Gender-Gap bei Audi

Debatte um Gender-Gap: Audi bekommt überraschende Hilfe

Audi
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Bei Audi wird seit März gegendert.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Seit Anfang März setzt Audi auf die Gender-Gap, das passt nicht allen. Jetzt bekommt der Premiumhersteller unerwartete Hilfe.

Egal ob Gendersternchen, Binnen-I oder die Gender-Gap, die gendersensible Sprache bekommt im Alltag immer mehr Beachtung. Das gilt auch für Audi, der Premiumhersteller aus Bayern hat im März verkündet, dass künftig in der internen und externen Kommunikation die Gender-Gap benutzt wird. Dazu wurde extra der Leitfaden „Zukunft beginnt im Kopf“ erarbeitet.

Aus den Audianern wurden somit die Audianer_innen. In den sozialen Medien wird das Thema seither heftigst diskutiert, denn nicht jedem passt die gendersensible Sprache. Ein Volkswagen-Mitarbeiter sieht sich sogar so sehr in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, dass er Audi nun verklagt.

Audi: Grüne unterstützen Leitfaden für Gender-Gap

Doch Audi bekommt auch Unterstützung und die kommt etwas unerwartet aus der bayrischen Politik. Wie das Portal Ingolstadt-today.de berichtet, haben die bayrischen Grünen in einem Offenen Brief an die Volkswagen-Tochter mitgeteilt, dass man die Haltung von Audi ausdrücklich unterstütze.

„Wir begrüßen Ihre Entscheidung sehr, durch Sprache einen wichtigen Schritt Richtung mehr Vielfalt und Chancengleichheit zu gehen. Ihre Initiative wirkt in Ihrem Unternehmen und strahlt zugleich weit über die Werkstore hinaus“, steht in dem Schreiben an Audi, das unter anderem vom Ingolstädter-Bezirksrat Joachim Siebler und der Landesvorsitzenden Eva Lettenbauer unterschieben wurde.

Audi führt Gender-Gap ein: Grüne halten gendersensible Sprache für wichtig

Die Grünen betonten zudem, dass eine Sprache, die alle Geschlechter miteinbezieht, auch Anerkennung und Wertschätzung schaffe. „Offen zu sein für Vielfalt und für das Potenzial unterschiedlicher Perspektiven ist die große Chance unserer Zeit.“ Dabei alle mitzunehmen und durch sachliche Diskussionen Widerstände abzubauen, ist für die Grünen dabei eine der wichtigsten Aufgaben, „die wir nur gemeinsam meistern können - als Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammen.“

Gegenüber Ingolstadt-today.de wurde Lettenbauer noch konkreter: „Unsere Sprache muss zur Wirklichkeit passen. Unsere Sprache prägt unser Handeln, Denken und Fühlen.“ Daher fordert die Grünen-Landeschefin, wenn man Frauen oder Ingenieurinnen meint, auch Frauen oder Ingenieurinnen zu sagen. Entsprechend sei die gendersensible Sprache „ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung“.

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