Fokus auf Elektromobilität

Audi-Vorständin mit Elektro-Klartext: Absage an Wasserstoff - aus diesem Grund

Hildegard Wortmann steht vor Audis neustem Concept Car.
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Hildegard Wortmann hat sich zu Audis Elektrostrategie geäußert.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Audi legt seinen Fokus voll auf die Elektromobilität. In einem Interview erklärt Vorständin Hildegard Wortmann die Gründe und warum Wasserstoff keine Alternative ist.

Dass Audi in Zukunft voll auf die Elektromobilität setzt, ist längst kein Geheimnis mehr. Schon vor einiger Zeit hatte Markus Duesmann angekündigt, dass 2025 der letzte Verbrenner mit den ikonischen vier Ringen auf dem Grill auf den Markt kommen soll. Ähnlich deutliche Worte fand nun auch Audis Marketing- und Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann.

In einem Interview mit dem GQ Magazin stellte die 54-Jährige klar, dass der Fokus von Audi auf der Batterie-Elektromobilität liege. Trotz eines Kompetenzzentrums für Wasserstoff am Standort Neckarsulm hält man diesen für nicht praktikabel. „Wasserstoff macht in der Individualmobilität keinen Sinn“, sagte Wortmann. „Die Energieeffizienz, der Wirkungsgrad – es gibt gar nicht genügend grünen Strom, das alles wirklich grün zu produzieren.“

Audi: Wasserstoff für Wortmann nur bei Lkw eine Alternative

Anders sehe die Situation indes im Schwerlastverkehr aus, dort sei der elektrische Antrieb aus physikalischen Gründen keine Alternative. Stattdessen könnte mit erneuerbaren Energien erzeugter Wasserstoff eine sinnvolle Alternative sein, ähnlich sieht man es auch bei Daimler. Zusammen mit Volvo arbeiten die Stuttgarter bereits an einer Brennstoffzelle für Lkw.

Entsprechend sprach sich die Audi-Vorständin Wortmann auch für „Technologieklarheit statt Technologieoffenheit“ aus. Um die Elektromobilität weiter zu etablieren, sei ein klarer Fokus nötig. „Deswegen: Konzentration auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur, der Reichweite und auf all das, was mit diesem Geschäftsfeld noch einhergeht“, betonte die 54-Jährige. „Damit wir wirklich einen Unterschied machen, das Klima schützen und unseren Beitrag leisten.“

Audi-Vorständin will Kunden nicht erziehen - Elektroautos sprechen für sich

Doch damit alleine ist es nicht getan, wie Wortmann im Interview erklär: „Die Kund_innen erwarten von einer Premium-Marke heute, dass sie eine klare Haltung zeigt. Einfach nur tolle Autos zu präsentieren, reicht nicht – man muss für etwas stehen.“ Entsprechend ambitioniert sind die Ziele von Audi.

Bis 2033 soll die Fertigung der Verbrenner nach und nach auslaufen, spätestens 2050 will Audi bilanziell klimaneutral sein. Dabei soll auch die Mission Zero helfen. Auch am Standort in Neckarsulm will Audi in den kommenden Jahren daher einiges verändern. Zudem investiert Audi bis 2025 rund 15 Milliarden Euro in die Elektromobilität. In diesem Zeitraum sollen mehr als 20 neue Elektroautos auf den Markt kommen.

Der e-tron ist für Audi ein voller Erfolg.

Wortmann stellte aber auch klar, dass sie die Autofahrer „nicht mit dem erhobenen Zeigefinger bekehren“ oder die SUV verteufeln wolle. Stattdessen setzt Audi auf eine nachhaltigere Lösung wie beispielsweise mit dem elektrischen SUV e-tron. „Unsere Aufgabe ist es, mit dieser neuen Technologie zu begeistern. Das funktioniert vor allem über Testfahren, Testfahren, Testfahren“, betont die Audi-Vorständin. Denn oftmals ließen sich die Kunden durch die Beschleunigung der Elektroautos überzeugen. Dieser Überraschungsfaktor ist es laut Wortmann, der am Ende überzeuge und nicht irgendwelche erzieherischen Maßnahmen.

Audi: Anspruch der Kunden bleibt gleich - Vorteil gegenüber Wettbewerbern

Wortmann betont zudem, dass ein ganzheitliches Verständnis der Nachhaltigkeit wichtig sei, entsprechend dürfe es auch keine Kompromisse bei der Qualität geben. Diese müsse trotz nachhaltiger Lösungen - wie recyceltem Material im Interieur - dem Premium-Anspruch der Kunden gerecht werden - immerhin bleibe dieser weiterhin der gleiche.

Angesprochen auf neue Wettbewerber wie Tesla betonte Wortmann, dass die deutsche Automobilindustrie nach wie vor in einigen Punkten führend sei. Unterm Strich zähle das Gesamterlebnis und somit auch Kompetenzen wie Fahrdynamik, Digitalisierung oder Sicherheit. Also „etwas, das wir als deutsche Automobilindustrie, ohne arrogant klingen zu wollen, einfach können. Und auch bei der Elektrifizierung wissen wir, was zu tun ist“.

Das zeige sich beispielsweise bei der einheitlichen Batteriezelle des Volkswagen-Konzerns, den passenden Elektro-Plattformen sowie einen klaren Fahrplan. Dadurch falle das Alleinstellungsmerkmal von manchem Wettbewerber weg, betont Audi-Vorständin Wortmann.

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