Audi RS e-tron GT im Test

Audi RS e-tron GT: Luxus-Elektroauto für den Alltag – mit Schwächen

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
    schließen

Anfang 2021 hat Audi den RS e-tron GT auf den Markt gebracht. Wir haben eine kleine Spritztour mit dem Elektroauto aus den Böllinger Höfen gemacht, um zu sehen, wie er sich fährt.

Fast jeder erwachsene Mann hatte als kleiner Junge den Traum eines Tages mal mit einem Sportwagen fahren zu dürfen. In der Regel fallen dabei Namen wie: Ferrari, Lamborghini oder Aston Martin. Alle drei Hersteller stehen für traumhafte Sportwagen mit Verbrennungsmotor. Doch es geht auch elektrisch, wie Audi mit dem e-tron GT gezeigt hat.

Der Luxus-Stromer ist seit Anfang 2021 auf dem Markt und in zwei Versionen verfügbar: als Audi e-tron GT quattro und als RS e-tron GT. Beide Modelle unterscheiden sich vor allem bei der Leistung. Der RS e-tron GT leistet maximal 440 kW (598 PS) und im Boost-Mode 475 kW (646 PS). Die normale Version des sportlichen Elektroautos kommt auf maximal 350 KW (476 PS) respektive 390 kW (530 PS) im Boost-Mode.

Audi RS e-tron GT: Kostspielige Spielerei oder notwendiges Extra?

In der Basisversion gibt es den e-tron GT für 99.800 Euro, wer es (noch) sportlicher möchte, muss mindestens 138.200 Euro auf den Tisch legen. Allerdings bekommt man für sein Geld auch einiges geboten, so wird das Luxus-Elektroauto nicht etwa in einer schnöden Fertigungshalle gebaut, sondern zusammen mit dem Audi R8 in der hochmodernen Manufaktur Böllinger Höfen in Heilbronn.

Allerdings kann der Preis auch schnell steigen, alleine die zahlreichen Assistenz-Pakete für den Audi e-tron GT schlagen mit über 5.000 Euro zu Buche. Für das praktische Head-up-Display werden weitere 1.400 Euro fällig. Wer sich dann noch für das Dynamikpaket samt Allradlenkung, adaptiver Luftfederung/Dämpfung, geregelter Hinterachsquersperre und sportlichem Sound entscheidet, schraubt die Rechnung um weitere 4.890 Euro in die Höhe.

Audi RS e-tron GT: Vertrauter Anblick im Cockpit - aber zu wenig Stauraum

Sobald man im Innenraum des RS e-tron GT Platz nimmt, ist klar: man sitz hier in einem Audi. Trotz der technischen Verwandtschaft mit dem Porsche Taycan versprüht das Cockpit den typischen Audi-Stil. Insbesondere Kunden, die vorher einen A6, A8 oder Q7 hatten, dürften sich in Audis Luxus-Elektroauto auf Anhieb zu Hause fühlen.

Die Steuerung der zahlreichen Funktionen des e-tron GT erfolgt hauptsächlich über das große Touchscreen in der Mitte, das Audi elegant ins Cockpit integriert hat. Ganz auf Knöpfe muss man aber nicht verzichten, so gibt es beispielsweise separate Tasten und Anzeigen für die Klimaanlage und das klassische Multifunktionslenkrad. Wer will, kann auch auf die Sprachsteuerung des e-tron GT zurückgreifen. Allerdings gibt es ein Manko: Im Innenraum des Luxus-Stromers gibt es zu wenige Ablagemöglichkeiten. Wenn man neben der Sonnenbrille auch das Smartphone, Portemonnaie und die Schlüssel unterbringen will, kann das schon zum Problem werden. Abzüge gibt es auch für den mit 350 Litern etwas kleinen Kofferraum im Heck, vorne lassen sich weitere 85 Liter verstauen.

Audi RS e-tron GT: Sportliches Elektroauto mit sattem Sound

Wie aber fährt sich der Audi RS e-tron GT? Auch hier muss man Audi ein Lob aussprechen, denn nur wenige Autos mit einer solchen Leistung lassen sich so leicht und angenehm fahren, wie es das Elektroauto der Ingolstädter tut. Der eigens komponierte Sound tut sein übrigens, um das Fahrgefühl zu perfektionieren.

Sortlicher Stromer für die Langstrecke: Mit 245 km/h Spitzengeschwindigkeit und ausreichend Komfort eignet sich der Audi E-Tron GT für schnelles Reisen.

Dennoch erwischt man sich immer wieder dabei, dass man doch etwas schneller unterwegs ist als grade erlaubt. Das liegt auch daran, dass der RS e-tron GT - wie eigentlich alle Elektroautos - sehr schnell beschleunigt, dabei aber eben deutlich ruhiger ist, als man es von Verbrennern gewohnt ist. Entsprechend praktisch und hilfreich ist das Head-up-Display, das neben der aktuellen Geschwindigkeit auch das Tempolimit einblendet.

Neben der Beschleunigung und dem Sound des Audi RS e-tron GT tragen auch die Lenkung und das Fahrwerk mit Dreikammerluftfederung ihren Teil zum angenehmen Fahrgefühl bei. Nahe zu Mühe los, lässt sich das Vorzeige-Elektroauto durch die Kurve steuern, ohne das man dabei etwas von den Unebenheiten der Straßen spüren würde. Der RS e-tron GT taugt damit auch als Alltagsauto, kommt mit 400 Kilometern jedoch nicht ansatzweise so weit wie der EQS von Mercedes-Benz.

Rubriklistenbild: © Audi AG

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema