Lustige Autonamen

Hat das keiner übersetzt? Name des Elektro-Audi kommt in Frankreich nicht gut an

Audis Rennwagen aus der Formel E mit e-tron Aufschrift.
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Der Namenszusatz e-tron kommt nicht überall gut an.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Jedes Produkt braucht einen guten Namen, doch das ist nicht immer ganz so einfach. Mit dem Namen e-tron hat sich Audi wohl keinen Gefallen getan. Aber auch andere Hersteller tun sich schwer.

Zugegebenermaßen: Die Namensfindung für ein Auto ist nicht immer leicht. Automobilhersteller wie Audi müssen dabei mehrere Sprachen im Blick behalten. Jüngst scheint das bei Elektro-Fahrzeug e-tron völlig untergegangen zu sein.

Dabei gibt es mehrere Systeme, nach denen die Hersteller ihre Autos benennen. Da wäre zum Beispiel die Erfindung eines Namen oder die Nutzung eines bestehenden Wortes, wie es bei Volkswagen oder Seat oft der Fall ist. Doch auch Zahlen sind beliebt bei der Benennung der Modelle. In Kombination mit einem Buchstaben - wie es bei Audi in der Regel der Fall ist - oder eben ohne wie es bei vielen BMW-Modellen gehandhabt wird.

Audi: e-tron ein Griff ins Klo? TT fährt kopflos

Dennoch gelingt die passende Namensfindung nicht immer. Ein gutes Beispiel für einen Griff ins Klo ist Audis Zusatz für Elektroautos e-tron. Obwohl sich der Audi e-tron sehr gut verkauft - in Brüssel rollte jüngst das 100.000 Auto vom Band - dürfte sich das Elektroauto in französischsprachigen Ländern nicht grade besonders großer Beliebtheit erfreuen. Denn auf Französisch bedeutet étron, nämlich Kacke oder Kackhaufen.

Allerdings ist der Fauxpas e-tron nicht der erste, bei dem Audi an der französischen Sprache scheitert. Ein ähnliches Schicksal ereilte den TT Coupé. Ausgesprochen klingt dies wie „Tête coupe“, also „kopflos“. Und Audi ist nicht der einzige Hersteller, der mit dem Namen eines Autos ins Klo greift, auch Toyota musste diese Erfahrung machen. So klingt der Name des MR2 im Französischen wie „Merde“, also „Scheiße“.

Audi: Lustige Modell-Namen auch bei Volkswagen

Auch innerhalb des Volkswagen-Konzerns ist Audi nicht alleine mit lustigen Autonamen. Volkswagen selbst hat beim VW Phaeton eine etwas unglückliche Wahl getroffen. Statt die Oberklassen-Limousine wie gewohnt nach einem Wind zu benennen, wählte man den Sohn des Sonnengottes Helios als Namenspaten. Dieser fuhr allerdings den Wagen seines Vaters zu Schrott.

Der Phaeton soll bald nur noch als Elektroauto gebaut werden.

Ob Volkswagen auch deswegen bei seinen Elektroautos auf das Kürzel ID mit einer Zahl setzt, ist allerdings unklar. Trotzdem könnte auch diese Namensgebung im englischsprachigen Ausland für Verwirrungen sorgen, immerhin steht ID dort auch für den Ausweis. Dieses Schicksal teilt Volkswagen allerdings mit dem Konkurrenten KIA, dessen Name ist auch das Kürzel für „Killed in Action“.

Einen der größten Fehlgriffe hat sich Mitsubishi erlaubt, wobei: eigentlich sind es sogar derer zwei. Das Elektroauto iMIEV verspricht zumindest für deutsche Ohren keinen sonderlich angenehmen Geruch, dabei sollen die Stromer doch für bessere Luft sorgen. Noch unglücklicher war die Wahl allerdings beim Pajero, was auf Spanisch „Wichser“ bedeutet. Deswegen hört er in spanischsprachigen Ländern und Nordamerika auf den Namen Montero. In Großbritannien wurde er von Mitsubishi Shogun getauft.

Audi: Weitere kuriose Autonamen - Ford tritt gerne ins Fettnäpfchen

  • Nissan Pivo: Eigentlich sollte ein Elektroauto wie der Pivo ohne Sprit auskommen. In slawischen Sprachen wie Tschechisch, Slowenisch oder Serbokroatisch, könnte aber ein anderer Eindruck entstehen, denn dort bedeutet Pivo nämlich Bier.
  • Fiat Uno: Eigentlich ein toller Name, immerhin heißt Uno auf Italienisch „eins“, also muss es sich wohl um den besten Kleinwagen handeln. Das dürfte sich auch die Marketing-Abteilung bei Fiat gedacht haben, in ihrer Euphorie haben die Mitarbeiter aber eine Winzigkeit übersehen. In Finnland gibt es mit „Uuno“ ein ähnliches Wort, das übersetzt „Trottel“ bedeutet. Ob der Fiat Uno also wirklich so gut ist?
  • Toyota Opa: Dieses Modell von Toyota kam wohl schon als Neuwagen etwas altbacken daher, zumindest im Deutschen. Trotz des merkwürdigen Namens zielte der Opa tatsächlich auf eine jüngere Zielgruppe ab. Allerdings nur in Japan.
  • Chevrolet Nova: Vermutlich wollte Chevrolet mit diesem Namen ausdrücken, dass das Auto besonders neuartig ist, auf Lateinisch bedeutet nova nämlich neu. Im Spanischen steht no va allerdings dafür, dass etwas nicht funktioniert und wer will schon ein Auto, das ständig in der Werkstatt steht.
  • Ford Kuga: Auch diese Namenswahl war - sagen wir - nicht besonders glücklich. Denn auf Serbokroatisch bedeutet Kuga „Pest“. Und auch im Englischen gibt es mit cougar einen Begriff, der ähnlich klingt und eine sehr spezielle Bedeutung hat. Cougar ist zum einen das englische Wort für Puma, aber eben auch eine Bezeichnung für eine Frau die eine Beziehung mit einem wesentlich jüngeren Mann unterhält. Im Übrigen hat Ford auch mit diesem Begriff ein Auto bedacht, das in Deutschland als Puma verkauft wurde.
  • Ford Pinto: Auch wenn man nicht auf Leute eintreten soll die am Boden liegen, scheint Ford bei der Namensgebung besonders gerne ins Fettnäpfchen zu treten. Pinto bedeutet im spanischen nämlich „Penis“ oder „Feigling“. Nicht zu verwechseln mit dem Fiat Punto, der punktet im Spanischen nämlich.
  • Ford Probe: Übrigens schafft es Ford auch in Deutschland mit Anlauf ins erst beste Fettnäpfchen, denn wer möchte schon ein Auto, das nur auf Probe ist?
  • Mercedes Vaneo: Die Marke mit dem Stern gilt als Premium-Hersteller mit Luxus-Anspruch. Ob man dem nachkommt, indem man ein Auto nach einem dreilagigen Klopapier benennt, weiß wohl nur Mercedes-Benz selbst.
  • Rolls-Royce Silver Mist: Apropos Luxus, auch der schützt nicht vor kuriosen Namen. Rolls Roys nannte seinen siblernen Nebel schließlich in den silbernen Schatten (Shadow) um.

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