Antrieb der Zukunft

Audi-Chef Duesmann stellt krasse Forderung: Geht‘s so in di Zukunft?

Markus Duesmann steht neben einem Audi
+
Markus Duesmann hat seit April 2020 das Sagen bei Audi.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

In Zukunft sollen Autos klimaneutral fahren, doch beim Antrieb gibt es unterschiedliche Ansätze. Audi-Chef Markus Duesmann sorgt jetzt mit einer deutlichen Forderung für Aufsehen. 

Die Autos der Zukunft sollen und müssen klimaneutral werden, so viel ist sicher. Doch wie das genau funktionieren soll, sorgt für Diskussionen. Neben der Elektromobilität könnten auch E-Fuels und Wasserstoff die Autos der Zukunft antreiben. Bei Audi scheint man diese Frage schon beantwortet zu haben, denn Markus Duesmann hat ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität gefordert.

Der Audi-Chef erklärte im Interview mit der Welt am Sonntag, dass es sinnvoller wäre, die Ressourcen zu bündeln, statt zeitgleich Infrastrukturen für Wasserstoff- und Elektroautos aufzubauen. „Wenn aber ein Land Wasserstoff fördert, ein anderes E-Fuels und ein drittes batterieelektrische Fahrzeuge, macht das den Wandel nicht leichter“, betonte Duesmann.

Audi: Klare Forderung von Duesmann - Widerspruch zu Politik und Konkurrenz

Deshalb sei es wichtig, eine Technologieklarheit für die künftige Entwicklung der Automobilbranche zu schaffen, findet der Audi-Chef. „Diese Zukunftsaufgabe meistern wir nur gemeinsam und mit sehr fokussierten Investitionen“, sagte Duesmann. Neben Duesmann setzten auch die anderen führenden Volkswagen-Manager um Konzernvorstand Herbert Diess auf die Elektrifizierung.

Damit stehen Audi und Volkswagen in einem deutlichen Widerspruch zu anderen Branchen-Vertretern wie der Chefin des Bundesverbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, oder BMW-Chef Oliver Zipse. Diese sprechen sich ebenso für eine technologieoffene Entwicklung aus wie einige Politiker.

Audi: Bund fördert E-Fuels - keine Alternative für Duesmann

Während sich der Audi-Chef gegen Wasserstoff ausspricht, will BMW laut Welt im kommenden Jahr eine Kleinserie des Brenstoffzellenautos I-Hydrogen NEXT auf den Markt bringen. Das Bundesverkehrsministerium von Andreas Scheuer wäre gar bereit, die Entwicklung des Wasserstoffantriebs im Auto mit 1,6 Milliarden Euro zu fördern. Auch der Ausbau der Elektromobilität und die Entwicklung von E-Fuels werden vom Bund mit mehren Millionen unterstützt.

Für Duesmann klingen diese Lösungen zwar technisch reizvoll, sind aber nicht der richtige Ansatz. „E-Fuels wären zum Beispiel eine gute Antwort, um bestehende Verbrenner CO2-neutral zu machen. Allerdings haben wir nicht genug Ökostrom, um sie herzustellen, und aufgrund der schlechten Wirkungsgrade sind sie keine echte Alternative“, betonte der Audi-Chef im Welt-Interview.

Audi: Elektromobilität ist Trumpf? Duesmann erklärt Verbrenner für tot

Deswegen treibt Audi die schrittweise Umstellung seiner Produktpalette auf Elektrofahrzeuge voran, alleine in diesem Jahr sind mit dem e-tron GT und dem Q4 e-tron sowie dem e-tron Sportback zwei neue Elektroautos auf den Markt gekommen. Insgesamt umfasst die Modellpalette von Audi derzeit 28 Autos, dabei soll es auch in Zukunft bleiben.

Audi plant eigene Ladesäulen und noch mehr.

 „Das heißt, dass Verbrennervarianten rausfallen und Elektromodelle dazukommen werden“, sagte Duesmann, der bereits mehrfach erklärt hatte, dass der Verbrenner bei Audi keine Zukunft mehr hat. Damit der Umstieg zur Elektromobilität aber funktioniert, muss die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Auch hier will Audi künftig Tempo machen und eigene Ladepunkte ans Netz bringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema