Automated Valet Parking

Audi: Nie mehr suchen - Sieht so die Zukunft des Parkens aus?

Ein Audi parkt autonom in einem Parkhaus in Ingolstadt ein.
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Die Parkplatzsuche im Parkhaus gehört bald der Vergangenheit an.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Zukunft der Autos ist nicht nur elektrisch, sondern auch digitalisiert. Künftig fahren wir wohl in autonomen Fahrzeugen, die uns auch das Parken abnehmen. Wie das geht, zeigt Audi jetzt auf der Landesgartenschau in Ingolstadt.

Ginge es nach dem Hollywood-Klassiker „Zurück in die Zukunft II“, würden unsere Autos längst nicht mehr nur auf Straßen fahren. Nein, sie hätten die Lüfte erobert. So zumindest wird das Jahr 2015 in dem Film mit Michael J. Fox dargestellt, die Realität stellt sich allerdings anders dar.

Und doch lagen die Produzenten von „Zurück in die Zukunft II“ nicht ganz falsch, längst sind Flugtaxis in der Entwicklung und auch unsere Autos können inzwischen fast vollständig alleine fahren. Die neue S-Klasse kann auf der Autobahn bald sogar bis 60 km/h alleine fahren und auch das eigenständige Parken ist für das Luxusauto von Mercedes-Benz kein Problem mehr, wie ein Test am Flughafen Stuttgart zeigt.

Audi: Dank Automated Valet Parking nie wieder Parkplatz suchen

Nun zieht auch Audi nach und zeigt im Rahmen der Landesgartenschau in Ingolstadt mit dem „Automated Valet Parking“ (AVP) ebenfalls ein System, das dem Fahrer die lästige Parkplatzsuche abnimmt.

Ähnlich wie bei dem System von Daimler und Bosch kann der Fahrer somit bereits an der Parkhauseinfahrt sein Fahrzeug verlassen. Das System hinter AVP stammt von dem neuen Volkswagen-Softwareunternehmen CARIAD. Doch wie funktioniert das AVP-System von Audi - beziehungsweise - CARIAD überhaupt?

Audi: So funktioniert Automated Valet Parking

Wie Mercedes und Bosch setzen auch Audi und CARIAD auf Sensoren-Systeme, diese sind rund um das Auto verteilt. Neben Ultraschall und Radar kommen dabei auch Kameras zum Einsatz. Die Sensoren haben unterschiedliche Messprinzipien und erfassen redundant das Umfeld des Autos.

Mithilfe von Kameras und Bildmarkern findet das Auto schließlich seinen Parkplatz und kann die Route dorthin anhand einer Indoor-HD-Karte planen. Dazu benötigt das Fahrzeug eine Verbindung mit dem Internet. Die Daten werden dabei laut Audi in einem Steuergerät im Auto verarbeitet.

Dank des Automated Valet Parking sucht das Auto seinen Parkplatz ganz von alleine.

Das Parkhaus übernimmt in diesem Fall lediglich die Verwaltung der Fahrzeuge über eine Schnittstelle, die über Funktechnologie funktioniert. Wie das Auto benötigt aber auch das Parkhaus eine Mobilfunkabdeckung, um die Fahrzeuge automatisch zu identifizieren.

Audi: Automated Valet Parking soll Zeit sparen

„Es gibt eine Verantwortungsteilung zwischen Parkhaus und Fahrzeug: Parkhaus koordiniert, Fahrzeug trifft im Rahmen seines zugestandenen Spielraums selbstständig Entscheidungen (Analogie: Tower und Flugzeug). Alles, was Infrastruktur betrifft, wird im VDA herstellerübergreifend definiert, z. B. Schnittstelle zwischen Parkhaus und Auto“, erklärt der Audi-Sprecher Christian Hartmann auf Anfrage von echo24.de. Allerdings ist die technische Ausstattung auch davon abhängig, ob es einen Misch- oder Exklusivbetrieb gibt. Gebucht wird der Parkplatz einfach per Knopfdruck über eine App, über die der Fahrer auch mitteilt, wenn er nach Hause fahren will.

Audi und auch der Volkswagen-Konzern versprechen sich von dem System vor allem eins: eine Zeitersparnis für die Autofahrer. Denn die Autofahrer verbringen jedes Jahr 44 Stunden damit, nach einem Parkplatz zu suchen. „Wir wollen den Menschen Lebenszeit und Lebensqualität zurückgeben, indem wir mit neuen Mobilitätslösungen Zeitverlust und Stress im Straßenverkehr reduzieren. Unsere Vision ist eine überall, jederzeit und für jedermann auf Knopfdruck verfügbare Mobilität – autonome Fahrzeuge spielen dabei eine entscheidende Rolle“, erklärte Johann Jungwirth, Chief Digital Officer des Volkswagen-Konzerns 2018 vor einem Pilotversuch am Hamburger Flughafen.

Audi: Vorteile von Automated Valet Parking

Zudem bietet das automatisierte Parken noch weitere Vorteile. Beispielsweise benötigen die Fahrzeuge deutlich weniger Platz, wodurch mehr Parkplätze auf dem gleichen Raum geschaffen werden können. Da dem Auto ein fester Parkplatz zugewiesen wird, entfällt außerdem das Herumkurven durch die verschiedenen Parkhausebenen, was wiederum CO2 einspart.

Durch die zunehmende Automatisierung bieten sich aber auch weitere Möglichkeiten. So könnten weitere Dienste angeboten werden, beispielsweise könnte ein Elektroauto direkt an einen Parkplatz mit Ladesäule navigiert werden und dort voll automatisch geladen werden. Auch Pakete oder die frisch gewaschene Wäsche könnten direkt ins Auto geliefert werden.

Audi: Automated Valet Parking wird auf Landesgartenschau in Ingolstadt demonstriert

Wer das AVP von Audi hautnah in Aktion erleben möchte, hat während der Landesgartenschau in Ingolstadt an ausgewählten Terminen die Chance dazu. Die Demonstrationen finden in der sechsten Etage des GVZ-Parkhauses zwischen 13 und 18 Uhr jeweils zur vollen Stunde statt. Dort zeigt Audi beispielsweise, wie das System funktioniert, wenn mehrere Fahrzeuge zeitgleich einparken. Somit haben die Demonstrationen auch einen Nutzen für die Entwicklung des Systems.

Die ersten Demonstrationen von Audis AVP-System auf der Landesgartenschau in Ingolstadt fanden dabei bereits am 15. Mai statt, weitere Termine sind für Samstag, 22. Mai, Donnerstag, 27. Mai, Freitag, 28. Mai und Samstag, 29. Mai, geplant. Eine Anmeldung ist nicht nötig, pro Termin sind jedoch nur 15 Personen erlaubt. Im Parkhaus ist eine FFP2-Maske Pflicht.

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