Auto neu gedacht

Audi A8-Nachfolger aus Projekt Artemis: Skizzen verraten erste Details

Ein Audi A8 in grau.
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Der Audi A8 wird in Neckarsulm gebaut.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Elektromobilität und autonomes Fahren werden immer wichtiger. Das hat auch Folgen für den Nachfolger des A8, den Audi im Projekt Artemis entwickelt.

In den 80er-Jahren sorgte David Hasselhoff als Michael Knight gemeinsam mit seinem Partner K.I.T.T. (Knight Industries Two Thousand) in der Serie Knight Rider für Recht und Ordnung. So weit, so unspektakulär. Allerdings handelte es sich bei K.I.T.T. um einen mit einer künstlichen Intelligenz ausgestatteten Pontiac Firebird Trans Am.

Schon damals konnte K.I.T.T. denken, sprechen und selbst fahren. Was in den 80er-Jahren noch reine Zukunftsmusik war, wird immer mehr zu Realität. So kann die S-Klasse von Mercedes bereits selbstständig parken und soll bald auch bis zu einem Tempo von 60 km/h voll autonom auf der Autobahn fahren.

Audi: Erste Skizzen von A8-Nachfolger - Elektroauto aus Projekt Artemis soll autonom fahren

Auch der potenzielle A8-Nachfolger, den Audi derzeit im Projekt Artemis, soll neben einem Elektroantrieb über autonome Fahrtechnik verfügen. Wie die Süddeutsche Zeitung - die erstmals Fotos und Skizzen des Landjets zusehen bekam - berichtete, will Audi deshalb das Auto völlig neu denken.

So beklagt sich Audi-Chefdesigner Marc Lichte, dass heutige Luxuslimousinen mehr Business Class als First Class sind. Da klappt ein Tisch aus und man kann die Lehne ein bisschen verstellen.“ Doch mit der zunehmenden Bedeutung von Elektroautos und autonomer Fahrtechnik würde das nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen.

Audi: A8-Nachfolger aus Projekt Artemis - So könnte das Elektroauto Landjet aussehen

Rein äußerlich löst sich der Landjet - den Audi im Projekt Artemis entwickelt - allerdings noch nicht so stark vom A8 wie es die Aussage von Lichte vermuten lassen würde. Einziger Unterschied: Das fünf Meter lange Elektroauto hat ein Fließ- statt einem Stufenheck. Außerdem soll der Landjet über große Räder und Panoramafenster verfügen.

„Wir haben einen Weg gefunden, trotz der großen Kabine eine sehr elegante Formensprache umzusetzen. Wir müssen unsere Sehgewohnheiten also nicht verändern. Auch wenn das Exterieur führt, eröffnet das Interieur neue Perspektiven“, betont Lichte. Und das beginnt schon beim Einstieg in den neuen Luxus-Audi, dessen Türen sich gegenläufig öffnen. Solche Türen werden auch als Selbstmördertüren bezeichnet.

Audi: A8-Nachfolger aus Projekt Artemis - Innenraum neu gedacht

Im Inneren des Nachfolgers des Audi A8 erwartetet die Passagiere allerdings keine klassische Fahrkabine mehr, die den Fahrer von den anderen Insassen des Autos trennt. Vielmehr wirkt es so, als würde man einen großen Saal betreten, durch den der Landjet zum Lebensraum wird.

Der Landjet soll künftig das Top-Modell in Audis Elektroauto-Angebot werden.

Mit dem autonomen Fahren ergibt sich ein völlig neuer Anwendungsfall. Das hat große Konsequenzen dafür, wie ein Auto aussieht und was die Passagiere darin machen können“, erklärt Audis-Chefdesigner Lichte. So lässt sich der Fahrersitz beispielsweise während der Fahrt in eine Ruheposition versetzt werden, so „dass man gleichzeitig die Füße hochlegen kann.“ Dadurch ist das neue Elektroauto von Audi, das Ende 2024 auf den Markt kommen soll, besonders gut für Langstrecken geeignet ist.

Audi: A8-Nachfolger aus Projekt Artemis - Landjet ist Teil einer radikalen Transformation

Für Lichte ist der Nachfolger des Audi A8 erst der Anfang einer radikalen Transformation, in der sich die Automobilindustrie derzeit befindet. „Die vergangenen 120 Jahre habe ich ein Auto vom Grundsatz her stets gleich bedient. Dementsprechend sehen Interieurs mit Blick auf ihre Ergonomie über alle Marken hinweg ähnlich aus“, erklärt Audis-Chefdesigner in der Süddeutschen Zeitung. Entsprechend sei der Blick nach vorne noch durch Bauteile wie der Drehzahlmesser oder die Öltemperaturanzeige versperrt.

Doch durch die zunehmende Automatisierung solle sich das nun ändern. „Ich brauche das Auto bei Level vier auf der Autobahn nicht mehr so zu bedienen, wie ich es heute mache. Folglich muss ich das Lenkrad und die Touchscreens nicht mehr permanent mit den Händen erreichen können“, betont Lichte. Ähnlich sieht das auch Audi-Chef Markus Duesmann: „Uns ist es wichtig, dass das Auto ein Riesensprung wird, technologisch ein großer Hub in Sachen Batterie, Assistenzsysteme und Innenraum-Design.“

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