Projekt Artemis

Probleme beim Landjet: Kommt Audis Tesla-Herausforderer später?

Das Audi-Logo ist auf einer Felge zu sehen. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild
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Das Projekt Artemis hat mit ersten Problemen zu kämpfen.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Innerhalb des Volkswagen-Konzerns ist Audi für das Projekt Artemis verantwortlich. Doch ob der Landjet wie geplant 2024 auf den Markt kommt ist unklar.

Mit dem „Projekt Artemis“ hat sich Audi ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis 2024 wollen die Ingolstädter ein Elektroauto entwickeln, das es mit Branchenprimus Tesla aufnehmen kann – und zwar sowohl bei der Reichweite als auch bei der Software. Produziert werden soll der Landjet jedoch bei Volkswagen in Hannover.

Denn auch die anderen Konzernmarken sind an dem „Projekt Artemis“ beteiligt, das Volkswagen vor rund einem Jahr vorgestellt hatte. Wie der Business Insider berichtete, gab es konzernintern auch kritische Stimmen. „Nehmt den Mund nicht so voll“, warnte der Großaktionär Wolfgang Porsche.

Audi: Problem beim Landjet – Projekt Artemis hinter Zeitplan

Offenbar schien Porsche eine Vorahnung gehabt zu haben, die wohl auch bittere Realität werden könnte. Denn das „Projekt Artemis“ – das den Audi Landjet entwickeln soll – ist bereits ordentlich im Verzug. Wie der Business Insider aus Konzernkreisen erfuhr, hinkt man dem Zeitplan bereits sechs Monate hinterher.

Ob der Audi Landjet also wirklich 2024 auf den Markt kommt, darf bezweifelt werden. Intern geht man davon aus, dass das erste Auto aus dem Projekt Artemis erst 2025 soweit ist und selbst das ist nicht sicher. „Unrealistische Ziele sind zu einer Spezialität von VW geworden“, betonte ein mit dem Projekt vertrauter Top-Manager.

Audi: Verzögerungen beim Landjet – Projekt Artemis kämpft mit Software

Doch wo hakt es eigentlich? „Es hängt mit der aktuellen Entwicklungsreife der neuen Software zusammen“, erklärte eine Person, die mit dem Projekt vertraut ist. Allerdings gibt es verschiedene Gründe, warum das von Audi geführte Projekt Artemis bei der Software hinterherhinkt.

Wie der Business Insider berichtet, sei unter anderem die Hochlaufkurve innerhalb der neuen Einheit Car.Software.Org nicht hoch genug gewesen. Diese soll das künftige Betriebssystem VW.OS 2.0 entwickeln, das erstmals im Landjet zum Einsatz kommen soll. „Die Weiterentwicklung von 1.2 über 1.3 bis 2.0 läuft aber noch nicht in dem erhofften Tempo“, sagt ein VW-Manager.

Audi: Verzögerungen beim Landjet – ID.3 wirft Projekt Artemis zurück

Zudem sollen auch der Golf 8 und der ID.3 ihren Anteil an der Verzögerung haben, weil diese wegen katastrophaler Abläufe länger als gedacht wichtige Ressourcen gebunden haben. Insbesondere der ID.3 hatte sich zum Problemfall entwickelt, so lag die „Liegenbleiben-Quote“ des Elektroautos zwischen September und Februar bei 2,7 Prozent. Erst mit einer weiteren Verbesserung der Software konnte hier eine Besserung erreicht werden.

Der neue VW ID.3 entpuppte sich als Sorgenkind.

Auch intern soll es zu Problemen gekommen sein. Demnach habe es beim Zusammenziehen der Fachkräfte in die Car.Software.Org kulturelle Probleme gegeben, die zu einem Zeitverlust geführt haben. Offenbar fiel der Verlust der Eigenständigkeit nicht allen Herstellern der Volkswagen Gruppe einfach. So hatte man bei Porsche den Eindruck, nicht genügend beizutragen. Dennoch geht Audi – trotz aller Probleme – davon aus, den Landjet Ende 2024 auf den Markt bringen zu können. Allerdings weiß man in Ingolstadt auch: „Das wird sicherlich kein Spaziergang und ist ambitioniert.“

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