Kultauto

Audi quattro: Diese Fähigkeit machte ihn zum Kultauto

Ein weißer Audi quattro auf einer Ausstellung.
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Der Audi quattro hat inzwischen Kultstatus erlangt.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Mit dem quattro gelang Audi eine Revolution auf vier Rädern. Seinen Kultstatus verdankt das Sportcoupé aber nicht nur seinen Rallye-Erfolgen.

In der langen Geschichte von Audi haben die Ingolstädter viele legendäre Autos produziert, die bis heute Kultstatus genießen. Doch nur wenige verkörpern den Firmenslogan „Vorsprung durch Technik“ so sehr, wie der zwischen 1980 und 1991 produzierte Audi quattro.

Das Sportcoupé - das intern auch Ur-quattro genannt wird - war nicht weniger als eine Revolution auf vier Rädern, da es zu den ersten Serienfahrzeugen mit einem permanenten Allradantrieb zählte. Zwar gab es bereits in den 1960er-Jahren erste Autos mit Allrad, jedoch nur in geringen Stückzahlen. Audi hingegen verkaufte 11.452 Exemplare des quattro.

Audi quattro: Prototyp auf Basis des Audi 80

Wie viele große Erfindungen, beruhte auch die Entwicklung des Audi quattro auf einem Zufall: Während Testfahrten in Skandinavien im Jahr 1977 bemerkte der Audi-Versuchsleiter Jörg Bensinger, dass sein allradgetriebenes Begleitfahrzeug - ein Volkswagen Iltis - bei den winterlichen Bedingungen das schnellste Fahrzeug war.

Zurück in Deutschland berichtete Bensinger dem damaligen Vorstand der Fahrzeugentwicklungsabteilung bei Audi, Ferdinand Piëch, von seinen Erfahrungen. Es gelang ihm, Piëch davon zu überzeugen, dass er mit einer kleinen Gruppe Mitarbeiter einen Prototypen mit Fünfzylinder-Turbomotor und Allradantrieb auf Basis des Audi 80 entwickeln durfte.

Audi quattro: Erfolgreiche Tests - Prototyp punktet bei VW-Vorstand

Es war die Geburtsstunde des Audi quattro und der Beginn der bis heute anhaltenden Quattro-Tradition bei Audi. Im Jahre 1978 war der Prototyp des Audi quattro dann so weit, dass er dem Volkswagen-Vorstand präsentiert werden konnte. Dazu trat der Prototyp in einem Test auf einer steilen verschneiten Steigung in Österreich gegen andere Fahrzeuge an.

Während die Testfahrzeuge die Aufgabe mit Winterreifen und Schneeketten antraten, war der Audi quattro mit Sommerreifen unterwegs und schaffte die Steigung dennoch. Bei einer weiteren Vorführung im Sommer galt es, eine steile und stark gewässerte Wiese zu bewältigen. Der Audi quattro schaffte diese Prüfung als einziges Fahrzeug, kurz darauf genehmigte der VW-Vorstand den Bau des Fahrzeugs.

Audi quattro: Erfolge auch im Rallyesport

Entsprechend war auch ein Rallye-Einsatz des quattro naheliegend. Bereits 1981 war es so weit und Audi gab mit dem Sport quattro - auch „der Kurze“ genannt - sein Debüt bei der Rallye Monte Carlo. Audi fasst das Debüt mit folgenden Worten zusammen: „Nach zehn Kilometern der ersten Wertungsprüfung überholte Hannu Mikkola auf schneebedeckter Strecke einen Lancia Stratos, der eine Minute vor ihm gestartet war.“

Im Herbst 1981 gewann Michèle Mouton am Steuer des Audi quattro bei der Rallye San Remo als erste Frau einem WM-Lauf. Es sollte der Auftakt in eine erfolgreiche Ära mit zwei Fahrer- sowie Markentiteln sein, verbunden mit Namen wie Hannu Mikkola oder Walter Röhrl.

Audi quattro: Vom Rallyesport auf die Rundstrecke

Zudem trat Audi zwischen 1984 und 1987, gemeinsam mit dem deutschen Piloten und verschiedenen Versionen des quattro beim traditionsreichen Bergrennen Pikes Peak an. Röhrl gewann dieses dreimal in Folge und bliebt mit dem Audi Sport quattro S1 1987 als erster Fahrer unter der 11-Minuten-Marke.

Der Audi quattro sorgte auch im Rallyesport für Aufsehen.

1987 ging die Ära des quattro im Rallyesport zu Ende, nachdem die FIA im Vorjahr die Gruppe-B-Farzeuge - zu denen auch der quattro zählte - verbannt hatte. Stattdessen wechselte Audi mit dem Allradantrieb auf die Rundstrecke.

Audi quattro: Rückkehr der Legende

Dort knüpften die vier Ringe an die Erfolge im Rallyesport an und gewannen beispielsweise das legendäre 24-Stunden-Rennen in LeMans. 2021 soll der Name Audi quattro dann auch wieder in den Rallyesport zurückkehren.

Wie motorsport-total.com berichtet, hat der ehemalige DTM-Pilot Matthias Ekström mit seinem TEAM EKS JC eine Rally2-Version des Audi A1 quattro entwickelt. Rund 40 Jahre nach der Premiere des Kult gewordenen Ur-Quattros. Außerdem will Audi künftig in der Rallye Dakar an den Start gehen.

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