Verblüffender Anblick auf der Straße

Autos ohne Fahrer mitten in Heilbronn: Eine Gefahr für den Stadtverkehr?

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Zuletzt gesichtet: Dieses Schild befindet sich auf der Karl-Wüst-Straße.
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Schon jetzt sieht man scheinbar führerlose Autos durch Heilbronn fahren. Was bedeutet autonomes Fahren in Zukunft für den Stadtverkehr?

Es klingt ganz nach Science-Fiction, aber ist bereits in greifbarer Nähe: Autos, die ihre Umgebung scannen, sich mit anderen Fahrzeugen vernetzen und ganz ohne Fahrer auskommen können. Autonomes Fahren kann bald real werden. Seit Mai 2018 läuft in Baden-Württemberg die Testphase, um selbstfahrende Autos straßentauglich zu machen. In Heilbronn gibt's dazu eine sieben Kilometer lange Strecke.

Autonomes Fahren ist eine Modernisierung des Straßenverkehrs. Einen großen Mehrwert darin sieht auch Verkehrsminister Winfried Hermann: "Unser Ziel ist mehr Verkehrssicherheit und Effizienz, aber auch mehr Klimaschutz." Und dieses Ziel wird vom Ministerium auch unterstützt. Das Land hat bis jetzt mehr als 2,5 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Solche Testfahrzeuge sind auch in Heilbronn unterwegs.

Vom Start am A6-Anschluss Heilbronn/Neckarsulm führt die Teststrecke bis in die Hafenstraße. Die Fahrt endet dann im Bereich des Parkhauses "Im Wohlgelegen". Dadurch entsteht ein breiter Straßenmix. Von der A6 durch die Stadt und direkt ins Parkhaus zum Einparken. Gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn hat die Stadt diesen Streckenabschnitt betreut und vernetzt. Damit können die Autos auf die Signale von Ampeln und anderen Fahrzeugen zugreifen und diese erkennen. Die Stadt Heilbronn unterstützt die Teststrecke mit 180.000 Euro.

Stadt Heilbronn gibt Entwarnung: "Testfahrzeuge sind keine Gefährdung"

Manchem besorgten Bürger kommt aber die Frage: Ist das überhaupt sicher? Viele vertrauen einem Menschen immer noch mehr, als einer gesichtslosen Maschine. Gerade, da die Technik noch getestet wird, sind die Bedenken nicht unbegründet. Die Stadt Heilbronn gibt aber Entwarnung: "Die Testfahrzeuge sind keine Gefährdung des regulären Straßenverkehrs. In jedem Auto sitzt immer noch ein Mensch, der das Geschehen überwacht. Er kann auch eingreifen, sollte es mal zu einer brenzligen Situation kommen." Außerdem scannen die Fahrzeuge ihre Umgebung in Echtzeit. Sie sehen andere Autos, Ampeln und Fußgänger, worauf sie dann entsprechend reagieren - genauso wie ein Mensch auch. 

KVV: Autonomes Fahren nutzt dem ÖPNV

In einem selbstfahrenden Bus kann man in Zukunft kurze Strecken überwinden.

Damit auch die Bevölkerung von selbstfahrenden Fahrzeugen profitieren kann, soll die Technik im ÖPNV zum Einsatz kommen. Nicolas Lutterbach vom Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) erklärt gegenüber echo24.de: "Es sollen hierbei keine Forschungen für die Automobil-Industrie angestellt werden. In erster Linie geht es um den Verbraucher. Besonders der ÖPNV soll von der Technik profitieren." Mit dem "EVA-Shuttle" kann man kurze Streckenabschnitte überwinden, ohne Bus oder Bahn nutzen zu müssen. Die Testphase der autonomen Mini-Busse soll nächstes Jahr in Karlsruhe beginnen. Die notwendige Technik dafür, kommt, unter anderem, von Bosch, dem KVV und der Deutschen Bahn.

Von Cedric Preier 

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