Corona-Pandemie nur indirekt Schuld

Audi Neckarsulm und Ingolstadt: Kurzarbeit droht im April - wegen Halbleiter-Mangel

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Weil wichtige Chips fehlten, meldet Audi für seine Standorte erneut Kurzarbeit an. Ob es dazu kommt, bleibt aber noch offen.

Update, 30. März: Die nach wie vor angespannte Versorgungssituation mit Halbleitern und elektronischen Bauteilen breitet Audi weiterhin Probleme. Bereits im Januar hatte Audi daher angekündigt die Situation sehr genau zu beobachten und „gegebenenfalls kurzfristig auf mögliche Ereignisse“.

Und genau das tut Audi jetzt auch. Daher hat der Premiumhersteller in Neckarsulm und Ingolstadt Kurzarbeit für die Produktion und produktionsnahe Bereiche angemeldet. Allerdings heißt das noch nicht, dass es in allen betroffenen Bereichen im April zu Kurzarbeit kommt, erklärt Audi in einer Mitteilung. Diese Entscheidungen trifft Audi demnach kurzfristig. Sicher ist aber, dass die kundennahen Bereiche an den beiden Audi-Standorten wegen der Corona-Pandemie weiterhin in Kurzarbeit bleiben.

Audi Neckarsulm und Ingolstadt: Kurzarbeit-Ende in Sicht – aber nicht für alle!

Update, 27. Januar: Das Coronavirus stellt Audi auch 2021 weiterhin vor große Herausforderungen. Denn: Wie viele Hersteller ist auch Audi von dem Chip-Mangel in der Automobilindustrie betroffen. In der Folge meldete der bayrische Premiumhersteller in seinen Werken in Neckarsulm und Ingolstadt Kurzarbeit an und setzte die Produktion teilweise aus.

Ab dem 1. Februar kehrt Audi hier aber wieder zur Normalität zurück. „Nach aktuellem Stand produzieren im Februar am Standort Neckarsulm alle Baureihen in regulärer Schichtfahrweise, ohne Einschränkungen“, erklärt ein Audi-Sprecher auf Anfrage von echo24.de. Entsprechend werde auch die Kurzarbeit in der Produktion enden.

Audi: Ende der Kurzarbeit auch in Ingolstadt

Auch die Fertigungslinien I und II in Ingolstadt sollen dann wieder anlaufen, sodass auch dort die Kurzarbeit am 1. Februar endet. Die Lage bleibe aber dennoch weiterhin angespannt. Audi beobachte die Situation daher sehr genau und reagiere „gegebenenfalls kurzfristig auf mögliche Ereignisse“.

Die Montage des A8 war von der Kurzarbeit nicht betroffen.

Allerdings endet die Kurzarbeit an den deutschen Standorten vorerst nur in der Produktion, wie Audi in einem Schreiben an seine Mitarbeiter betont, das der echo24.de-Redaktion vorliegt: „Corona-bedingt von Kurzarbeit betroffen bis einschließlich 28. Februar 2021 sind weiterhin rund 500 Beschäftigte, beispielsweise aus dem Mobilitätsservice, der Audi Gastronomie, den Audi Foren sowie der Fahrzeugauslieferung.“ Auch hier beobachte Audi die Situation „an beiden Standorten und arbeitet dabei eng mit dem Betriebsrat zusammen“.  

Kurzarbeit trotz Rekord-Umsatz – warum Audi Neckarsulm Mitarbeiter wieder nach Hause schickt

Erstmeldung, 14. Januar: Eigentlich könnte es für Audi aktuell kaum besser laufen. Das Krisenjahr 2020 ist überstanden und das mit einem Rekord-Absatz im letzten Quartal. Unterm Strich hat Audi zwar weniger Autos verkauft, blickte aber dennoch positiv auf das neue Jahr. Doch nur zwei Wochen nach dem Jahreswechsel steckt die Automobilindustrie wieder in einer handfesten Krise.

Und wieder einmal ist das Coronavirus daran schuld, wenn auch nur indirekt. Denn die Nachfrage nach neuen Autos steigt weiterhin stark an. Und genau das ist das Problem. Denn wegen der Corona-Pandemie war eben die eingebrochen, weshalb die Chip-Hersteller ihre Produktion auf andere Branchen umgestellt hatten.

Audi: Wieder Kurzarbeit – in Neckarsulm stehen die Bänder still

Statt wichtiger Halbleiter wurden jetzt beispielsweise 5G-Chips gebaut. Entsprechend bestehen aktuell Lieferschwierigkeiten, die die Produktion bei Audi schwer treffen. Aber auch Daimler leidet unter dem Halbleitermangel und hat bereits für sein Werk in Rastatt Kurzarbeit angemeldet.

Am Donnerstag zog nun auch Audi nach und schickt seine Mitarbeiter ab Montag in Kurzarbeit. Zudem wird ab Montag, 18. Januar, die Produktion der Modelle A4 und A5 in Neckarsulm eingestellt. In Ingolstadt stehen ab Donnerstag, 21. Januar, die Fertigungslinien I und II still.

Audi: Kurzarbeit und Produktionsstopp – Zusammenarbeit mit Zulieferer

Diese Kurzarbeit soll vorerst bis zum 29. Januar gelten. Allerdings betont Audi in einem Schreiben an seine Mitarbeiter auch: „Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage über diesen Zeitraum hinaus bleibt sehr komplex. Audi beobachtet die Lage an beiden Standorten weiterhin sehr genau und arbeitet dabei eng mit dem Betriebsrat zusammen.“

Darüber hinaus prüft Audi zudem „fortlaufend Gegenmaßnahmen und Alternativen, um die Auswirkungen des Lieferengpasses und damit die Zahl der betroffenen Fahrzeuge zu begrenzen“. Dabei arbeiten die Ingolstädter Angaben des Autobauers zufolge eng mit ihren Zuliefern zusammen.

Rubriklistenbild: © Armin Wiegel/dpa

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