Aktuell findet eine Sicherheitsuntersuchung statt

Bloß keine Höhenangst bei dieser Arbeit am Kiliansturm!

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Fassadenkletterer überprüfen gerade den Heilbronner Kirchturm.

Alt, schön, pflegeintensiv. Sandsteingemäuer geben einer Stadt Wärme und Gesicht. Wie die Kilianskirche. Deren Turm wurde von 2002 bis 2005 intensiv saniert. Trotzdem muss der Turm in unregelmäßigen Abständen auf seine Sicherheit überprüft werden. Seit heute sind dort Fassadenkletterer am Werk, um das äußere Mauerwerk genau zu inspizieren.

"Sie überprüfen vor allem die Verzierungen", erklärt Kirchenpfleger Rolf Krieg. Diese filigranen Teile sind besonders gefährdet. Krieg: "Die Fassadenkletterer haben Beutel dabei, um Teile, die absturzgefährdet sind, gleich zu sichern." Obgleich schon mehr als zehn Jahre her, ist der Absturz eines Ornamentes 2006 nicht vergessen. Damals brach ein Teil ab, stürzte auf ein anderes, das wiederum das Dach der Kilianskirche durchschlug. Weitere Teile stürzten auf den Gehweg. Zum Glück ohne Personenschäden.

Bloß keine Höhenangst bei dieser Arbeit am Kiliansturm!

Aus luftiger Höhe seilen sich Josef Hans und Jens Kranhold vom Turm ab. Dabei sitzen sie auf einem, von zahlreichen Seilen gesicherten, Brett.  "Ich mache den Überprüfungsjob seit 1995", sagt Kranhold. Der 47-jährige ist gelernter Industriekletterer und durchgängig beschäftigt: "Wenn ich nicht Türme sichte, dann gebe ich Schulungen." Gibt es Einschränkungen? "Ja, extrem kaltes Wetter verhindert manchmal den Einsatz, obwohl man sich da mit guter Kleidung schützen kann. Viel schlimmer ist aber der Wind. Ab Stärke vier bis fünf müssen wir die Arbeit einstellen."

Hans hat eine doppelte Qualifikation für den Job: "Ich bin gelernter Steinmetz und seit 2010 zusätzlich Industriekletterer." Seinem geübten Auge entgeht nichts: "Schon auf der ersten Tour haben wir ein kleines Teil gefunden, das Mängel aufwies." Er holt das Objekt aus dem Beutel. Eine kleine Verzierung. "Die wurde mit Beton befestigt. Dort ist aber Wasser eingedrungen, sodass sich die Verbindung langsam löst. Zudem ist der Dübel als weitere Befestigung zu kurz."

Wie wichtig das Team ist, betont Kranhold: "Man muss sich blind auf seinen Partner verlassen können." Zumal der Gesetzgeber Einzeleinsätze verbietet. Seinen Job möchte er nicht missen: "Wir können den ganzen Tag abhängen. Zudem haben wir eine sitzende Tätigkeit mit Aufstiegschancen."

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