Audi vor wichtiger Entscheidung

Folgt Audi jetzt Daimler beim Verbrenner-Aus? Chef Duesmann will Ernst machen

Heck eines Porottyps des Audi e-Tron GT.
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Bei Audi wird die Elektromobilität immer wichtiger!
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Elektromobilität ist die Zukunft, das weiß auch Markus Duesmann. Deswegen arbeitet der Audi-Chef am Verbrenner-Aus. Doch wie sieht der Plan aus?

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel und das nicht erst seit der Corona-Krise. Nachdem die Hersteller die Elektromobilität über Jahre verschlafen und den Markt Start-ups wie Tesla überlassen haben, gewinnt das Thema immer mehr an Relevanz. Das gilt auch für Audi!

So errichtet Audi an seinen Standorten Elektrosäulen, doch das soll nur der Anfang sein. Nach Informationen der WirtschaftsWoche plant Audi-Chef Markus Duesmann bereits das Ende der Verbrennungsmotoren. Eine Entscheidung, die beim Stuttgarter Konkurrenten Daimler bereits vor einiger Zeit gefallen ist.

AutoherstellerAudi
Mitarbeiterzahl90.640
HauptsitzIngolstadt

Audi: Entschiedung über Duesmann-Plan soll bald fallen

Duesmanns Ausstiegsplan sieht dabei ein Ende der Verbrenner-Produktion in allen Audi-Werken vor. Allerdings sind die Zeiträume laut der WirtschaftsWoche abhängig vom Erfolg der Elektroautos und sollen in den kommenden Monaten festgelegt werden. Sicher ist lediglich, dass Audi in spätestens zehn bis 15 Jahren keine klassischen Verbrenner mehr bauen wird.

Zudem erwartet Duesmann, dass aus politischen Gründen ein Tempolimit auf den Autobahnen eingeführt wird. „Ein Tempolimit hat einen CO2-Effekt, das lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagt der Audi-Chef. Begrüßen würde er eine solche Entscheidung jedoch nicht und spricht sich für „intelligente, vernünftige Lösungen“ aus. „Zum Beispiel bieten Digitalisierung und Verflüssigung des Verkehrs noch enorme Einsparpotenziale“, erklärt Duesmann gegenüber der WirtschaftWoche.

Audi: Duesman will Produktpalette wegen Elektromobilität überdenken

Der Audi-Chef betont zudem, dass „Umweltschutz und wirtschaftlicher Erfolg gut miteinander harmonieren“. Dennoch will Duesmann die Produktpalette verändern. „Der A1 ist natürlich in Diskussion“, erklärt der Audi-Chef, da man in dem Segment bereits gut und erfolgreich vertreten ist.

Ohnehin werde Audi in Zukunft verstärkt auf größere Fahrzeuge setzen: „Wir werden nicht nur eine Verschiebung nach oben haben, sondern in jedem Segment Highlights setzen.“ Das gilt auch für das erste Fahrzeug aus dem Projekt Artemis, das Audi innerhalb der Volkswagen Gruppe verantwortet.

Audi: Duesmann kündigt Traditionsbruch an

Dabei werde es sich um eine „neue Fahrzeugkategorie“ handeln, statt um eine große Limousine oberhalb des A8 oder des SUV-Modells Q7. Auch beim Namen geht Audi beim möglichen A8-Nachfolger, der nicht mehr in Neckarsulm produziert wird, andere Wege. Das neue Modell wird weder „A noch Q heißen“, stellt Duesmann gegenüber der WirtschaftsWoche klar.

Bei dem neuen Auto, das unter dem Projektnamen Landjet läuft, gehe es viel mehr um „hoch- und vollautomatisiertes Fahren und ein neues Raumgefühl“. Entsprechend wird das Artemis-Modell laut Duesmann auch mehr Raum als die klassischen Limousinen heute bieten. Daher wird der Luxus künftig „auch im Raumgefühl liegen.“ Anders als Daimler kann der Audi-Boss dem klassischen Luxus-Gedanken ohnehin wenig abgewinnen: „Das Wort Luxus klingt für [mich] nicht gut. Luxus ist für mich kein Wert.“

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