenau im Kraichgau in Baden-Württemberg gemacht: „Wir sind gerade Schlitten gefahren, als ich etwas im Schnee gesehen habe. Ich dachte, dass dort ein Seil liegt und wollte es aus dem Weg räumen, damit niemand darüber stolpert. Doch das Seil wurde immer länger und länger und da habe ich bemerkt: Es ist gar kein Seil, sondern eine Schlange“, erzählt Anja Lebrecht lachend gegenüber echo24.de.

Schlangenfund in Baden-Württemberg: So gefährlich ist diese Schlange wirklich

Anja Lebrecht interessieren Schlangen schon länger, aber begegnet ist sie bisher in Bad Rappenau noch keiner, vor allem nicht einer in dieser Größenordnung: „Ich finde Schlangen schon immer cool, als Kind habe ich mal eine Boa um den Hals gelegt bekommen. Ansonsten habe ich bisher nur einmal eine Ringelnatter gesehen, ebenfalls als Kind. Wir haben nach unserem Fund erst mal recherchiert, was das für eine Schlange sein könnte, die so lang wird“, erzählt Frau Lebrecht.

Rund 1,20 Meter lang soll die Schlange gewesen sein, die Frau Lebrecht während ihres Schneeausflugs gefunden hat. „Wir haben zuerst vermutet, dass es eine ausgesetzte Schlange ist. Dann haben wir recherchiert und herausgefunden, dass es eine Schlange gibt, die in benachbarten Regionen beheimatet ist, unserem Fund ähnelt und auch so lang wird – die Äskulapnatter“, erklärt Anja Lebrecht weiter.

Die Äskulapnatter

Die Äskulapnatter gehört, wie der Name bereits verrät, zu der Familie der Nattern. Sie zählt zu den größten Schlangenarten in Europa, in der Regel wird sie zwischen 1,40 und 1,60 Meter lang, kann aber auch eine Länge von bis zu zwei Meter erreichen. Von der Schlange geht allerdings trotz der beeindruckenden Größe keinerlei Gefahr aus, sie ist wie die meisten Natter-Arten nicht giftig.

Die Grundfärbung der Schlange reicht von einem gelblichen Braun über olivgrün und graubraun bis grauschwarz, wobei die Oberfläche glatt und glänzend ist. Viele der Schuppen sind weiß umrandet. Der Bauch ist hell- oder grünlichgelb bis weißlich gefärbt. Bei sehr dunklen Tieren kann die Körperunterseite auch blauschwarz gefärbt sein.

Schlangenfund in Baden-Württemberg: Droht bald eine Schlangen-Plage?

Bei ihrem Fund war die Schlange bereits tot. „Vermutlich ist sie erfroren“, spekuliert Anja Lebrecht. Der ideale Lebensraum für die Äskulapnatter ist feuchtwarm und sonnig. Die Äskulapnatter lebt bevorzugt in mediterranen Gebieten, das Verbreitungsgebiet dieser Natter konzentriert sich auf Südeuropa und Kleinasien. Allerdings kommt die Äskulapnatter auch in Teilen von Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Der Kraichgau gehört normalerweise eher nicht zum Lebensraum der Äskulapnatter, allerdings der südliche Odenwald, der nicht allzu weit weg ist.

Bei einem Spaziergang findet Anja Lebrecht eine Äskulapnatter. Droht nun auch in Baden-Württemberg eine Schlangenplage? Foto: Anja Lebrecht

Der Odenwald hatte im vergangenen Jahr bereits durch genau diese Schlangenart eine regelrechte Plage zu beklagen. Dahinter steckte eine eigentlich gut gemeinte Initiative, da die Äskulapnatter vom Aussterben bedroht ist. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Äskulapnattern gezüchtet und ausgesetzt. Laut der Hessenschau ist die Population im südlichen Odenwald regelrecht explodiert, Anwohner berichteten von Schlangen, die sich in die Häuser geschlichen haben.

Schlangenfund in Baden-Württemberg: Wie kam die Äskulapnatter nach Bad Rappenau?

Nur an zwei weiteren Stellen neben dem Odenwald kommt die Äskulapnatter in Deutschland noch vor, „nämlich isoliert im südlichen Rheingau rund um Schlangenbad im Taunus und an den Donauhängen bei Passau als Ausläufer der österreichischen Populationen. Diese drei Gebiete sind so weit voneinander entfernt, dass kein Austausch mehr möglich ist. Lediglich die Würfelnatter ist bei uns noch seltener“, heißt es in einem Artikel des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

Wie die Schlange vermutlich aus dem Odenwald nach Bad Rappenau gekommen sein soll, kann sich Frau Lebrecht nicht erklären, da zwischen dem Fundort der Äskulapnatter und dem Odenwald der Neckar entlang fließt. Allerdings stellt der Neckar zwar ein großes, aber nicht zwingend unüberwindbares Hindernis dar: Denn Nattern können sehr gut schwimmen und tauchen. Generell lebt die Äskulapnatter gerne an Gewässerufern und in Auwäldern.

Rubriklistenbild: © Anja Lebrecht

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