Überraschung bei Audi

Hammer im Motorsport - Audi mit überraschender Entscheidung!

Audis Rennwagen aus der Formel E mit e-tron Aufschrift.
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Audi steigt aus der Formel E aus.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Audi setzt bei seinen Autos voll auf Elektromobilität. Mit dieser Entscheidung haben aber die wenigsten gerechnet.

Es ist erst wenige Monate her, dass Audi seinen Ausstieg aus der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) bekanntgegeben hat und die Serie sich komplett neu aufstellen musste. Die Ingolstädter begründeten ihren Ausstieg damals damit, dass sie sich künftig verstärkt auf die Elektromobilität fokussieren wollen.

„Die Formel E bietet dafür eine sehr attraktive Plattform. Ergänzend prüfen wir für die Zukunft weitere progressive Motorsport-Formate“, erklärte der neue Audi-Chef Markus Duesmann seinerzeit. Diese Einschätzung scheint sich inzwischen geändert zu haben, denn am Ende der bevorstehenden siebten Saison steigt Audi aus der Formel E aus!

Audi: Fokus auf Elektromobilität – Aussage überrascht

Diese Entscheidung von Audi kommt vor dem Hintergrund des DTM-Ausstiegs überraschend. Andererseits hatte Volkswagen-Boss Herbert Diess Ende August auf LinkedIn mit einer Äußerung für Aufsehen gesorgt. Dort schrieb Diess: „Eine Formel 1 mit synthetischen Kraftstoffen ist spannender, macht mehr Spaß, ist eine bessere Motorsport-Erfahrung und bringt mehr technischen Wettbewerb mit sich als eine Formel E, die ein paar Runden in Innenstädten im Gaming-Modus fährt.“

Entsprechend wurde über einen Formel-1-Einstieg von Porsche spekuliert. Diess‘ Aussage zeigte aber auch, dass das Vertrauen von Volkswagen in die Serie nicht besonders groß ist, obwohl mit Audi und Porsche zwei Konzernmarken am Start sind. Beide Marken setzten vermehrt auf Elektromobilität. Audi ist mit dem Projekt Artemis konzernintern sogar hauptverantwortlich. Wie also begründet man diese Entscheidung? Zumal Audi für die kommende Saison erstmals einen eigenen Antriebsstrang entwickelt hat.

Audi: Ausstieg aus der Formel E - Das steckt dahinter

Wie motorsport-total.com berichtet, ist Audi der Meinung, dass man die Formel E - in der die Ingolstädter von Beginn an vertreten waren - nicht mehr braucht, um das Thema Elektromobilität zu bewerben. Diese habe sich inzwischen durchgesetzt und die Serie somit an Relevanz verloren. „Die Formel E hat bei Audi die Phase der Transformation begleitet“, erklärt Audi-Chef Duesmann in einer Pressemitteilung. „Heute ist Elektromobilität bei den Vier Ringen nicht mehr Zukunftsmusik, sondern Gegenwart.“

Audi steigt aus der Formel E aus.

Hinzu kommt, dass die Formel E - die ab der kommenden Saison als Weltmeisterschaft gilt - trotz des enormen Interesses der Hersteller in den Medien eher ein Nischendasein fristet. Dabei gäbe es durchaus Gründe für Audi, an der Formel E festzuhalten, in der man zunächst drei Jahre als Namensgeber und seit der Saison 2017/18 schließlich als Hersteller aktiv war.

Audi: Ausstieg aus Formel E - Nächste Projekte stehen bereits fest

Allem voran würden die Kosten für ein weiteres Engagement von Audi in der Formel E sprechen. Die Herstellerbudgets liegen laut motorsport-total.com derzeit zwischen 30 und 60 Millionen Euro. Für die Saison 2021/22 wird die Entwicklung zudem eingefroren, was die Kosten weiter senken würde. Als Zulieferer wird Audi der Serie laut autosport.com zumindest bis Ende 2022 erhalten bleiben.

Bleibt die Frage: Wohin mit dem Geld? Dem Bericht von motorsport-total.com zufolge hat Audi zwei neue Projekte auf der Agenda stehen. So wollen sich die Ingolstädter einer der härtesten Rallyes der Welt stellen: der Rallye Dakar. Dazu tut sich Audi mit dem X-Raid-Team von Sven Quandt zusammen, die bereits das Mini-Projekt für BMW umgesetzt hatten.

Audi: Ausstieg aus der Formel E - Elektromobilität auch in der Rallye Dakar

Ganz ohne Elektrifizierung wird aber auch dieses Projekt nicht ablaufen. Audi möchte sich mit einem alternativen Antriebskonzept bei der Rallye Dakar den „extremsten Bedingungen“ stellen. Wie in der Formel E kommt dabei ein leistungsstarker elektrischer Antriebsstrang zum Einsatz. Die Energie dafür kommt aus einer Hochvoltbatterie, die „bei Bedarf während der Fahrt über einen Energiewandler in Form eines hocheffizienten TFSI-Motors geladen werden kann“.

Statt in der Formel E geht Audi künftig in der Rallye Dakar an den Start.

„Deshalb gehen wir beim elektrifizierten Motorsport den nächsten Schritt und stellen uns extremsten Bedingungen. Die Rallye Dakar mit ihren vielen technischen Freiheiten ist dabei ein perfektes Testlabor für uns“, so der Audi-Boss. Zudem steht eine Rückkehr in die Sportwagen-Weltmeisterschaft - und eine Teilnahme am legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans - mit einem neuen LMDh-Projekt bevor. Audi will auch in Zukunft im Motorsport eine wichtige Rolle spielen.

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