BGH fällt ein Hammer-Urteil

Dieselskandal bei Audi: Gericht fällt überraschendes Urteil

Audis neuer Pilotbetrieb in München.
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Muss Audi für Volkswagen-Motoren haften? (Symbolbild)
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Muss Audi im Dieselskandal für Volkswagen-Motoren haften? Mit dieser Frage beschäftigte sich bereits der Bundesgerichtshof (BGH), das Oberlandesgericht in München kam nun aber zu einem anderen Urteil.

Sechs Jahre sind vergangen, seit der von Volkswagen ausgelöste Dieselskandal ans Licht kam. Noch immer beschäftigt dieser die deutschen Gerichte, erst im März hatte sich beispielsweise der Bundesgerichtshof (BGH) mit der Thematik befasst. Im damaligen Prozess ging es darum, ob Audi auch für Motoren haftbar ist, die zwar von Volkswagen entwickelt, aber in Modellen der Ingolstädter verbaut wurden.

Die BGH-Richter kamen zu dem Schluss, dass Audi im Dieselskandal nicht automatisch für die Konzernmutter Volkswagen haften muss und hoben ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Naumburg auf. Normalerweise ist ein Urteil für weitere Prozesse wegweisend, doch wie die Rheinische Post berichtet, kam das Oberlandgericht München in einem ähnlichen Fall nun zu einem gänzlich anderen Urteil.

Audi: Urteil im Dieselskandal - OHG München widerspricht BGH

Das OLG München kam zu dem Schluss, dass Audi für einen von Volkswagen hergestellten Motor haftbar ist und verurteilt den Hersteller zu einer Zahlung von 20.000 Euro und hob damit das Urteil der Vorinstanz auf. Diese hatte dem Kläger - der 2014 für 33.000 Euro einen Audi A4 Avant erworben hatte - lediglich 11.800 Euro zugesprochen.

Doch wie kommt es zu der Abweichung vom Urteil des BGH? Wie die Rheinische Post weiter schreibt, sieht das OLG München in seinem Urteil keine Abweichung zur Entscheidung des BGH. Denn: Der BGH hatte im vorliegenden Fall bemängelt, dass keine hinreichenden Feststellungen für eine Verurteilung von Audi getroffen wurden.

Audi: Neues Dieselskandal-Urteil - OHG München sieht keine Verjährung

Das sei in diesem Fall jedoch anders, so stehe eindeutig fest, dass Audi die Entwicklung des Motors vom eigenen Leiter der Motorenentwicklung an den von Volkswagen übertragen habe. Somit müsse der bayrische Premiumhersteller auch für das Handeln der Konzernmutter geradestehen.

Das OLG München schloss eine Revision gegen das Urteil aus. Zudem betonte das Gericht, das weder die Laufleistung von 121.000 Kilometern noch die Tatsache, das der Kläger erst 2018 festgestellt hatte, das sein Audi A4 vom Dieselskandal betroffen ist, etwas an seinen Ansprüchen ändern. Das OLG München betonte, dass die Ansprüche nicht verjährt sind.

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