Netzüberlastung durch E-Autos

Laden von E-Autos: Audi-Projekt soll Stromausfall verhindern

Audi e-tron wird geladen
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Droht ein Stromausfall, wenn zu viele Menschen ihr E-Auto zu Hause laden?
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die E-Autos sind die Zukunft der Mobilität. Doch droht ein Stromausfall, wenn zu viele Autos zeitgleich laden? Ein Modellversuch von Audi liefert die Antwort auf diese Frage.

Noch fahren die meisten Autos in Deutschland mit Benzin- oder Dieselmotoren. Doch das wird sich in Zukunft ändern. Längst haben sich Hersteller wie Audi zur Elektromobilität bekannt und auch die Bundesregierung fördert die Verkehrswende mit satten Prämien.

Doch werden die vielen Elektroautos auf Dauer nicht zu einem Problem für unser Stromnetz? Der Ausbau einer Infrastruktur um die E-Autos geht zwar langsam, aber sicher voran, auch dank Audi. Doch was passiert, wenn mehrere Menschen zeitgleich zu Hause ihren Stromer laden? Droht uns dann ein Stromausfall?

Audi: Modellversuch liefert Lösung zur Verhinderung von Stromausfällen wegen E-Autos

Diese Frage hat sich auch Audi gestellt und zusammen mit mehreren Partnern einen Modellversuch gestartet und mit dem intelligenten und netzdienlichen Laden auch eine Lösung gefunden. Dazu wurde für das Forschungsprojekt in Chemnitz ein Überlast-Szenario in einem lokalen Stromnetz simuliert, wie der Audi-Partner Gisa mitteilt. „In einem Straßenzug, der von einem Ortsnetz-Transformator versorgt wird, laden mehrere Elektroautos gleichzeitig mit hoher Leistung“, schreibt Audi in einer Pressemitteilung.

Durch die Überlastung des Stromnetzes droht nun ein Stromausfall, auch Blackout genannt. Den soll das netzdienliche Laden künftig verhindern, dazu kommunizieren das Elektroauto, Ladeinfrastruktur und der Netzbetreiber miteinander. „In der Praxis bedeutet das zukünftig beispielsweise ein zeitversetztes Laden unter Berücksichtigung des Abfahrtswunsches und der tatsächlichen Last im Stromnetz“, erklärt Audi den Prozess.

Audi: Modellversuch mit E-Autos - Technik verhindert Stromausfall

Für Audi entsteht dabei eine „Win-Win-Situation“: „Das E-Auto nutzt Standzeiten für das Vollladen mit einer dynamischen Anpassung der Ladeleistung und entlastet gleichzeitig das Stromnetz, ohne dabei die Mobilitätsbedürfnisse der Kunden einzuschränken.“

So funktioniert das netzdienliche Laden von Audi.

Dabei setzt Audi auf eine Technik, die schon heute Pflicht ist, wenn ein Haushalt im Jahr mehr als 6.000 kWh verbraucht: Smartmeter Gateway (SMGW). „Das SMGW stellt über ein zertifiziertes IT-Backend eine hochsichere Datenverbindung zwischen Haus und Netzbetreiber her“, schreibt Audi. Zudem wird das netzdienliche Laden durch eine standardisierte Sprache ermöglicht, die sowohl das Hausnetz als auch das E-Auto und das Energienetz beherrschen.

Audi: e-tron unterstützt Lösung des Stromausfall-Modellversuch

„Alle notwendigen Informationen und Steuersignale werden zielgerichtet weitergeleitet – entweder zum Heimenergie-Managementsystem (HEMS) oder direkt zum Ladesystem connect, das Audi optional anbietet“, heißt es in der Audi-Pressemitteilung.

So kann beispielsweise der Audi e-tron seine Ladeleistung je nach Bedarf verringern. Eine Fähigkeit, über die auch künftige Elektromodelle von Audi verfügen sollen. Wie beispielsweise der Audi Q4 der in diesem Jahr auf den Markt kommt. Zudem betont Audi: „Mittelfristig wird es die neue Vernetzungstechnik erlauben, die Ladeleistung, den Ladezeitpunkt und die Ladedauer für jedes Auto zu beeinflussen.“

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