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Angeklagt wegen Vergewaltigung: Heilbronner Masseur gesteht elf Taten

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Von: Michaela Ebert

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Landgericht Heilbronn Vergewaltigung Prozess
Seit Montag läuft am Landgericht Heilbronn ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger in 13 Fällen. © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Seit Montag läuft am Heilbronner Landgericht ein Vergewaltigungsprozess gegen einen Masseur aus Bad Friedrichshall. Der Mann gesteht elf der 13 Vorwürfe. Eine mutmaßliche sexuelle Belästigung einer Minderjährigen zählt nicht dazu.

Eine 20-Jährige zeigt Anfang 2022 einen Mann an, der sie sexuell missbraucht haben soll. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Masseur aus Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn). Er soll insgesamt 13 Sexualdelikte im Zusammenhang mit seinem Beruf begangen haben.

Im Juli wird der 62-Jährige festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht – wenig später, im Oktober, folgt die Anklage. Viele der Taten habe er jedoch bereits zwischen 2018 und 2022 begangen. Wegen sieben Fällen, bei denen es um Vergewaltigung mit Handverkehr gehe, steht er seit Montag (16. Januar) vor dem Heilbronner Landgericht. Dort gesteht er gleich mehrere Taten des sexuellen Missbrauchs, so die Staatsanwaltschaft Heilbronn gegenüber dem „SWR“.

Insgesamt 13 Vorwürfe – auch sexuelle Belästigung einer Minderjährigen

Und die Liste der Vorwürfe ist lang. Auch die sexuelle Belästigung einer Minderjährigen vor mehr als zehn Jahren gehört dazu. Von den insgesamt 13 Taten, die ihm vorgeworfen werden, gesteht er elf – das verkündet sein Anwalt vor Gericht. Der Angeklagte selbst schweigt während der gesamten Verhandlungen.

Zudem würden zwei der Vorwürfe fallengelassen werden. Auch der Fall der Minderjährigen gehöre dazu. Er habe die damals Zwölfjährige an die Brust gefasst und diese dann hochgehoben. Obwohl das Verhalten grenzwertig gewesen sei, wurde es vom Gericht als unbedeutend eingestuft.

Freiheitsstrafe und Berufsverbot: Das kommt auf den mutmaßlichen Vergewaltiger zu

Die Staatsanwaltschaft sei mit dieser Verständigung jedoch einverstanden. Das Strafmaß, welches nun auf den Angeklagten wartet, könnte demnach zwischen fünf Jahren und neun Monaten und sechs Jahren und drei Monaten betragen. Ein Urteil wurde am Montag allerdings noch nicht gesprochen.

Ob auch ein Berufsverbot für den Masseur ausgesprochen werden kann, ist laut SWR derzeit noch unklar. Die Hürden dafür lägen besonders hoch. Immerhin sei der Schutz der Berufsfreiheit im Grundgesetz verankert – mit dem Verlust des Berufes könnten Täter auch ihre wirtschaftliche Existenz verlieren.

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