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„Laufende Kosten fressen einen auf“ – Bäckerei in Bad Rappenau muss schließen

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Von: Juliane Reyle

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Immer weiter steigende Preise treffen auch Bäckereien wie die Traditionsbäckerei Dörzbach in Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn. Die traurige Konsequenz: Ladenschließung.

Es duftet nach frischem Brot, goldgelbe Brötchen werden aufgefüllt, der Himbeerkuchen liegt in der Auslage und die Qual der Wahl, ob „Nusszopf oder Kuchenstück“ – all das werden Stammkunden und Freunde der Traditionsbäckerei und Konditorei Dörzbach in Bad Rappenau bald vermissen, denn der beliebte Handwerksbetrieb schließt zum 1. September 2022.

Noch rühren im Hintergrund die Rührmaschinen und produzieren fleißig Gebäck, doch Achim Dörzbach, der den Bäckereibetrieb bereits in vierter Generation betreibt, erklärt sich auf Nachfrage von echo24.de frustriert: „Die Situation ist nicht mehr zu kontrollieren“.

Bad Rappenau: Bäckerei Dörzbach muss schließen – „der Verbraucher fängt auch an zu sparen“

Inzwischen zahlt der Bäcker für sein Gas 4200,- Euro im Monat, anstatt wie bisher 900,- Euro. Doch auch die Lebensmittelpreise steigen immer mehr und so zahlt der Bäcker für sein Getreide, die Milch und die Sahne ein vielfaches mehr im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Die Kosten müssen irgendwo wieder reingeholt werden, doch das Problem: „Der Verbraucher fängt auch an zu sparen“. Der Bäcker müsste die Preise somit so sehr erhöhen, dass die Verbraucher gar kein Interesse mehr an seinen Produkten hätten, denn „die Leute haben vom Supermarkt die Preise im Kopf“.

Die Gründe, dass das Gebäck im Supermarkt günstiger ist, als in einer Bäckerei, sind verschieden. Dörzbach erklärt, dass einige Supermärkte ihre Backwerke aus dem Ausland importieren, denn „dort haben sie noch billiges Gas und billiges Getreide“. Doch ebenso steht in den meisten Bäckereien eine Verkäuferin hinter der Theke und diese „muss bezahlt werden, ob jemand kommt oder nicht“.

Schließung der Traditionsbäckerei und Konditorei in Bad Rappenau: „Der Preis ist zu hoch“

„Die laufenden Kosten fressen einen auf“ – doch das ist nicht der einzige Grund für Dörzbach, um seinen Betrieb aufzugeben. Der Bäcker sagt: „Ich bin alleinerziehend und 55 Jahre alt, mein Bruder ist 58“ und „Ums übers Knie zu brechen: Der Preis ist zu hoch“. Denn der Job als Bäcker ist alles andere als gesundheitsförderlich und familienfreundlich.

Es wird in den frühen Morgenstunden, jeden Tag, sogar Sonn- und Feiertags gebacken. Die Arbeit ist anstrengend und besonders im eigenen Betrieb sind Kalkulationen, wie eine „Überproduktion“ am Ende auf dem eigenen Konto zu spüren.

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